Neubau im Metzenacker: Das Rote Kreuz Bühl-Achern hat Mitte Dezember die Baden-Badener Rettungswache in Betrieb genommen. Das neue Domizil bietet deutlich mehr Platz als der frühere Standort im Feuerwehrgebäude. | Foto: Rudolphi

DRK baut in Baden-Baden neu

Die neue Rettungswache erleichtert vieles

Uwe Begett kommt richtig ins Schwärmen: „Das ist eine Verbesserung um 200 Prozent“, sagt der Leiter der DRK-Rettungswache mit Blick auf das neue Domizil auf dem Areal des früheren städtischen Bauhofs im Metzenacker. Der neue Standort habe viele Vorteile im Vergleich zur früheren Unterkunft in der Feuerwache, wo die Leitstelle des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern, der für das Rettungswesen in Baden-Baden zuständig ist, fast 40 Jahre untergebracht war.

Umzug war am 10. Dezember

Am 10. Dezember hat das Rote Kreuz den Neubau bezogen. „Den Umzug haben die Mitarbeiter selbst gemacht“, lobt Felix Brenneisen, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern, das Engagement.
Mittlerweile haben sich die Rettungsteams an ihrem neuen Arbeitsplatz eingewöhnt. „Ein paar Kleinigkeiten müssen sich aber noch einspielen“, erläutert Oliver Schmid, der stellvertretende Leiter der Rettungswache. Beispielsweise funktioniert die Ampelschaltung noch nicht, die den DRK-Fahrzeugen an der Kreuzung Im Metzenacker/Schwarzwaldstraße bei einem Einsatz Vorrang gewähren soll, weil die benötigte Software noch nicht installiert ist.

Die Leitstelle hat 800 Quadratmeter Fläche

Die neue Wache ist mit rund 800 Quadratmetern Fläche etwa viermal größer als das bisherige Domizil. Sie bietet unter anderem einen großen Aufenthaltsraum mit Esstisch und Sitzgruppe sowie eine moderne Küche, um den Einsatzkräften die Arbeit rund um die Uhr so angenehm wie möglich zu machen. Uwe Begett zufolge sind in der Tagschicht 15 und in der Nachtschicht sechs Mitarbeiter (inklusive Notarzt) im Dienst. Für die Rettungskräfte dauert eine Schicht zwölf Stunden, für die Mitarbeiter im Krankentransport acht Stunden.

Der Notarzt ist in der Wache stationiert

Um sich entspannen und eventuell ein wenig schlafen zu können, stehen sieben Ruheräume, die jeweils mit einem Bett ausgestattet sind, zur Verfügung. Auch der Notarzt ist inzwischen nicht mehr in der Klinik Balg, sondern direkt in der Rettungswache stationiert. „Das ist ein echter Mehrwert für die Bürger, weil sich dadurch die Anfahrtszeit bei einem Einsatz verkürzt“, erläutert Brenneisen.

Hygieneschleusen verhindern Infektionen

Zudem freuen sich die Mitarbeiter, dass es jetzt endlich getrennte Umkleideräume für Frauen und Männer gibt. „Der Zustand in der früheren Wache mit gemeinsamen Umkleiden war nicht mehr tragbar“, betont Begett. Zwischen den Umkleideräumen und der Wagenhalle sind sogenannte Hygieneschleusen mit Duschen eingerichtet, in denen sich die Sanitäter nach einem Einsatz bei Kranken oder Verletzten mit Infektionen waschen können.

Umkleideraum in der Rettungswache 03.02.2017
Jetzt getrennt: Umkleideräume für Frauen und Männer. | Foto: Rudolphi

Die Wagenhalle bietet neun Stellplätze

Die Fahrzeughalle bietet Platz für vier Krankentransporter, drei Rettungswagen, das Fahrzeug für den Notarzt und einen Wagen, mit dem die derzeit acht Auszubildenden Einsätze üben. In der benachbarten Waschhalle können die Rotkreuzler nun auch die Wagen reinigen. „Wir müssen das nicht mehr im Freien machen“, freut sich Begett.

Platz für den Fuhrpark: Rettungswagen, Krankentrans- porter und Notarztfahrzeug sind in der Wache stationiert.
Platz für den Fuhrpark: Rettungswagen, Krankentrans-
porter und Notarztfahrzeug sind in der Wache stationiert.
| Foto: Rudolphi

Der Rettungsdienst umfasst 50 Mitarbeiter

Das Leitungsteam steuert von zwei Diensträumen aus den Betrieb der Rettungswache mit ihren rund 50 Mitarbeitern, zu denen auch Ehrenamtliche zählen. Neben Rettungseinsätzen und Krankentransporten ist das DRK auch für Hausnotrufe zuständig. Um bei Notfällen in die Wohnung kommen zu können, hängen in einem Depot etwa 300 gekennzeichnete Schlüssel.

DRK hält Zeit- und Kostenplan ein

„Der Neubau war für uns eine Punktlandung“, bekräftigt Brenneisen. Es sei gelungen, den Zeitplan und die veranschlagten Kosten von 1,5 Millionen Euro, von denen das Land 900 000 Euro übernimmt, einzuhalten. Nun freut sich das Rote Kreuz auf die offizielle feierliche Inbetriebnahme der Rettungswache am 17. Februar, zu der sich auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl angekündigt hat.