Teil einer Installation: Die Große Sonderausstellung des Landes in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden bezieht den Stumpf des Mammutbaums in der Allee ein. | Foto: Rudolphi

Kunsthalle Baden-Baden

Ein Mammutbaum wird zum Kunstwerk

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Wie wird ein Mammutbaum zum Kunstwerk? Ganz einfach, er wird Teil einer Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Das steht demnächst dem stattlichen Baum, oder besser, was noch davon übrig ist, in der Lichtentaler Allee bevor. Nur noch ein etwa zehn Meter hoher Stumpf ist von dem Riesen in der Nähe des Museums Frieder Burda erhalten, nachdem das städtische Fachgebiet Park und Garten ihn vor einigen Wochen aus Sicherheitsgründen fällen lassen musste, weil der Baum stark geschädigt war.

Das Museum gestaltet eine Große Sonderausstellung des Landes

Dieser Mammutbaum bekommt nun seinen großen Auftritt, wenn die Kunsthalle ihn in die bevorstehende Große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg einbeziehen wird. Was genau dann mit dem Stumpf passieren, verrät Johannes Honeck, der in der Kunsthalle für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, im BNN-Gespräch nicht. „Wir wollen natürlich die Neugierde wecken“, bekräftigt er. „Wir werden selbstverständlich sehr behutsam mit dem Baum umgehen und auch den Ort, an dem er steht, berücksichtigen.“

Die Schau dreht sich um das Ausstellen des Ausstellens

Nach der Großen Landesausstellung „Gutes böses Geld“ im Jahr 2016 ist die Große Sonderausstellung ein weiteres Projekt der Kunsthalle, das das Land fördert. Dieses Mal geht es um das „Ausstellen des Ausstellens. Von der Wunderkammer der kuratorischen Situation“, wie der Titel der Schau lautet, die vom 3. März bis 17. Juni zu sehen ist.

Mehrere hundert Exponate sind zu sehen

Sie spannt einen Bogen, um sichtbar zu machen, wie etwa frühe Kunstkammern Objekte präsentierten, welche Formen des Zeigens im 20. Jahrhundert existierten und wie Kunst sich heute zeigen lässt. Diese Geschichte des Ausstellens versammelt mehrere hundert Exponate.

Neues Aussehen: Silke Stock gestaltet das Café der Staatlichen Kunsthalle mit Plakaten früherer Ausstellungen. | Foto: Rudolphi

Die Kunsthalle bezieht den städtischen Raum ein

Wie vor zwei Jahren bespielt die Große Sonderausstellung nicht nur die Kunsthalle, sondern wagt den Sprung hinaus. „Wir legen verschiedene Streubomben in der Stadt“, meint Direktor Johan Holten. Das heißt: Heute lässt sich fast jeder beliebige Ort – auch weitab traditioneller Ausstellungsinstitutionen – zum temporären Ausstellungsort umfunktionieren, indem er zu einer kuratorischen Situation wird.
Das künstlerische Zeigen erstreckt sich also weit in den Stadtraum hinein – etwa in die Lichtentaler Allee.

Eine Künstlerin zeigt eine Performance in der Caracalla Therme

Und es gibt weitere Orte: Die US-amerikanische Künstlerin Kaari Upson ist mit einer Performance in der Caracalla Therme präsent. Claudia de la Torre wiederum transformiert die traditionsreiche Buchhandlung Straß, indem sie in einem Regal die Bücher umdreht, so dass nicht deren Rücken, sondern die Schnitte zu sehen sind. Zudem sind das Museum Frieder Burda und das Alte Dampfbad mit im Boot.

Oosbrücke mit „Liebesschlössern“ wird Teil der Ausstellung

Aber auch die Kolonnaden, die in diesem Jahr 150 Jahre alt werden, sind Teil der Ausstellung: Die Confiserie Rumpelmayer wird einen Marzipan-Kuchen, den eine Künstlerin gestaltet hat, anbieten.
Weiter bezieht die Staatliche Kunsthalle Schaufenster von Geschäften in der Innenstadt ein. Und selbst die Brücke, die bei der Trinkhalle über die Oos führt und mit vielen „Liebesschlössern“ bestückt ist, wird sich zum Kunstwerk wandeln.

Wirkung nach außen: Die Oosbrücke mit den zahlreichen „Liebesschlössern“ bei der Trinkhalle erfährt ebenfalls eine künstlerische Gestaltung. | Foto: Rudolphi

Wir stoßen überall auf offene Ohren

Johannes Honeck freut sich, welche Resonanz die verschiedenen Projekte für die Große Sonderausstellung in der Stadt findet: „Die Begeisterung ist sehr groß. Wir stoßen überall auf offene Ohren.“
Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden eröffnet die Große Sonderausstellung mit dem Titel „Ausstellen des Ausstellens. Von der Wunderkammer der kuratorischen Situation“ am Freitag, 2. März, um 19 Uhr. Sie ist dann bis zum 17. Juni zu sehen.

Weitere Infos unter www.kunsthalle-baden-baden.de.