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Fahndungsfotos veröffentlicht

Raubüberfälle in Baden-Baden

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Bei den Tätern, die am Montag, 29. Januar, in Baden-Baden ein Juweliergeschäft in der Sophienstraße überfallen haben, handelt es sich vermutlich um eine überregional tätige Bande, auf deren Konto auch der Überfall auf einen Juwelier am 1. Dezember in der Luisenstraße, sowie zwei weitere Raubüberfälle im April und Dezember vorigen Jahres in Koblenz gehen. In allen Fällen erbeuteten die Täter wertvolle Uhren.
Die bisherigen Ermittlungen der Polizei, so eine gemeinsame Erklärung von Polizeidirektion Offenburg und Staatsanwaltschaft, lassen vermuten, dass sich die Männer mit großer Wahrscheinlichkeit bereits zwei bis drei Wochen vor der Tat im Großraum Baden-Baden aufgehalten und hier auch übernachtet haben. Die Ermittler: „In dieser Zeit dürften sich die Verdächtigen auch in anderen Geschäften nach einer Tatgelegenheit umgesehen haben.“

Dreist: Wenige Wochen nach dem ersten Überfall betreten vermutlich die gleichen Täter das Juweliergeschäft in der Lichtentaler Straße. | Foto: Polizei

Dreiste Raubüberfälle

Auffallend ist die Dreistigkeit, mit der die Räuber jeweils am helllichten Tag vorgegangen sind. Am Montag, 29. Januar, waren die drei Männer zunächst erneut im Juweliergeschäft in der Lichtentaler Straße aufgetaucht. Dort sind sie von der automatischen Überwachungskamera im Bild festgehalten worden.
Danach suchten sie gegen 12 Uhr das in der Nähe befindliche Juweliergeschäft am Leopoldsplatz auf. Der Polizeibericht vom 29. Januar: „Als die zu diesem Zeitpunkt alleine im Verkaufsraum arbeitende Angestellte eine Auswahl kostspieliger Zeitgeber wunschgemäß präsentierte, schritten die beiden Männer zur Tat. Sie überwältigten die Frau und sperrten sie in einen Nebenraum. Dort gelang es dem Opfer, sich nach einiger Zeit aus der misslichen Lage zu befreien und mit Unterstützung eines Passanten Hilfe herbeizuholen.“

Zeugenhinweise erhofft sich die Polizei von den Täterfotos.

Im Zusammenhang mit der Tat steht ein schwarzer Golf mit dem amtlichen Kennzeichen AK-BN 81, der am 26. Januar in der Schlossstraße in einen Unfall verwickelt war. Das einige Tage zuvor in Hessen als gestohlen gemeldete Fahrzeug war gegen 13 Uhr in der Schlossstraße auf ein parkendes Auto geprallt. Der Fahrer flüchtete mit hoher Geschwindigkeit.

Gestohlenes Fluchtfahrzeug

Das gestohlene Auto ist dann später im Gaggenauer Stadtteil Selbach verlassen entdeckt worden. Dort, so die Ergebnisse erster Ermittlungen und Zeugenbefragungen, dürfte das Trio in einen blauen Opel mit Mannheimer Kennzeichen eingestiegen und weitergefahren sein.

Das gestohlene Auto parkte in Sichtweite des Juweliers. | Foto: Polizei

Ohne die Zusammenhänge damals zu kennen, hatte ein Polizeibeamter Tage vor dem Überfall das verbotswidrig abgestellte Auto am Eingang der Lichtentaler Straße in Sichtweite des einen Juweliers fotografiert. Woraus die Ermittler ableiten, dass die Täter ihre Überfälle von langer Hand geplant haben.
Obwohl bereits vom Überfall im Dezember relativ gute Fotos der Überwachungskamera vorlagen und der Fall auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ ausgestrahlt wurde, ist die Polizei den Uhrenräubern noch nicht auf die Spur gekommen.

Die Polizei vermutet, dass das Trio auch mit zwei ähnlich gelagerten Taten am 6. April 2017 und am 13. Dezember 2017 in Koblenz in Verbindung stehen könnte. Auch dort hatten es die Täter auf wertvolle Uhren abgesehen. Der Wert der Beute in allen vier Fällen beträgt mehrere 100 000 Euro.

Zeugenhinweise
Telefon (07 81) 21-28 20.