Umweltstandards steigern wollen die Verkehrsbetriebe bei ihrer Busflotte. In diesem Jahr wird erstmals ein Bus mit Elektroantrieb angeschafft. Bis in fünf Jahren sollen sieben E-Busse durch das Stadtgebiet rollen. Foto: Kamleitner

Umsetzung von Umweltstandards

Baden-Baden: Auf der Tal-Linie rollen ab 2023 Busse mit Elektroantrieb

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Die Verkehrsbetriebe wollen bis zum Jahr 2024 ihre Busflotte auf noch mehr Umweltschutz trimmen und somit ihrem Anspruch („Umweltstandards kontinuierlich und signifikant steigern“) gerecht werden. In fünf Jahren soll der Anteil der Busse, die der Euro-VI-Norm entsprechen, bei 82 Prozent liegen. Im vergangenen Jahr lag er bei 36 Prozent, in diesem Jahr soll er schon auf 48 Prozent steigen.

Allein in 2019 sollen deshalb rund 1,93 Millionen Euro in sieben neue Fahrzeuge für die Baden-Baden-Linie (BBL) investiert werden. Größter Einzelposten ist ein neuer Gelenkbus. Dafür sind rund 380 000 Euro fällig. Beim Spritverbrauch schneiden moderne Fahrzeuge schon besser als Vorgängermodelle ab. Während Gelenkbusse bis Baujahr 2005 (Euro IV) noch knapp 54 Liter Diesel auf 100 Kilometer schlucken, kommt das Nachfolgemodell ab Baujahr 2018 (Euro VI) mit 47 bis 48 Litern aus.

Komplette Umstellung nicht zu erwarten

Eine komplette Umstellung der Flotte auf Elektroantrieb ist freilich vorerst nicht zu erwarten. Für die Topografie in Baden-Baden sind diese Typen bislang kaum geeignet. Zudem brauchen Klimaanlage im Sommer und die Heizung im Winter zusätzlich Energie. Das reduziert die Reichweite des E-Busses.

Die Stadtwerke setzen daher vor allem auf Hybridantrieb: Beim Anfahren wird der Diesel-Bus durch einen Elektromotor unterstützt. Beim Bremsen wird zudem Energie gespeichert. Hinzu kommt, dass der Motor beim Stopp an der Haltestelle ausschaltet. Gleichwohl sollen an der Oos auch Erfahrungen mit Elektroantrieb gesammelt werden. Ein sogenannter Midi E-Bus, der kürzer als ein Standardbus ist, steht bereits in diesem Jahr auf der Einkaufsliste. Kostenpunkt: 515 000 Euro.

Anteil an E-Bussen wird erhöht

Die Umstellung der Flotte schlägt aber nicht nur mit Anschaffungskosten zu Buche, sondern erzeugt weitere Kosten für die Infrastruktur zum Einsatz von E-Bussen. So müssen Lademöglichkeiten geschaffen werden. „Das kostet Millionen“, hieß es dazu jüngst im Betriebsausschuss.

Bis in fünf Jahren sollen sieben E-Busse im Stadtgebiet unterwegs sein. Neben dem Midi E-Bus sind sechs E-Gelenkbusse auf der künftigen E-Linie 201 (Oberbeuern, Lichental, Stadtmitte, Weststadt, Schweigrother-Platz, Bahnhof) vorgesehen. Die E-Linie soll bereits im Jahr 2023 mit vier E-Fahrzeugen starten. Ab 2020 soll jährlich ein neues Modell beschafft werden. Im Jahr 2024 soll dann der Anteil der E-Busse an der BBL-Flotte bei 14 (2019: zwei) Prozent liegen. Euro IV-Busse sollen bis dahin komplett ausgemustert sein.

Deutlicher Unterschied beim Spritverbrauch

Derzeit liegt ihr Anteil noch bei 25 Prozent. Euro-V-Modelle sind dann ebenfalls Auslaufmodelle. Nur zwei dieser Gelenkbusse sollen bis dahin noch im Einsatz sein – als Reserve, falls ein E-Fahrzeug ausfallen sollte.

Der BBL-Fuhrpark umfasst aktuell 48 Busse, darunter 19 Gelenkbusse. Den größten Anteil stellen die Solobusse mit 25. Die Unterschiede beim Spritverbrauch sind hier besonders krass: Modelle bis Baujahr 2003 liegen bei knapp 45 Litern auf 100 Kilometer. Diese Fahrzeuge haben bereits über eine Millionen Kilometer zurückgelegt. Bis Baujahr 2012 sinkt der auf knapp 41 Liter. Hybrid-Busse ab Baujahr 2015, davon rollen aktuell zwei im Stadtgebiet, geben sich mit knapp 29,5 Litern zufrieden.