Vorsichtsmaßnahmen sind an vielen Stellen im öffentlichen Leben einzuhalten. Hintergrund ist die Coronavirus-Pandemie.
Vorsichtsmaßnahmen sind an vielen Stellen im öffentlichen Leben einzuhalten. Hintergrund ist die Coronavirus-Pandemie. | Foto: Bernd Kamleitner

Ist der Wendepunkt erreicht?

Seit Freitag ist die Zahl der Corona-Fälle im Stadtkreis Baden-Baden und Landkreis Rastatt nicht mehr gestiegen

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Die Einschränkungen zeigen offenbar Wirkung: Noch gibt es bundes- und landesweit neue Fälle der Lungenerkrankung, aber die Zahlen steigen deutlich langsamer oder stagnieren sogar. Das gilt auf jeden Fall für den Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreis Rastatt.  Am 7. März wurden die ersten drei Fälle bekannt wurden. In den vergangenen Tagen sind dagegen keine neuen Infektionen gemeldet worden.

Damit wird der Stand schon seit dem 1. Mai gehalten. Seit gut sechs Wochen müssen die Menschen dagegen auch in der Region mit vielen Einschränkungen im Alltag leben, die zuletzt schon wieder etwas gelockert wurden. Eine Corona-Zwischenbilanz anhand von amtlichen statistischen Zahlen zum Stichtag 5. Mai.

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Ist das die Wende?

Ist das die Wende? 689 bestätigte Covid-19-Fälle wurden am Sonntag für den Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreis Rastatt bestätigt. Das waren auch die Zahlen vom Freitag,  1. Mai. Am Montag und Dienstag kam kein weiterer Fall hinzu.

Demnach gab es 504 Erkrankte im Landkreis Rastatt und 185 im Stadtkreis Baden-Baden. Eine Statistik, die die Zahl der Erkrankten in den einzelnen Landkreisgemeinden auflistet, gibt es vom zuständigen Landratsamt in Rastatt allerdings nach wie vor nicht.

 

Foto: BNN

Am 6. April wurde die Marke von 500 Erkrankten überschritten

Am 6. April war die Marke von 500 Erkrankten überschritten worden: Von 493 bestätigten Fällen im Land- und Stadtkreis war die Zahl auf 521 gestiegen. Über 100 Erkrankte waren erstmals im Stadtkreis mit 108 und im Landkreis mit 130 jeweils am 19. März gemeldet worden. Die meisten Corona-Patienten wurden vom 31. März bis 2. April stationär behandelt. Vom 4. bis 6. April waren alle 16 für Covid-Patienten zur Verfügung stehenden Beatmungsplätze in der Klinik in Baden-Baden-Balg belegt.

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Bislang 32 Todesfälle

Die traurige Seite der Coronavirus-Pandemie im Stadt- und Landkreis sind 32 Todesfälle: 13 im Landreis und 19 im Stadtkreis. Damit hat Baden-Baden mit weniger aber mehr älteren Einwohnern als im Landkreis deutlich mehr Todesopfer zu beklagen.

Die mit Abstand am meisten Todesfälle waren bislang in der Altersgruppe der 80 bis 89-jährigen zu beklagen: 15. Vier Menschen, die an Corona starben, waren 90 Jahre und älter, acht im Alter von 70 bis 79 Jahren und fünf im Alter von 60 bis 69 Jahren.

Gefährdet: 51- bis 65-Jährige

Die Altersgruppe der 51- bis 65-Jährigen verzeichnet im Stadtkreis und im Landkreis die mit Abstand meisten Covid-19-Fälle (233). Auf Rang zwei dieser Statistik folgen die 36- bis 50 Jährigen (139) vor den 22- bis 35-Jährigen (113) und den 66- bis 80-Jährigen (104).

Männer  häufiger als Frauen betroffen

Auch zwei kleine Kinder in der Altersgruppe der Null- bis Vierjährigen sind erkrankt, ebenso 18 Fünf- bis 14-Jährige und 25 aus der Gruppe der  15- bis 21-Jährigen sowie 55 Menschen, die älter als 81 Jahre sind. Männer erkranken häufiger an Covid-19 als Frauen. Zum Stichtag dieser Statistik waren unter den Erkrankten 364 Männer und 325 Frauen.

Erfreulich: Es gibt immer mehr Genesende

Erfreulich ist die steigende Zahl der Menschen, die nach einer Covid-19-Erkrankung in der Region wieder genesen. Zum Stichtag am 5. Mai waren es in der Region insgesamt 592, davon 446 im Landkreis Rastatt und 146 im Stadtkreis Baden-Baden. Quarantäne war dagegen noch für 65 Fälle angeordnet: 45 im Landkreis und 20 im Stadtkreis.

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Angesteckte Pflegekräfte

Das Klinikum Mittelbaden meldete zum Stichtag 30. April insgesamt 400 Abstriche beim Personal der Häuser. Dabei seien 23 Mitarbeiter positiv getestet worden, hauptsächlich im privaten Umfeld.

Der Verdacht auf eine Ansteckung in einer der Kliniken – im Fachjargon nosokomiale Infektion – in Bühl, bestehe bei lediglich fünf Mitarbeitern, heißt es. Keine der Betroffenen habe auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Finanzielle Folgen

Die finanziellen Folgen der Coronakrise sind noch lange nicht absehbar. Große Einnahmeverluste verzeichnet auch das Klinikum Mittelbaden mit seinen Häusern, weil die Bettenbelegung auf Wunsch der Bundesregierung deutlich abgesenkt wurde.

Eine erste Finanzspritze vom Bund über 2,3 Millionen Euro ist bereits eingegangen. Mit rund 500.000 Euro wurde die Bereithaltung von Kapazitäten auf Intensivstationen gefördert. Der kaufmännische Geschäftsführer der Klinikum Mittelbaden GmbH, Jürgen Jung, rechnet frühestens Ende Mai mit einer „seriösen Abschätzung über die Gesamtfolgen“ der Corona-Krise.