Hier laufen die Fäden zusammen: Die Einsatzleitung der Polizei für das G20-Treffen ist im Revier in der Gutenbergstraße untergebracht. Rund 50 Beamte bereiten sich in einer Übung auf das Großereignis am 17. und 18. März vor. | Foto: Collet

G20-Treffen in Baden-Baden

Polizei simuliert ihre Einsätze

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Das Polizeirevier in der Baden-Badener Gutenbergstraße hat wohl selten ein so volles Haus. Der größte Raum in der sechsten Etage platzt fast aus allen Nähten: Dicht gedrängt sitzen und stehen Polizeibeamte vor Computern, nehmen Telefongespräche entgegen oder erhalten Informationen auf einer riesigen Wandtafel. Grund: In den beiden Obergeschossen ist das Hauptquartier untergebracht, in dem die Polizei sich auf das Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs am 17. und 18. März in Baden-Baden vorbereitet sowie ihre Einsätze plant und koordiniert.

50 Beamte spielen verschiedene Szenarien durch

Rund 50 Beamte der Schutz-, Kriminal- und Verkehrspolizei sowie der Verwaltung und der eigens für das G20-Treffen eingerichteten Stabsstelle kommen im Vorfeld des Gipfels zum ersten Mal zu einer sogenannten Stabsrahmenübung zusammen. „Wir spielen dabei verschiedene Szenarien durch“, erläutert Patrick Bergmann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg. Das Ganze basiert auf einer Art Drehbuch, das eine Arbeitsgruppe erstellt hat. „Wir versuchen, die komplette Bandbreite an denkbaren Vorfällen vom Verkehrsunfall bis zu einem möglichen Terroranschlag abzudecken“, betont Bergmann.

Polizisten koordinieren die Abläufe

Dabei gehe es darum, die Standards, die für jeden großen Polizeieinsatz gelten, auf die Besonderheiten des G20-Treffens in der Bäderstadt anzupassen. „In erster Linie wollen wir die Abläufe koordinieren, den Informationsfluss überprüfen und das Vorgehen bei Einsätzen abstimmen“, berichtet der Pressesprecher.

Die Fäden laufen bei der Stabsstelle zusammen

Die Fäden der Polizeiarbeit laufen in der Stabsstelle zusammen, die bereits im Sommer in der Gutenbergstraße ihre Arbeit aufgenommen hat – zunächst mit zwei Beamten. Dann ist sie nach und nach gewachsen. Zum Jahresende gehörten 40 Beamte dem Stab an, jetzt vier Wochen vor dem Treffen sind es Bergmann zufolge knapp 90. Um das Team unterzubringen, hat das Revier die beiden Obergeschosse freigemacht. Die normalerweise dort arbeitenden Kollegen seien einfach etwas enger zusammengerückt, meint der Pressesprecher.

Koordination ist gefragt: Das Team um Joachim Metzger, Reinhard Renter (Einsatzleiter), Markus Huber, Rainer Emig und Karl-Heinz Ploß (von links) stimmt sich ab.
Koordination ist gefragt: Das Team um Joachim Metzger, Reinhard Renter (Einsatzleiter), Markus Huber, Rainer Emig und Karl-Heinz Ploß (von links) stimmt sich ab. | Foto: Collet

Der Einsatzleiter zieht eine positive Bilanz

„Die Übung läuft sehr gut“, zieht Reinhard Renter, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Offenburg und Einsatzleiter beim G20-Treffen, eine positive Bilanz. Es habe zuvor einige Defizite bei der Abstimmung und beim Ablauf gegeben, räumt er ein. „Aber aus der Übung können wir nun lernen“, bekräftigt Renter. Die Simulation komme der Realität sehr nahe, da das Training die wichtigsten Daten wie etwa örtliche Gegebenheiten berücksichtige. „Zudem ist es wichtig, dass die Beamten einander kennenlernen“, sagt der Leiter und verweist darauf, dass Polizeikräfte aus mehreren Präsidien im Einsatz seien.

Die Öffentlichkeitsarbeit spielt eine wichtige Rolle

„Wir haben die großen Themen abgearbeitet. In den verbleibenden vier Wochen steht jetzt der Feinschliff an“, betont Renter. Da geht es etwa um die Unterbringung und Verpflegung der Beamten, aber auch darum, die Einsatzkräfte mit den Spezialeinheiten abzustimmen. Zudem spielt die Öffentlichkeitsarbeit eine immer wichtigere Rolle. Renter zufolge sind etwa 40 Beamten mit dieser Aufgabe betraut. Soziale Medien wie Facebook und Twitter stellten die Polizei nicht erst seit den Anschlägen von München und Berlin vor neue Herausforderungen.

Die Polizei twittert

Da Informationen sich in den sozialen Netzwerken rasend schnell verbreiteten, müsse die Polizei in der Lage sein, eventuell gegensteuern zu können, skizziert der Einsatzleiter die Aufgabe. Ob ein unfallbedingter Stau oder ein Vorfall bei den bereits angekündigten Demonstrationen – die Polizei setzt deshalb nicht nur beim G20-Treffen verstärkt auf Informationen über Twitter.

„Im Moment ist alles auf Grün“

Nach Renters Einschätzung ist die Polizei auf das zweitägige Großereignis gut vorbereitet. „Im Moment ist alles auf Grün“, meint der Einsatzleiter. Die heiße Phase beginne eine Woche vor dem Treffen. Die Polizei werde alles tun, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten und die Beeinträchtigungen für die Bürger und vor allem die Anwohner in der Sicherheitszone so gering wie möglich zu halten.