Im Casino im Kurhaus in Baden-Baden wird die "Playmate des Jahres" gekürt. Außerdem fand im Casino das Playboy-Playmate-Fotoshooting statt.
Im Casino im Kurhaus in Baden-Baden wird die "Playmate des Jahres" gekürt. Außerdem fand im Casino das Playboy-Playmate-Fotoshooting statt. | Foto: Bernd Kamleitner

Veronika Klimovits hat gesiegt

„Playmate“-Gala: Stars, Sternchen und der Bachelor in Baden-Baden

Anzeige

Oktober kommt vor September und ganz vorne steht April. Wer dieser Logik folgen kann, der isst auch rohes Fleisch aus Waffeln und trinkt Weißherbst mit Eiswürfeln. Wollte man eine Gegenwelt suchen zu „Me too“ und „Fridays for Future“, tief im Gedärm des Baden-Badener Spielcasino war sie zu finden. Die Leser des Männermagazins Playboy, bekannt und beliebt für jene tiefgründigen Interviews, hatten entschieden, welches denn nun der schönste, fehlerfreieste und begehrenswerteste Frauenkörper des Jahres sei.

Ausgewählt haben sie aus jenen zwölf Frauen, die ihnen übers Jahr in Hochglanz präsentiert wurden. Für die Freunde von Ranglisten und Wahlergebnissen vorweg: Die neueste Gespielin der Herrenwelt ist April-Playmate Veronika Klimovits vor Oktober-Dame Julia Prokopy und September-Girl Olivia Peltzer.

Kür des Playmate des Jahres

Am Mittwoch bot das ehrwürdige wie verruchte Casino der Kurstadt das passende Ambiente, um das Playmate des Jahres feierlich zu küren. 200 handverlesene Gäste durften vordringen in jenen innersten Bereich des Glücksspielhauses, wo einst Dostojewski seinen Ehering verzockte und erwachsene Männer eben diesen voll Abenteuerlust kurzzeitig verbargen.

Gekommen sind sie in ausgesuchter Garderobe, in Schottenrock und weißen Turnschuhen, Designerjeans und speckigen Nadelstreifenjacketts, das Haar gegelt, gewachst oder wild zerzaust. „Glamourös“ heißt die Dresscode-Vorgabe und im sonst sehr konservativen Casino ist an diesem großen Abend des Glamours so gut wie alles erlaubt – bei Ober- wie bei Unterwäsche.

Motive für die schnelle Meldung bei Facebook, Instagram oder WhatsApp

„Jetzt lassen wir die Sau raus“, verspricht Playboy-Chefredakteur Florian Boitin von der Bühne. Doch auch der Deutschland-Chef aller Playboy-Häschen nimmt offenbar einen gesellschaftlichen Wandel wahr. „Sind wir alle nur weiße mächtige Männer, die keinen blassen Schimmer haben, wie man mit Frauen umgeht?“

Selbstverständlich nicht. Vielmehr geht es doch darum, der Schönheit der Frau zu huldigen, sagt er und genießt die Zustimmung seiner Gäste. Selbst die netten Hausdamen mit dem felligen Puschel auf dem Hintern und den Hasenohren in den Haaren widersprechen da nicht.

Diese Türsteher-Bunnys und Begrüßungs-Häschen sind als Fotomotiv fast noch begehrter als die Playmates selbst. Mit kokett abgewinkeltem Knie und den Lippen auf einer frisch oder nicht mehr ganz so frisch rasierten Wange liefern sie das authentische Selfie für den wichtigen schnellen Post auf Facebook, WhatsApp und Instagram. „Ich war hier“, aufgenommen am Eingang zum Playboy-Séparée und auf ewig eingeritzt in den modernen Sandstein der Sozialmedien.

Es ist wichtig, immer selbst an sich zu glauben

Gewonnen also hat Miss April, eine 30-jährige Frau aus Berlin. Auch sie weiß, sich fürs Herrenmagazin auszuziehen, ist so viel mehr, als pure Stimulanz für feuchte Männerträume. Als „Vorbild für so viele Frauen“ möchte Veronika ihren Geschlechtsgenossinnen mitgeben: „Es ist wichtig, immer selbst an sich zu glauben, die Konkurrenz zu respektieren und sich treu zu bleiben.“

Am Krönungsabend gibt sie sich züchtig gekleidet, wer dem Playmate 2019 unters Mieder blicken will, muss sich schon den neuen Playboy kaufen. In dem räkelt sich nicht nur die Siegerin splitterfasernackt auf den Spieltischen Baden-Badens.

Wer den fleischgewordenen Männerträumen nahe sein will, der kann das neueste Männermagazin als Wandelführer nehmen, durch die ehrwürdigen Hallen des Spielcasinos und überall dort über Tische, Wände und Simse streichen, wo sich die schönste Haut der Republik geräkelt und gerubbelt hat.

Hilfe zum BNN-Newsletter

Datenschutzerklärung