Wer folgt auf Pavel Baleff? In der Saison 2022/23 gibt es öffentliche Konzerte und nichtöffentliche Vordirigate, in denen die Bewerber für die Stelle des Chefdirigenten bei der Philharmonie Baden-Baden sich präsentieren. | Foto: Bongartz

AUSWAHLVERFAHREN STEHT AN

Philharmonie Baden-Baden sucht in zwei Jahren einen neuen Chefdirigenten

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Die Philharmonie Baden-Baden muss einen neuen Chefdirigenten suchen. Pavel Baleff hat  angekündigt, seinen 2022 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und sich neuen Herausforderungen stellen zu wollen. Die Entscheidung zur Nachfolge des 48-Jährigen fällt in der Saison 2022/23, wenn die Kandidaten sich in Konzerten einem Auswahlverfahren stellen müssen.

Wer künftig die Philharmonie als neuer Chefdirigent leiten wird, wird sich aller Voraussicht nach erst in drei Jahren entscheiden. Die Kandidaten für diese Stelle werden sich ab 2022/2023 in öffentlichen Konzerten und nichtöffentlichen Vordirigaten vorstellen.

Bisheriger Chef verlängert den Vertrag nicht

Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Philharmonie für den Gemeinderat hervor. Der Klangkörper muss einen neuen Chef am Pult suchen, weil Pavel Baleff  angekündigt hatte, seinen Mitte 2022 auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern.

Mehr zum Thema: Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen würdigt die Verdienste Pavel Baleffs um die Stadt.

Der 48-Jährige begründete diese Entscheidung damit, sich einer neuen Herausforderung stellen zu wollen. Der Bulgare führt das Baden-Badener Orchester seit 2007. OB Margret Mergen und der Gemeinderat weisen immer wieder darauf hin, dass Baleff die Philharmonie zu einem bedeutenden internationalen Botschafter der Stadt geformt habe.

Die Zahl der Konzert-Abonnenten steigt

Sein Wirken hat die Zahl der Konzert-Abonnenten um 70 Prozent steigen lassen. Nach seinem Abschied möchte Baleff der Philharmonie weiter verbunden bleiben: Als „Dirigent in residence“ sind bis 2027 jährlich fünf Gastdirigate vereinbart.

Die Philharmonie erhöht die Ticketpreise

Konzertbesuche bei der Philharmonie werden künftig teurer. Das Orchester möchte zur kommenden Spielzeit die Ticketpreise erhöhen. Der Eintritt zu einem der acht Sinfoniekonzerte soll künftig 32 Euro, ermäßigt 28 Euro (bislang 30 und 26 Euro) kosten. Für die gesamte Abonnement-Reihe sind künftig 175 Euro, ermäßigt 145 Euro (bislang 164 und 134 Euro) fällig. Wer das Oster-, Weihnachts- oder Silvesterkonzert der Philharmonie miterleben möchte, muss dafür jeweils 36 Euro, mit Ermäßigung 33 Euro (bislang 34 und 31 Euro) bezahlen.

Die Orchesterleitung wird die geplante Tarifstruktur dem Hauptausschuss zur Beratung vorlegen. Das letzte Wort hat dann der Gemeinderat. Die Philharmonie begründet diesen Schritt damit, dass sie 2019/2020 auf eine Preiserhöhung verzichtet habe, weil sich zu Beginn der vergangenen Spielzeit eine schwierige Situation beim Ticketverkauf abgezeichnet habe.

Die Eintrittskarte enthält künftig ein KVV-Ticket

Nachdem der Markt sich inzwischen wieder beruhigt habe, sollen die Preise moderat steigen, heißt es weiter in der Beschlussvorlage für den Hauptausschuss. Das Orchester erwartet, damit rund 15.000 Euro pro Saison mehr einzunehmen. Im Ticketpreis ist ab der nächsten Spielzeit erstmals ein KVV-Kombi-Ticket enthalten, das am Konzerttag kostenfreie Transfers in öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht. In der Preiserhöhung seien die Kosten für dieses zusätzliche Angebot berücksichtigt.

Was die finanzielle Situation der Philharmonie angeht, gab es im Jahr 2018 eine Punktlandung. Das Orchester hat eigenen Angaben zufolge das Budget von 2,2 Millionen um 5.000 Euro überschritten. Eine abschließende Bilanz für 2019 liege noch nicht vor. Die Einnahmen aus Gastspielen seien zwar zurückgegangen, das Spenden-Aufkommen sei aber höher als erwartet.

Vier Planstellen sind nicht besetzt

Zudem seien vier Planstellen im Orchester das ganze Jahr über unbesetzt geblieben, weil es keine geeigneten Bewerber gegeben habe. Das habe sich kostendämpfend ausgewirkt.

Im laufenden Jahr rechnet der Klangkörper mit sehr guten Einnahmen aus Gastspielen, die unter anderem nach Tokio und Osako führen, wo sechs Konzerte anstehen. Weitere Auftritte im Ausland sind in Luzern, Zürich und im französischen Echirolles geplant.