Das Los eines Sport-Stars: Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber musste nach der Ehrung zur Sportlerin des Jahres auf der Bühne des Bénazetsaals einen Interviewmarathon absolvieren.
Das Los eines Sport-Stars: Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber musste nach der Ehrung zur Sportlerin des Jahres auf der Bühne des Bénazetsaals einen Interviewmarathon absolvieren. | Foto: Merkel

Jubiläumsveranstaltung

Großes Kino bei der Sportler-Gala in Baden-Baden

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Zum 50. Mal machte die Gala „Sportler des Jahres“ im Kurhaus Station. Was den rund 700 geladenen Gästen im Bénazetsaal und den Millionen von Zuschauern bei der vom ZDF übertragenen Jubiläumsveranstaltung diesmal geboten wurde, war großes Kino.

Stehende Ovationen bei den Ehrungen – das gab es bislang nur in Ausnahmefällen. Bei der jüngsten Auflage der Sportler-Gala war es etwas anders. Als die Sieger in den Kategorien „Sportler“, „Sportlerin“ und „Mannschaft“ aufgerufen wurden, erhoben sich die Anwesenden und spendeten den Ausgezeichneten minutenlang Beifall. Die Sportjournalisten hatten offensichtlich eine gute Wahl getroffen und den „Richtigen“ die ersten Plätze zugewiesen.

Sportlerin mit Schicksalsschlag

Einen ganz speziellen Auftritt hatte Kristina Vogel. Die weltbeste Bahnradfahrerin, die nach einem Trainingsunfall querschnittsgelähmt ist, konnte neben dem Pokal für Rang zwei bei der Sportlerinnen-Wahl auch den „Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport“ in Empfang nehmen. Trotz des schweren Schicksalsschlags berichtete Vogel von ihrer positiven Lebenseinstellung, was nicht wenige im Saal zu Tränen rührte.

Heute gehört dir die Bühne.

Der Ausstrahlung Vogels konnte und wollte sich auch der eigentliche Star des Abends, die Tennis-Queen Angelique Kerber, nicht entziehen. Die ungemein souverän und sympathisch wirkende Wimbledon-Siegerin meinte: „Kristina, du bist mit deiner Einstellung ein Vorbild für mich. Ich ziehe alle meine Hüte vor dir. Heute gehört dir die Bühne.“

Ehrengäste bei Sportler-Gala

Angesichts solcher Momente geriet auch das Erscheinen zweier Überraschungsgäste in den Hintergrund. Dass Fußball-Bundestrainer Jogi Löw der Sportler-Gala seine Aufwartung machte, spricht sicherlich nicht gegen den Mann, der bei der WM in Russland seine schwärzeste Stunde als Coach erlebte. Und schließlich war da auch noch ein gewisser Boris Becker, der die Laudatio auf Tenniskollegin Kerber hielt. Der Leimener entschwand zwar relativ schnell, ließ sich aber zuvor bereitwillig ablichten.

Sympathieträger mit Kufen

Keinerlei Berührungsängste mit den normalen Volk im Saal hatten die Spieler der Eishockey-Nationalmannschaft. Die Silbermedaillengewinner von Pyeongchang wurden in Baden-Baden ihrem Ruf als Sympathieträger vollauf gerecht. Unschwer zu erkennen waren die Kufencracks an ihren Kopfbedeckungen.

Tanzen nach der Ehrung

Als Zugabe zum Siegerpokal gab es für jeden Spieler einen Pepita-Hut, mit dem an den ehemaligen Bundestrainer Xaver Unsinn erinnert wurde. Die Akteure um die früheren NHL-Stars Christian Ehrhoff und Marcel Goc trugen ihren ungewöhnlichen Kopfschmuck bis in die frühen Morgenstunden – unter anderem auch beim Abtanzen auf dem zur Disco umfunktionierten Saalparkett.

Ich bin von den Emotionen übermannt.

Während sich die Besucherschar im Anschluss an den offiziellen Teil der Sportler-Gala im Foyer amüsierte, lehnte sich Klaus Dobbratz, Chef des Wahl-Veranstalters Internationale Sport-Korrespondenz (ISK), erleichtert zurück. „Ich bin geradezu sprachlos und von den Emotionen übermannt. Das war eine der bisher schönsten Veranstaltungen. Der Funke ist von Beginn an übergesprungen. Ich bin stolz, dass wir in Deutschland solche Sportler haben.“

Bis zum nächsten Jahr

Keinen Zweifel ließ Dobbratz daran, dass die Sportler-Gala auch im nächsten Jahr in Baden-Baden stattfinden soll. Termin: 15. Dezember.