Coole Typen mit heißen Untertönen: Schwedens erfolgreichstes Barbershop-Quartett „Ringmasters“ gastiert am 26. Mai um 20 Uhr im Kurhaus Baden-Baden.
Coole Typen mit heißen Untertönen: Schwedens erfolgreichstes Barbershop-Quartett „Ringmasters“ gastiert am 26. Mai um 20 Uhr im Kurhaus Baden-Baden. | Foto: pr

Im BNN-Interview

Ringmasters machen Kurhaus zum Barbershop

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Martin Wahlgren (Bass), Jakob Stenberg (Tenor), Rasmus Krigström (Lead) und Emanuel Roll (Bariton) sind vier ausgesprochen virtuose Sänger, die am Sonntag, 26. Mai, mit Barbershop-Klassikern begeistern wollen. Als die Ringmasters bringen sie bekannte Broadway-Songs und Filmmelodien, aber auch beispielsweise die Hits der Beatles zu Gehör. Gleich mehrfach wurde das schwedische Quartett so schon für seinen harmonischen Gesang ausgezeichnet.

Los geht es im Runden Saal des Kurhauses – nach der Europawahl – um 20 Uhr. Unsere Mitarbeiterin Meike Paul sprach nun mit Leadsänger Rasmus Krigström über das ungewöhnliche Genre Barbershop, die Begeisterung für Amerika und nützliche Tipps bei Heiserkeit.

Sie sind Schwedens erfolgreichstes Barbershop-Quartett. Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie sich diesem Genre verschreiben wollen?

Krigström: Wir kennen uns seit der Schulzeit. Als wir 2006 dann in einer Folge der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ eine Barbershop-Szene sahen, fanden wir diese Art des Gesangs so cool, lustig und ungewöhnlich, dass wir das ausprobieren wollten.

Das heißt, Sie haben alle in Ihrer Kindheit Chöre besucht?

Krigström: Ja. Wir alle sangen schon in der Schule in Chören. Aber auch in unserer Freizeit.

Unsere Stimmen funktionieren wie Instrumente.

Was fasziniert Sie an dieser Art des Gesangs?

Krigström: Barbershop ist eine alte amerikanische Tradition und beruht auf vier Stimmen, die sehr harmonisch, in einer sehr speziellen Art singen. Die Gleichartigkeit sorgt dafür, dass der Abstand zwischen oberster und tiefster Stimme möglichst schmal gehalten wird. Die Melodie wird nicht von der ersten, sondern von der zweiten Stimme gesungen. Und das Ergebnis ist überwältigend: Eine sehr starke Harmonisierung der Melodie mit einem sehr speziellen Klang. Unsere Stimmen funktionieren wie Instrumente – nur eben, dass sie Wörter produzieren können. Das macht es für uns so besonders.

Und was treibt Sie an, sich bei Wettbewerben mit anderen Quartetts zu messen?

Krigström: Wettbewerbe sind immer sehr spannend. Und wenn man erfolgreich ist, dann macht das natürlich besonders viel Spaß.

Außerdem gibt’s da gutes Bier von Klein- und Kleinstbrauereien.

Barbershop stammt aus Amerika. Gibt es noch mehr, was Sie am Land der unbegrenzten Möglichkeiten reizt?

Krigström: Amerika hat viele gute Seiten. Die Menschen sind meist sehr offen und großzügig. Die Weite des Landes finden wir faszinierend und die verschiedenen Spielarten von Natur und Kultur beeindrucken uns. Außerdem gibt’s da gutes Bier von Klein- und Kleinstbrauereien. (lacht)

Es ist schon eine extreme Art zu singen.

Kann theoretisch jeder Barbershop singen, oder Bedarf es da bestimmter Voraussetzungen?

Krigström: Jeder kann das. Man muss eben zurück zu den Anfängen. Zu den Grundlagen von Musik, von Rhythmus, von Stimmungen. Das ist natürlich hart, wenn man keine musikalische Ausbildung hat. Es ist schon eine extreme Art zu singen: Manchmal verstärken sich die vier Töne des Gesangs gegenseitig so sehr, dass vom Publikum ein fünfter Oberton wahrgenommen werden kann, obwohl genau dieser von keiner der Stimmen tatsächlich gesungen wird.

Es bedarf also viel Übung?

Krigström: Da ist es wie mit allem. Ein wirklich gutes Barbershop-Quartett kann diese klingenden Akkorde erzeugen. Das sollte auch das Ziel sein.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Konzerte vor? Wird da noch gemeinsam geübt oder haben Sie das gar nicht mehr nötig?

Krigström: Gute Vorbereitung bedeutet vor allem, dass man ausgeruht sein sollte und sich auch mental auf den Auftritt einstellen konnte.

Und haben Sie ein Geheimrezept bei Heiserkeit?

Krigström: Um Heiserkeit vorzubeugen, trinken wir viel. Nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte. Außerdem hilft viel Schlaf und Aufwärmen in einer dampfend heißen Dusche.

Die Entwicklung ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert.

Sie haben schon unzählige Preise gewonnen. Gibt es da überhaupt noch Ziele?

Krigström: Unser Ziel hat sich verändert. Es geht uns jetzt weniger darum, viele Preise zu gewinnen, als den Barbershop-Gesang weiter bekannt zu machen. Es gibt seit fast 80 Jahren Barbershop-Vereinigungen. Die Entwicklung ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert und zu einem großen Ding überall auf der Welt geworden. Ganz besonders aber in Deutschland und in unserer Heimat Schweden.

Was wird Ihre Gäste in Baden-Baden erwarten?

Krigström: Die Leute dürfen sich auf eine energiegeladene A-cappella-Show freuen. Mit jeder Menge Abwechslung und Leidenschaft. Wir freuen uns sehr darauf.