Der Renner im Museum Frieder Burda in Baden-Baden: das Kultbild von Banksy. Noch bis Sonntag, 3. März, ist es in der Kurstadt zu sehen.
Der Renner im Museum Frieder Burda in Baden-Baden: das Kultbild von Banksy. Noch bis Sonntag, 3. März, ist es in der Kurstadt zu sehen. | Foto: Bernd Kamleitner

Bis Sonntag in Baden-Baden

Piep, piep: Kultbild von Banksy ist ein begehrtes Fotomotiv

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Schlange stehen, um ein Bild zu sehen: Im Museum Frieder Burda muss man sich auf diesen Umstand einstellen, vor allem an diesem Wochenende. Noch bis Sonntag (3. März 2019)  ist das berühmte Schredder-Bild „Love is in the Bin“ („Liebe ist im Eimer“) des britischen Street-Art-Künstlers Banksy im Museum an der Lichtentaler Allee ausgestellt. Es ist derzeit das wohl meist fotografierte Kunstwerk in Deutschland.

Geschichte des Schredder-Bildes ging um die Welt

Eigentlich wollte sich der bislang anonym gebliebene Künstler mit seinem Werk über den Kunstbetrieb lustig machen. Das Bild mit dem ursprünglichen Titel „Girl with Balloon“ war im Herbst beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s über einen Mechanismus im Rahmen geschreddert worden. Eine Geschichte, die um die Welt ging. Der Zerstörungsmechanismus hat das Bild aber nicht ganz zerstört. Ob das gewollt war, oder nicht, ist ein Geheimnis des Künstlers.

Über 50000 Besucher wollen Kultbild sehen

Der Teil mit dem roten Ballon hängt noch im Rahmen, die untere Hälfte mit dem Mädchen ist bereits in Streifen geschnitten, die unter dem Rahmen herausragen. Bis zu 1 000 und mehr Besucher ließen sich zuletzt an Werktagen von Banksy-Fieber infizieren. An Samstagen und Sonntagen registrierte das Baden-Badener Museum jeweils um die 4 000 Kunstinteressierte, wie Ute Rosenfeld vom Museum im BNN-Gespräch berichtet. Insgesamt wurden schon über 48 000 „Banksy“-Besucher gezählt, die sich die erste öffentliche Präsentation des Kultbilds nicht entgehen ließen. Bis zum Sonntag wird die 50000er-Marke  übersprungen werden, heißt  es aus dem Museum.

Mehr Besucher als an normalen Tagen werden derzeit im Museum Frieder Burda gezählt. Auch viele junge Besucher wollen das Kultbild von Banksy sehen.
Mehr Besucher als an normalen Tagen werden derzeit im Museum Frieder Burda gezählt. Auch viele junge Besucher wollen das Kultbild von Banksy sehen. Es ist kostenlos zugänglich. | Foto: Bernd Kamleitner

Davon profitiert auch die aktuelle Ausstellung mit farbenfrohen Werken des Deutschen Expressionismus der Künstlervereinigung „Die Brücke“ aus den Jahren 1905 bis 1914. Wartezeiten müssen wohl auch an diesem Wochenende von Museumsbesuchern in Kauf genommen werden. Bislang hielten sich die aber „im Rahmen“, meint Rosenfeld.

Das derzeit am meisten fotografierte Kunstwerk

Wie oft das ohne Eintrittsgeld zugängliche Banksy-Werk bereits fotografiert wurde, kann das Museum nicht sagen. Aber kaum ein Besucher zückt nicht die Handykamera, um das Bild oder ein Selfie mit sich und dem Werk im Hintergrund festzuhalten.

Vorläufer des inzwischen weltberühmten Schredder-Bildes war der Entwurf von Banksy für das Cover einer Single der Britpop-Band Blur.
Vorläufer des inzwischen weltberühmten Schredder-Bildes war der Entwurf von Banksy für das Cover einer Single der Britpop-Band Blur. | Foto: Bernd Kamleitner

Im „Banksy-Raum“ im Museum ist auch der Prototyp des Bildes mit dem Mädchen und dem Ballon ausgestellt. Banksy hatte ihn für das Cover der Single „good song“ der Britpop-Band Blur im Jahr 2003 entworfen. Die rote Vinylplatte ist ebenfalls ein Blickfang.

Rote Vinylplatte von Blur ist ein Blickfang

Und immer wieder ist ein „piep, piep, piep“ zu hören: Auf einem Bildschirm läuft ein Video in der Dauerschleife, das auch den Schredder-Moment in London dokumentiert. In diesen Augenblicken sind dann mehr Augenpaare auf den Monitor als auf das hinter einer Glasscheibe präsentierte Originalbild gerichtet. Was das Bild heute wert ist? Darüber kann man nur spekulieren.

Lockt nicht nur mit dem Banksy-Bild: das Museum Frieder Burda in Baden-Baden.
Lockt nicht nur mit dem Banksy-Bild: das Museum Frieder Burda in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Eine unbekannte Sammlerin hat es für rund 1,2 Millionen Euro erworben und der Staatsgalerie in Stuttgart als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt – und natürlich auch prüfen lassen, dass der Schreddervorgang nicht noch einmal einsetzt. In Stuttgart ist das Werk ab 7. März ausgestellt.

Spenden unterstützen Projekt für junge Flüchtlinge

In Baden-Baden wird es aber nachwirken: Mit Spenden, die Banksy-Fans anstelle eines Eintrittsgeldes in eine Box einwerfen können, wird – ganz im Sinne des unbekannten Künstlers – ein Wohnprojekt für junge Flüchtlinge in der Kurstadt gefördert. „Es wird wohl ein fünfstelliger Betrag“, verrät Rosenfeld.