Mehr Plätze in der Kita: Die Stadt möchte die Betreuungsquote steigern. Derzeit kommen 1 636 Kinder in den Einrichtungen unter. Hinzu kommen 150 Plätze in der Tagespflege.
Mehr Plätze in der Kita: Die Stadt möchte die Betreuungsquote steigern. Derzeit kommen 1 636 Kinder in den Einrichtungen unter. Hinzu kommen 150 Plätze in der Tagespflege. | Foto: dpa/Hildenbrand

Bedarf weitgehend gedeckt

Stadt Baden-Baden erweitert die Zahl der Kita-Plätze

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Das Rathaus kann auch in den beiden kommenden Jahren am Bedarfsplan für die Kinderbetreuung arbeiten. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die dafür beantragten Planungskosten von 100.000 Euro einstimmig bewilligt. Aktuell stehen in Baden-Baden 32 Kindertageseinrichtungen zur Verfügung, rund 90 Prozent sind in katholischer, evangelischer oder freier Trägerschaft. Den Rest betreibt die Stadt selbst.

Das Angebot umfasst 1 636 Kita-Betreuungsplätze, hinzu kommen 150 Plätze in der Tagespflege, wie Steffen Miller, der Leiter des Fachgebiets Kindertagesbetreuung und Jugendförderung, den Stadträten erläuterte. Die Betreuungsquote bei Kindern unter drei Jahren liegt bei knapp 32 Prozent, bei den Kindern zwischen drei und sechs Jahren sind es rund 90 Prozent. Wie berichtet, soll sich die Betreuungsquote bei Kleinkindern auf annähend 38 Prozent steigern, bei den Ü3-Kindern sind 97,5 Prozent angepeilt.

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Neuer Kindergarten wird gebaut

Um den wachsenden Bedarf zu decken, hat die Stadt im Kindergarten Regenbogen in Steinbach zusätzliche Plätze geschaffen. Die neue Kita im Keltenweg befindet sich derzeit im Bau. Als letztes Projekt kommt der Kindergarten auf dem Campus der EurAka in der Cité hinzu. Er wird voraussichtlich Ende 2020 in Betrieb gehen.

Danach dürfte es vorerst auf diesem hohen Niveau bleiben.

Miller zufolge ist angesichts der demografischen Entwicklung mit einem Höchststand beim Betreuungsbedarf im Jahr 2021 zu rechnen. „Danach dürfte es vorerst auf diesem hohen Niveau bleiben“, betonte der Fachgebietsleiter. Um für eine zunehmende Nachfrage gewappnet zu sein, sondiere die Verwaltung weitere geeignete Grundstücke und Gebäude. Ziel sei eine möglichst wohnortnahe Versorgung.

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Kita mit Online-Anmeldesystem

Miller zufolge hat sich das Online-Anmeldesystem bewährt. Bei der Einführung vor zehn Jahren sei die Stadt bundesweit Vorreiter gewesen. Es sei zwar nicht möglich, alle Elternwünsche nach einem Platz in einer bestimmten Kita zu erfüllen, in organisatorischer Hinsicht bedeute dieses Verfahren für die Verwaltung jedoch eine große Vereinfachung.

Stadt plant mit 100 Plätzen

Bürgermeister Roland Kaiser wies darauf hin, dass die Vorziehung des Stichtags für die Einschulung von September auf Juni bei der Bedarfsplanung für die Kita-Plätze nicht allzu sehr ins Gewicht falle. Rein rechnerisch müsste die Stadt etwa 100 Plätze bereithalten, da die neue Regelung Eltern die Option biete, ihre Kinder ein Jahr länger in der Kita zu lassen.

Die Lage habe sich aber entspannt, weil Kultusministerin Susanne Eisenmann von ihren ursprünglichen Plänen abgerückt sei, den Stichtag auf einmal von vorne zu verlegen. Kaiser zufolge erfolgt das jetzt schrittweise: über drei Jahre verteilt jeweils um einen Monat. Das trage dazu bei, die Situation zu entschärfen.