Richard Jacobs prägte in seiner Amtszeit als Verbandspräsident den Fußball in Südbaden
Richard Jacobs prägte in seiner Amtszeit als Verbandspräsident den Fußball in Südbaden. | Foto: Collet

SBFV-Ehrenpräsident wird 85

Richard Jacobs aus Bühl ist eine Institution im südbadischen Fußball

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Richard Jacobs ist in der südbadischen Fußballszene das, was man gemeinhin als „Institution“ bezeichnet. Sein Wort hatte Gewicht – und hat es immer noch, auch wenn sich der Bühler gesundheitsbedingt mittlerweile aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

An diesem Dienstag wird Jacobs 85 Jahre alt. Hinter ihm liegen arbeitsreiche Jahrzehnte. Der Familienvater, der seinen Lebensunterhalt als Rechtsanwalt verdiente, war von jung an eng mit dem Fußball verbunden. Aus dem aktiven Kicker seines Heimatvereins VfB Bühl wurde 1968 der Stellvertretende Vorsitzende des Südbadischen Fußball-Verbands (SBFV), ab 1983 dann der SBFV-Präsident.

Meinungsstarker Funktionär

Bis 2007 führte Jacobs, dem seine vor fünf Jahren verstorbene Ehefrau Maria stets den Rücken frei hielt, die südbadischen Fußballer in der ihm eigenen Art – meinungsstark, mit Augenmaß und großem Verantwortungsbewusstsein, mit einer Prise Humor, manchmal auch feiner Ironie, dabei einer Diskussion nie aus dem Weg gehend.

Kompetenz war sein Markenzeichen. Diese Eigenschaft war auch gefragt in der Funktion als Stellvertretender Vorsitzender des DFB-Bundesgerichts und als Mitglied im Beirat beziehungsweise im Vorstand des DFB, dessen Ehrenmitglied er seit 2007 ist.

Es dreht sich alles viel zu sehr um das Geld.

Richard Jacobs, SBFV-Ehrenpräsident

Auch wenn der SBFV-Ehrenpräsident, hochgeehrt mit Bundesverdienstkreuz und Staufermedaille in Gold, nicht mehr so mobil ist, wie er es gerne wäre, macht sich Jacobs in seiner Wohnung im Bühler Ortsteil Balzhofen Gedanken zu aktuellen Entwicklungen im Fußball.

„Es dreht sich alles viel zu sehr um das Geld und nicht mehr um den Fußball selbst. Dass die Vereine in erster Linie Wirtschaftsunternehmen sind, hat meines Erachtens zum Videobeweis geführt. Ich bin ein absoluter Gegner des Videoschiedsrichters im Kölner Keller. Zu meiner Zeit sagte man: Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Heute fallen spielentscheidende Tore viel zu oft in einer Verlängerung, die durch den Zeitverlust durch den Videobeweis verursacht wird“, so die Meinung des Jubilars. Und: „Mich stört auch das Geschacher um hoch bezahlte Spitzenpositionen bei DFB, Fifa und Uefa, ohne dass ich Namen nennen möchte.“

Lob für DFB Präsident Fritz Keller

Sehr zufrieden ist er indes mit der Wahl von Fritz Keller zum DFB-Präsidenten: „Fritz hat das Herz am richtigen Fleck. Ich halte ihn für durch und durch integer. Dieser warmherzige Mensch, der den Fußball liebt, wird dem DFB sicherlich guttun.“

Beim Blick zurück ist bei Richard Jacobs das Positive haften geblieben: „Dankbar bin ich für die vielen schönen Momente, die ich mit meinen Freunden und Weggefährten im VfB Bühl, Südbadischen Fußball-Verband und im DFB erleben durfte.“