Kreativer Protest: Bei der Kundgebung des Bündnisses NoG20 am Rande des G-20-Treffens in Baden-Baden rollen die Globalisierungsgegner symbolisch eine Weltkugel durch Baden-Baden. | Foto: Bernd Kappler

Demo gegen G20 in Baden-Baden

Globalisierungsgegner machen mobil

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Sie singen, skandieren, trommeln – auf jeden Fall geht es lautstark zu, als die globalisierungskritischen Aktivisten  am Samstag durch die Baden-Badener Innenstadt ziehen. „Hoch die internationale Solidarität“ lautet einer der Schlachtrufe, den die Teilnehmer der NoG20-Demo immer anstimmen.

Bündnis NoG20 ruft zum Protest auf

NoG20 – dahinter verbirgt sich ein Bündnis von etwa 50 Organisationen und Gruppierungen, die beim Treffen der G-20-Finanzminister und -Notenbankchefs zu einem Zug durch die Innenstadt und einer Kundgebung auf der Fieserbrücke aufgerufen haben. Die Bewegung ist ein lockerer Zusammenschluss mit einem breiten Spektrum, das von attac über die Linke und die Gewerkschaft Verdi bis zum BUND und die Antifaschistische Initiative reicht.

Zug über den Leopoldsplatz: Die Demonstration führt auch über die zugeschüttete Baugrube in der Innenstadt. Dabei entzünden die Teilnehmer auch bengalische Feuer | Foto: Rudolphi

Rund 500 Aktivisten ziehen durch die Innenstadt

1 000 Teilnehmer hatten die Verantwortlichen von NoG20 für ihren Protest gegen den G-20-Gipfel erwartet. Aber nur rund 500 Globalisierungsgegner folgen  nach Angaben der Polizei dem Aufruf, in der Bäderstadt ihren Unmut gegen die Politik der G-20-Staaten kund zu tun. Vielleicht liegt es ja am nasskalten Wetter, das viele Sympathisanten davon abhält, nach Baden-Baden zu kommen.

Teilnehmer wollen Solidarität auf die Straße bringen

Diejenigen, die sich auf den Weg machen, um ihre Solidarität mit den hoch verschuldeten Ländern auf die Straße zu bringen, machen das mit großem Nachdruck. Los geht’s am frühen Nachmittag mit einer Auftaktveranstaltung auf der Fieserbrücke, mit Blickkontakt zum Kurhaus, wo die G-20-Minister tagen und Entscheidungen treffen, die aus Sicht von NoG20 wirtschaftlich schwächere Länder immer stärker in die Schuldenfalle treiben und erpressen.

Der Zug führt zur Fieserbrücke

Die Demonstranten ziehen von der Fieserbrücke durch die Kreuzstraße und Lichtentaler Straße, biegen dann in die Merkurstraße ein und marschieren über die Stephanienstraße in die Fußgängerzone, wo es am Blumebrunnen eine Zwischenkundgebung gibt. Dann geht es weiter bis zum Hindenburgplatz und über die Luisenstraße und den Lepoldsplatz zurück zur Fieserbrücke, wo die Abschlusskundgebung wartet.

Großes Polizeiaufgebot begleitet die Demo

Das Ganze begleitet von einem riesigen Polizeiaufgebot, das wahrscheinlich größer ist als die Zahl der Demonstranten. Doch die Einsatzkräfte müssen nicht eingreifen. Bis zum Schluss bleibt alles friedlich.

Kritiker inszenieren ihre Botschaft

Mit Transparenten machen die Globalisierungskritiker auf ihr Anliegen aufmerksam. „Grenzenlose Solidarität statt G20“ heißt es da etwa oder „Global gerecht statt G20“. Die Aktivisten inszenieren ihren Protestzug. Beispielsweise rollt eine riesige Erdkugel als Symbol für die angeblich geschundene Welt durch Baden-Badens Straßen. Und noch etwas fällt auf: Fast jede Gruppierung hat ihre eigene Musik. Ob Rap, Techno oder Samba-Trommeln – die Demo ist keineswegs zu überhören oder zu übersehen. Immer wieder bleiben Passanten stehen, um das Geschehen zu verfolgen.

Die Bewegung fordert eine solidarische Welt

Bei der Abschluss-Kundgebung machen die Aktivisten ihr Anliegen deutlich. Sie treten ein für eine solidarische Welt, in der es um die Bedürfnisse der Menschen und nicht um den Schutz von Banken und Großinvestoren gehe. Die G20 stünden für eine Politik, die aus Wirtschaftswachstum, Profitmaximierung und Konkurrenz zu Lasten der armen Länder ausgerichtet sei. Es sei deshalb erforderlich, dem eine solidarische und friedliche Welt entgegenzusetzen.

Weitere Infos zum G-20-Treffen gibt es hier.