Prägt das Stadtbild von Baden-Baden: die Stiftskirche auf dem Florentinerberg. Sie ist das älteste Gebäude der Bäderstadt, das noch genutzt wird.
Prägt das Stadtbild von Baden-Baden: die Stiftskirche auf dem Florentinerberg. Sie ist das älteste Gebäude der Bäderstadt, das noch genutzt wird. | Foto: Bernd Kamleitner

Warten auf den Startschuss

Sanierung der Stiftskirche in Baden-Baden: Fast so spannend wie ein Krimi

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Der Startschuss wird sehnlichst erwartet, aber der genaue Termine steht immer noch nicht konkret fest: Die Seelsorgeeinheit Baden-Baden wartet noch auf einen Bescheid des Bundes, um mit der Sanierung der Stiftskirche beginnen zu können. Noch herrscht Zuversicht, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

Fast so spannend wie ein Krimi verlaufen die letzten Abstimmungsprozesse für die Sanierung der Stiftskirche Baden-Baden. Unter anderem geht es dabei um die Sicherung eines Zuschusses des Bundes über immerhin 750.000 Euro für die mit Kosten von insgesamt rund sieben Millionen Euro angesetzte größte Baumaßnahme der Kirchengemeinde.

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Nach einer vierstündigen Sitzung mit Behördenvertretern  waren dann aber alle noch ausstehenden behördlichen Hindernisse wohl ausgeräumt. Mit am Tisch saß auch ein Vertreter von Staatsministerin Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das berichtete Pfarrer Michael Teipel  vor Journalisten.

Stiftskirche gilt es national wertvolles Denkmal

Der stattliche Zuschuss des Bundes ist ein Indiz für die Bedeutung der jahrhundertealten Stiftskirche als national wertvolles Denkmal. Die Überweisung der in Bonn sitzenden Behörde drohte aber auszubleiben, wenn die Sanierungsarbeiten ohne einen erteilten Förderbescheid begonnen hätten.

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Dieser Fall konnte jedoch abgewendet und ein sogenannter förderunschädlicher Baubeginn ins Visier genommen werden. „Ich muss noch ein Fax nach Bonn schicken“, erläuterte Teipel die ausstehende Tätigkeit, um den bevorstehenden Startschuss der Kirchensanierung durch die Einhaltung der Förderrichtlinien abzusichern.

Von der Maßnahme haben wir alle was.

Pfarrer Michael Teipel

Das Millionenprojekt ist ohnehin ein äußerst komplexer Vorgang. „Es ist wie auf dem Schachbrett: Man muss mehrere Dinge gleichzeitig im Blick haben“, zieht der Seelsorger einen Vergleich. Einen wesentlich Unterschied zum königlichen Spiel sieht er aber schon: Bei der Kirchensanierung gibt es keinen Verlierer: „Von der Maßnahmen haben wir alle was!“

Warten auf Bescheid aus Bonn

Eigentlich sollte der Gerüstbauer bereits seit dem 15. Januar am Kirchturm auf dem Florentinerberg am Werk sein. Doch dieser Termin ließ sich nicht halten. Jetzt soll es aber demnächst endlich losgehen. Der genaue Termin hängt von der Nachricht aus Bonn ab.

Turmsanierung ist der Auftakt

Die Turmsanierung ist der Auftakt für die in mehrere Bauphasen aufgeteilte Kirchensanierung, die bis Weihnachten im Jahr 2023 abgeschlossen sein soll. Die Innensanierung soll im August beginnen.

Bildkarten mit Motiven aus der Stiftskirche werben für Patenschaften, mit denen sich Förderer an den Kosten der Kirchensanierung beteiligen können
Bildkarten mit Motiven aus der Stiftskirche werben für Patenschaften, mit denen sich Förderer an den Kosten der Kirchensanierung beteiligen können. | Foto: Bernd Kamleitner

Ein wesentlich späterer Beginn der Arbeiten am Kirchturm könnte das Projekt noch gefährden, weil die Arbeiten witterungsabhängig sind und nur in einem Zeitfenster erledigt werden können, in dem kein Frost droht. „Wir brauchen bestimmte Temperaturen, damit der Mörtel abbinden kann“, erläuterte Teipel.

20 Kubikmeter Sandstein müssen ausgetauscht werden

Sollte sich der Baubeginn unerwartet deutlich verzögern, wäre eine Verschiebung der Maßnahme um ein Jahr die Folge. Am Turm müssen unter anderem 20 Kubikmeter Sandstein ausgetauscht werden. Probleme bereiten nicht etwa Steine aus früheren Jahrhunderten, sondern jene, die bei der Sanierung vor fünf Jahrzehnten eingebaut wurden.

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„Das Alte bleibt erhalten, das Neue wird erneuert“, formulierte Teipel. Will heißen: Damals wurden schadhafte Stellen mit Steinen ausgebessert, die wie Kacheln mit Stahlstiften vor den beschädigten Teilen angebracht wurden. Die Stifte korrodierten im Laufe der Jahre: „Der Schaden ist verschlimmbessert worden“, resümierte Teipel.

An diesem Sonntag, 9. Februar, lädt die Seelsorgeeinheit zu einer Info-Veranstaltung zur Kirchensanierung und der Spendenaktion ein. Beginn ist um etwa 10.45 Uhr nach dem Gottesdienst. Treffpunkt ist in der Kirche und nicht, wie zunächst geplant, im Gemeindehaus.