Gelatiere aus Leidenschaft: Antonio Agnello ist mit Eis groß geworden. Seine frisch hergestellten Variationen verkauft er unter anderem am Kiosk im Freibad Steinbach. Seit 1971 gibt es bereits das Eiscafé seines Vaters in Kuppenheim.
Gelatiere aus Leidenschaft: Antonio Agnello ist mit Eis groß geworden. Seine frisch hergestellten Variationen verkauft er unter anderem am Kiosk im Freibad Steinbach. Seit 1971 gibt es bereits das Eiscafé seines Vaters in Kuppenheim. | Foto: Bühler

Eismacher aus Leidenschaft

„Toni’s Eis“: Die Zitronen stammen aus der Heimat Sizilien

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Was macht ein gutes Eis aus und wie teuer darf es sein? Das ist eine zentrale Frage, die Naschkatzen und Eishersteller gleichermaßen beschäftigt. „Ein gutes Eis kann nicht billig sein, denn dafür sind schon die frischen Zutaten viel zu kostspielig“, stellt Antonio Agnello fest.

Entspannt sitzt der 47-Jährige mit sizilianischen Wurzeln vor dem Kiosk im Steinbacher Freibad. „Toni’s Eis“ steht in großen Lettern über dessen Eingang. Dass Toni’s Eis gut ist, davon haben sich schon etliche Besucher des Steinbacher Freibades überzeugt: Beim Verkauf kommen „Toni“ und seine Mitstreiter zuverlässig auf eine Quote von 70 zu 30. Will heißen: Weniger als ein Drittel seiner Eis-Kunden bestellen Eis am Stil oder in der abgepackten Tüte.

„Der Griff zum konventionell hergestellten Eis am Stiel geschieht in erster Linie aus Kostengründen. Sonst gibt es eigentlich kein Argument, warum man mein selbst gemachtes Speiseeis ausschlagen sollte“, stellt der Italiener fest, der seit rund sieben Jahren den Kiosk im Freibad Steinbach betreibt. Sein Vater hat als Gastarbeiter der ersten Generation in Kuppenheim eine Eisdiele eröffnet, in der heute auch die besonderen Kreationen von „Toni“ über die Theke gereicht werden.

„Ich bin in Sizilien aufgewachsen und habe, seit ich 14 bin, immer in den Sommerferien in der Eisdiele mitgearbeitet. Dann habe ich in Sizilien bei den Kollegen mitgearbeitet und eine Ausbildung zum Gelatiere absolviert“, sagt Antonio Agnello. „Meine Mutter macht seit 47 Jahren ununterbrochen Eis. Und zwar handgemachtes Eis. Das ist richtig Arbeit“, erzählt Toni die Geschichte vom Eis und seiner Familie.

Handgemachtes Eis ist richtig Arbeit

Eis machen ist in heißen Tagen eine schweißtreibende Arbeit, wenn es selbst hergestellt wird. Nicht nur der passionierte Umgang mit den teilweise erlesenen Zutaten will gelernt sein, auch die Eismasse an sich ist schwer, wenn sie am großen Rührstab hängt, und die vielen Schüsseln und Gefäße müssen selbstverständlich sofort nach der Herstellung der süßen Köstlichkeiten sorgfältig gereinigt werden.

„Beim Herstellen von Speiseeis ist aufgrund der Wärme und der leicht verderblichen Zutaten höchste Sorgfalt geboten. Alles muss möglichst ununterbrochen kühl gehalten werden und hygienisch einwandfrei aufbewahrt werden, bis die Kunden die Kugeln schließlich in den Becher oder die Waffel gedrückt bekommen“, beschreibt Agnello die Seitenaspekte der Arbeit.

„Man kann Eis natürlich so oder so machen“, sagt Toni, wie ihn seine Freunde im Schwimmbad nennen. Damit meint der umtriebige Italiener, der in Baden-Baden geboren wurde und der schließlich 1990 den elterlichen Betrieb übernahm, die Zutaten, die bei der Herstellung von italienischem Speiseeis zum Einsatz kommen. Milch, Sahne und Eier stammen für ihn selbstverständlich aus der näheren Umgebung.

Zutaten sind für Eisqualität entscheidend

„Für das Vanille-Eis kommt für mich nur die reine Vanille-Stange in Frage. Das ist ein bedeutender Kostenfaktor, denn der Preis für echte Bourbon-Vanille ist auf bis zu 7000 Euro je Kilo stark gestiegen“, betont Toni und weist darauf hin, dass er da keine Kompromisse mache. Und bei der Eissorte Zitrone kommen bei ihm nur „Zitronen aus meiner Heimat Sizilien in die Tüte.

Das geht an besonders heißen Tagen auch am meisten bei uns hier in Steinbach“, berichtet er. Per Spedition rollen dann die ausgesuchten gelben Früchte Richtung Baden, wo sie „im völlig neu ausgestatteten Labor von Hand sorgfältig ausgepresst werden“.

„Toni’s Eis“ ist weit bekannt

Das Eis von Toni, das in der eigenen Eisdiele in Kuppenheim hergestellt wird, ist über die Grenzen des Steinbacher Freibads hinaus bekannt. „Wenn es morgens schon heiß ist, müssen wir uns gut vorbereiten. Zum Glück habe ich ein gutes Team an Mitarbeitern in der Hinterhand, die aus meiner Familie stammen. Auf die kann ich mich verlassen.

An heißen Tagen wandern zwei Tonnen über Theke

Man muss sich vorstellen, dass wir an Hitzetagen schon mal bis zu zwei große Tonnen Eis über die Theke wandern lassen. Das geht nicht einfach so, sondern das muss sorgfältig geplant sein“, gibt Toni einen Einblick hinter die Kulissen.

Besonders stolz ist der gebürtige Italiener auf seine Mutter: „Fast 50 Jahre macht sie schon Eis. Nicht mehr lange, und wir werden dieses große Jubiläum richtig feiern. Unermüdlich sorgt sie für den Antrieb und hat die Abläufe im Blick“. Er und sein Team betreiben auch den Kiosk im Hardbergbad. Dort hat er aber ein extra Gebäude für den Eisverkauf.

Toni Agnello ist mit seinem Job zufrieden: „Wir haben hier viel zu tun. Und das ist okay. Wir machen gerne gutes Eis. Und der Kunde bekommt bei uns die Kugel immer mit einem Lächeln in die Waffel“, sagt er und streckt die Waffel strahlend über die Theke.