Künftig mehr Schüler am RWG? Im Unterschied zu den übrigen Gymnasien ermöglicht es die Raumsituation dort, die Kapazität zu erhöhen. | Foto: Archivfoto: Weiss

Gymnasien in Baden-Baden

Stadt empfiehlt vierten Zug fürs RWG

Anzeige

Die Stadt Baden-Baden möchte am Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) einen vierten Zug installieren und die dafür benötigten weiteren Räume schaffen. Das geht aus dem Plan für die Schulentwicklung hervor, den die Verwaltung dem Schul- und Sportausschuss am Mittwoch, 5. Dezember, vorstellt. Nach diesem Entwurf bleibt es an den beiden weiteren städtischen allgemeinbildenden Gymnasien, dem Hohenbaden (Hoba) und dem Markgraf-Ludwig-Gymnasium (MLG), bei der bisherigen Zahl der Züge, weil dort die zusätzlich benötigten Räume fehlten.

Anzahl der Gymnasiasten steigt

Anlass für diese Neustrukturierung ist eine Forderung des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe, ein Gesamtkonzept zur Schülerlenkung an den städtischen Gymnasien vorzulegen, um die Zuschüsse für die geplanten Neu- und Umbauvorhaben an der Robert-Schuman-Schule und am RWG berechnen zu können. Demnach steigt die Zahl der Schüler an den drei Gymnasien in städtischer Trägerschaft seit dem Schuljahr 2015/16 wieder und damit auch die der Klassen (insgesamt drei mehr). Das RP führt sie bislang als zwei- beziehungsweise dreizügige Gymnasien mit insgesamt acht Zügen (RWG und MLG je drei, Hoba zwei). Nach Auskunft des Rathauses starteten die Gymnasien seit dem Schuljahr 2016/17 tatsächlich aber immer mit neun fünften Klassen, was unterm Strich knapp neun Zügen entspricht.

Stadt möchte Schulen attraktiv halten

Da die Geburtenzahlen gestiegen sind, rechnet die Verwaltung mit mehr Schülern an den Gymnasien, zumal die Übergangsquote der Baden-Badener Viertklässler dorthin weiter zugenommen hat und mittlerweile bei 59,4 Prozent liegt. Die Stadt sieht sich, wie es in der Beschlussvorlage heißt, in der Verantwortung, den zusätzlichen Bedarf an ihren Gymnasien abzudecken. Sie möchte ihre Schulen weiter attraktiv halten und vermeiden, dass Schüler wegen fehlender Kapazitäten an Gymnasien in anderen Gemeinden abwandern oder das RP sie an Schulen im Umland lenkt. Das Rathaus plädiert deshalb dafür, an einem städtischen Gymnasium einen weiteren Zug einzuplanen.

An MLG und Hoba fehlen Räume

Der Stadt zufolge ist dies nur am RWG umsetzbar, da das vorliegende Raumprogramm am MLG und Hoba „eklatante fehlende Programmflächen“ ausweise. Am MLG fehlen demnach zwischen 586 und 753 Quadratmeter. Die Situation dort sei bereits jetzt sehr beengt, so dass das Gymnasium drei Unterrichtsräume im Kinder- und Jugendbüro nutzen müsse. Zudem seien die naturwissenschaftlichen Räume dringend sanierungsbedürftig. Erschwerend komme hinzu, dass das MLG-Hauptgebäude unter Denkmalschutz steht und das komplette Schulareal der Gesamtanlagen-Schutzsatzung unterliegt und sich in der Kernzone des Welterbe-Antrags befindet.

Zusätzliche Zimmer im Schulzentrum West

Auch am Hoba sei ein weiterer Zug aufgrund der räumlichen Voraussetzungen mit einer Fehlfläche von 762 bis 870 Quadratmetern nicht möglich. Die derzeit etablierte Zweizügigkeit funktioniere nur, weil das Gymnasium zwei Klassenzimmer in der benachbarten Vincenti-Grundschule mitnutze. Am RWG hingegen fehlten nur 86 Quadratmeter. Die Verwaltung empfiehlt aus diesem Grund, dort einen vierten Zug einzurichten, zumal die Pläne zur Sanierung und zum Neubau im Schulzentrum West es ermöglichten, zusätzliche Klassenzimmer für ein vierzügiges Gymnasium zu schaffen.