Eine glänzende Leistung lieferte Markus Koch beim Offenburger Speerwurf-Meeting ab.
In Bestform präsentierte sich Markus Koch beim Offenburger Speerwurf-Meeting. | Foto: Daniel Merkel

Markus Koch aus Steinbach

Power-Würfe auf hohem Niveau

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Wenn der Handball nach einem Wurf von Markus Koch im Tor einschlägt, lautet der Kommentar der Zuschauer nicht selten: „Mann, war das eine Fackel.“ Die gegnerischen Torhüter können ein Lied davon singen, was das bedeutet. Immer wenn der 24-Jährige aus der Hüfte heraus abzieht, zum Schlag- oder Sprungwurf ansetzt, ist höchste Alarmstufe angesagt.

In der Saison 2016/17 erzielte Koch seine Treffer für den Baden-Württemberg-Oberligisten TV Sandweier. In 26 Einsätzen gelangen ihm 96 Feldtore, womit er hinter den Top-Torjägern Christian Fritz, Simon Bornhäußer und Jonas Schuster viertbester Goalgetter beim Aushängeschild des Handballbezirks Rastatt war. Keine Frage: Der Zugang von der SG Steinbach/Kappelwindeck entwickelte sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf Anhieb zum Leistungsträger. TVS-Trainer Ralf Ludwig lobt seinen Schützling: „Markus Koch ist ein unersetzlicher Teil unserer Mannschaft geworden und dabei in seiner Entwicklung noch längst nicht am Ziel angekommen.“

Unersetzlicher Teil unserer Mannschaft

Ralf Ludwig ist freilich nicht der einzige Coach, der mit der sportlichen Ausbildung des Modellathleten befasst ist. Einige Kilometer weiter südlich beschäftigt sich Boris Obergföll, seines Zeichens Bundestrainer, bei der LG Offenburg damit, dem Polizeibeamten die Feinheiten des Speerwurfs nahezubringen. Koch, ein waschechter Steinbacher fährt zweigleisig. Im Herbst und Winter liegt der Schwerpunkt auf Handball, im Sommer steht der Speerwurf im Vordergrund. Wobei er klarstellt: „Das sind komplett verschiedene Bewegungsabläufe.“

Als Leichtathlet trainierte er bis 2016 unter Ulrike Sander beim SC Baden-Baden, ehe er zur Obergföll-Gruppe nach Offenburg weiterzog. Dass dies einen hohen Aufwand erfordert, versteht sich von selbst. Koch: „Wenn die Handball-Saison läuft, trainiere ich unter der Woche dreimal in Sandweier, dreimal in Offenburg. Im Moment, also nach der Runde, bin ich vier- bis fünfmal in Offenburg aktiv.“ Ralf Ludwig bezeichnet dies als „profimäßig“. Und hebt hervor: „Er arbeitet beim Speerwurf regelmäßig mit Weltklasseleuten wie Johannes Vetter zusammen und hat keinerlei Probleme, sich daneben bei uns ganz loyal ins Mannschaftsgefüge einzuordnen.“

Als Speerwerfer ist Markus Koch ein Einzelkämpfer, der am vergangenen Wochenende ein besonderes Erfolgserlebnis verzeichnete. Beim hochkarätig besetzten 1. Ursapharm Meeting übertraf er im Offenburger ETSV-Stadion erstmals in seiner Karriere die 70-Meter-Marke. Damit nicht genug. Mit seiner neuen persönlichen Bestleistung von 71,82 Metern schaffte er die Qualifikationsnorm für die deutschen Meisterschaften, die am 9. Juli in Erfurt stattfinden. „Das wird definitiv der Saisonhöhepunkt. Ich war richtig happy, als die Weite auf der Anzeigetafel aufleuchtete“, sagt Koch, der weiteres Steigerungspotenzial sieht. „Ich denke, 74 bis 75 Meter kann ich werfen.“

Spätestens im Spätsommer packt Markus Koch dann wieder seine „Fackel“ aus. Sehr zur Freude der Mitspieler und Fans geht er in der Saison 2017/18 erneut für den Handball-Oberligisten TV Sandweier (in der neuen Runde: „TVS 1907 Baden-Baden“) auf Torejagd.