Wieder für den Verkehr frei: Seit Montag fahren Autos ungehindert durch den Michaelstunnel, der von Freitag bis Montag wegen eines Fehlers in der Brandschutztechnik nachts gesperrt war.
Wieder für den Verkehr frei: Seit Montag fahren Autos ungehindert durch den Michaelstunnel, der von Freitag bis Montag wegen eines Fehlers in der Brandschutztechnik nachts gesperrt war. | Foto: Rudolphi

Sperrung ist vorbei

Technische Störung im Michaelstunnel in Baden-Baden ist behoben

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Die gute Nachricht: Der Michaelstunnel, der seit dem vergangenen Freitag wegen einer Störung der Brandschutztechnik über das Wochenende nachts gesperrt war, ist seit Montagnachmittag wieder regulär geöffnet. Die schlechte Nachricht: Die Ursache für den Fehler in der Elektronik ist nach wie vor unklar, die Suche und Analysen laufen.

Die Brandmeldeanlage hatte sich am Freitagmorgen nach Reinigungs- und Wartungsarbeiten nicht mehr in Betrieb nehmen lassen, wie Peter Riedinger, Abteilungsleiter bei den Stadtwerken, am Dienstag in einem Pressegespräch informierte.

Mitarbeiter beobachten Geschehen

Da der Fehler nicht zu beheben war, entschieden sich die Stadtwerke, die für den Betrieb des Tunnels zuständig sind, die Brandschutzüberwachung, die normalerweise elektronisch erfolgt, durch zwei Mitarbeiter zu übernehmen. Sie beobachteten das Geschehen im Tunnel jeweils von 6 bis 20 Uhr, nachts blieb die Verkehrsader aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Diese Verkehrsader ist für unsere Stadt extrem wichtig, zumal es kaum Ausweichstrecken gibt.

Bürgermeister Alexander Uhlig bedankte sich ausdrücklich für dieses Engagement, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Er machte aber deutlich, dass eine Tunnelsperrung die Ausnahme bleiben müsse. „Diese Verkehrsader ist für unsere Stadt extrem wichtig, zumal es kaum Ausweichstrecken gibt“, betonte der Dezernent. Im Falle einer Blockade seien Verkehrsbehinderungen und Staus fast unvermeidlich. Wenn eine Sperrung während eines Großereignisses wie dem bevorstehenden New Pop Festival oder dem Christkindelsmarkt erforderlich sei, seien die negativen Folgen kaum übersehbar.

Künftig doppelte Ersatzteile

Werner Schlamp von der Firma PKE Verkehrstechnik in Wien, wies darauf hin, dass bei der jüngsten Störung die drei Einheiten der Brandschutztechnik nicht mehr miteinander kommuniziert hätten. Marco Bohnert von der Firma Securiton in Achern, die Vertragspartner von PKE ist, berichtete, dass sie Mitarbeiter in den Tunnel geschickt habe, um den Fehler zu analysieren. Es sei aber erst am Montag gelungen, bestimmte Teilkomponenten des Systems auszutauschen. Um künftig für solche besser gerüst zu sein und schneller reagieren zu können, werde das Unternehmen einzelne Teile künftig doppelt auf Lager haben, um sie nicht erst beim Hersteller bestellen zu müssen.

Michaelstunnel 2011 generalsaniert

Schlamp wies darauf hin, er könne nicht garantieren, dass es auch in Zukunft zu Ausfällen elektronischer Komponenten kommen werde. Die im Michaelstunnel eingebauten Teile stammten aus der Generalsanierung im Jahr 2011. Sein Unternehmen sei zwar gesetzlich verpflichtet, sie regelmäßig zu inspizieren und zu warten, aber acht Jahre seien für digitale Bauteile eine sehr lange Zeit. „Sie unterliegen einfach einem immer kürzeren Zyklus“, sagte der PKE-Prokurist.

Täglich bis zu 20.000 Fahrzeugen

Bürgermeister Uhlig machte deutlich, dass es jetzt wichtig sei, Ursachenforschung zu betreiben, um den Fehler für den Ausfall zu finden und dann die erforderlichen Schritte einzuleiten. Er sei deshalb auch im Gespräch mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe. Wenn es keine technische Lösung der Probleme gebe, müsse es einen Austausch des kompletten Systems geben. Es sei für Baden-Baden nicht tragbar, mit dem Damoklesschwert einer wiederholten möglichen Sperrung des Tunnels zu leben, den täglich bis zu 20.000 Fahrzeuge passierten.