Perfektes Styling: Der Baden-Badener Haarkünstler Klaus Späth verhilft den Stars vor der Gala "Sportler des Jahres" zu einem glänzenden Aussehen. | Foto: Beatrix Ottmüller

Vor der Gala in Baden-Baden

Sportler wollen gestylt sein

Figaro, Figaro – wenn es um einen öffentlichen Gala-Auftritt wie bei der Kür der Sportler des Jahres in Baden-Baden vor einem Millionenpublikum geht, sind Haarkünstler und Make-up-Artisten wie Klaus Späth gefragte Leute. Denn ohne geht es nicht. Die Kamera verzeiht nichts. Da muss schon der Profi ran. Klaus Späth, der in der Lange Straße einen Salon hat, ist so einer. Bereits in seiner Friseurlehre nahm der Baden-Badener an Meisterschaften teil, wurde Landesmeister und Deutscher Meister und machte sich so als Haar- und Make-up-Künstler einen Namen. Bald wurde er für Shows, Fernsehsendungen und Shootings aller Art gebucht und ist seit über zehn Jahren für das perfekte Aussehen der „Sportler des Jahres“, deren Kür im Kurhaus ansteht, verantwortlich.

Schöne Sportler

„Ich kann unter Druck arbeiten. Bei Meisterschaften hat man für eine Frisur 20 Minuten Zeit. Dann muss es perfekt sein. Wenn man für das Fernsehen arbeitet, ist das ähnlich. Morgen müssen um 17.30 Uhr alle Frisuren und Make-ups sitzen.“ Klaus Späth lächelt entspannt, wenn er das sagt und lässt dabei vergessen, dass dieser Tag für ihn und sein fünfköpfiges Team ein Großkampftag ist. 35 bis 40 Sportler, darunter Biathletin Magdalena Neuner, Speerwerferin Christina Obergföll, Hammerwerferin Betty Heidler, Schwimmerin Daniela Schulte und Kugelstoßerin Christina Schwanitz, müssen für den großen Abend zurechtgemacht werden, der um 18 Uhr mit der Ankunft der Sportstars auf dem Roten Teppich vor dem Kurhaus beginnt.

20 Minuten Zeit

Das heißt Gas geben für Späth und sein Team. „Ich habe pro Sportler 20 Minuten Zeit für die Frisur. Das Make-up, ebenfalls nur 20 Minuten, übernimmt ein Mitglied meines Teams. Das bedeutet, dass wir keine Zeit haben zum Experimentieren“, erläutert er seine Arbeitsweise. Das Meiste geschehe bereits im Vorfeld. „Es ist für uns wichtig zu wissen, welche Kleider an dem Abend getragen werden, welche Frisur die betreffende Sportlerin auf dem Sportlerball in Berlin trug, der eine Woche früher stattfindet“, erläutert Späth.

„Jeder Typ ist anders“

Auch wer welches Make-up benötigt, muss er vorher klären. „Manche Sportler haben durch ihren Sport nicht die optimalen Haare oder die perfekte Haut. Bei den Schwimmern ist das der Fall. Das Chlorwasser greift an. Das müssen wir berücksichtigen“. Zudem muss jede Frisur anderes sein. Im Trend dieses Jahr lägen modern hochgesteckte Frisuren, die genäht aussehen. „Viele hätten gerne eine Frisur mit Locken und Wellen, sie stellen sich das feminin vor, was sie im Alltag oft nicht schaffen. Doch dieser Look ist für viele aufgrund ihrer Haarstruktur nicht ideal. Mit einer raffinierten Hochsteckfrisur sind sie besser bedient. Die meisten sind am Ende begeistert von dem Effekt, den wir erzielen und den ihr Auftritt bei anderen hervorruft“, weiß Späth, der manche Sportler seit Jahren betreut.

Stress gehört dazu

Stressig werde es allerdings, wenn ein Kunde seinen Termin nicht einhalten könne, zum Beispiel aufgrund der Straßenverhältnisse zu spät erscheine. „Ich bete, dass es morgen warm ist, es kein Schnee und kein Glatteis gibt. Dann haben wir weniger Probleme.“ Was Späth an den Sportlern schätzt, ist deren Disziplin. „Sie stehen jeden Tag auf und geben ihr Bestes. Sie sind unkompliziert, sozial und menschlich. Die wenigsten haben Starallüren. Das kommt nur bei den Spielerfrauen vor, die den ganzen Tag nur damit beschäftigt sind, gut auszusehen“, meint er.

HD-Fernsehen erfordert besonderes Make-up

Gefragt für den Abend sei ein HD-Make-up, das eine Pigment-Deckung von 65 Prozent biete. Ein normales Make-up komme lediglich auf 25 Prozent. Im HD-Fernsehen seien die Gesichter immer ein Stückchen breiter, das müsse er gestalterisch berücksichtigen und ein bisschen tricksen. Zudem kämen die Farben ganz anders zur Geltung. Das Make-up dürfe daher weder zu hell noch zu dunkel sein. „Manche erschrecken, wenn sie sich im Spiegel sehen. Auch Sportler, die in der Öffentlichkeit stehen. Denn das Make-up für einen Liveauftritt im Fernsehen ist ein ganz anderes als das für ein Foto-Shooting.“

Am Ende perfekt

Klaus Späth ist es ein Anliegen, das Beste aus jedem herauszuholen. „Ich finde es toll, die Sportler einmal so perfekt gestylt zu sehen, denn meist kennt man sie nur verschwitzt.“

Beatrix Ottmüller