Reges Publikumsinteresse: Das Stadtmuseum in der Lichtentaler Allee zählte im vergangenen Jahr 9 324 Besucher.
Reges Publikumsinteresse: Das Stadtmuseum in der Lichtentaler Allee zählte im vergangenen Jahr 9 324 Besucher. | Foto: Kappler

Stadtmuseum Baden-Baden

Turgenev-Ausstellung erweist sich als Renner

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Das Stadtmuseum Baden-Baden wird die ursprünglich bis Anfang März terminierte Sonderausstellung „Russland in Europa – Europa in Russland. 200 Jahre Ivan Turgenev“ wegen des großen Besucherzuspruchs bis zum 7. April verlängern. Der 200. Geburtstag des russischen Dichters, der zeitweise in Baden-Baden gelebt hatte, war Anlass für eine außergewöhnliche Kooperation zwischen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Stadtbibliothek und dem -museum.

Evaluation der Ausstellung

Wissenschaftler und Studenten der Uni forschen an dem Projekt „Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken“, aus dem die Ausstellung hervorging, die neue Wege in der Präsentation von Literatur einschlägt, wie Heike Kronenwett, die Leiterin des Stadtmuseums und Stadtarchivs, in ihrem Jahresbericht 2018 für den Hauptausschuss erläutert. Ein interdisziplinäres Team evaluiert derzeit die Ausstellung, befragt Besucher und wertet die Ergebnisse aus. Die Ausstellung ist gleichsam das Pilotprojekt für das künftige „Mußeum – Museum der Literatur und Muße“ in der Stadtbibliothek.

Über 9000 Besucher

„Der Zuspruch ist enorm, die regelmäßig angebotenen Kuratorinnen-Führungen sind häufig schon im Voraus ausgebucht“, heißt es in dem Bericht. Der Erfolg der Turgenev-Ausstellung hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Stadtmuseum im Vorjahr 9314 Besucher zählte. In der Statistik seit 2010 schnitten nur die Jahre 2013 (9629) und 2016 (9857) besser ab. In seiner Vermittlungsarbeit betrat das Stadtmuseum Baden-Baden im Alleehaus Neuland und erprobte erstmals das Format einer Tandem-Führung mit einer Gebärdensprachdolmetscherin für Gehörlose und Hörgeschädigte.

Kollaboration mit Stadtmuseen

Nach 2017 und 2018 ist das Stadtmuseum in diesem Jahr wieder mit den Häusern in Ettlingen und Rastatt bei der Messe art in Karlsruhe vertreten. Sie präsentieren dort das gemeinsame Projekt „Landpartien Nordschwarzwald. 4 Ausstellungen in 4 Stadtmuseen“.

Bestand wird digital erfasst

Das Stadtmuseum hat im vergangenen Jahr seine Sammlung unter anderem mit einem Porträt der Sängerin Pauline Viardot, einem Aquarell aus dem Jahr 1842 mit Blick auf die Altstadt und einem Gemälde von Victor Puhonny, das sein Haus am Sauersberg zeigt, erweitert. Derzeit ist das Team dabei, den gesamten Bestand digital zu erfassen, zu überprüfen, fachlich zu bearbeiten und ihn zu ergänzen, um ihn künftig in die Recherchen einbeziehen zu können.

Stadtmuseum Baden-Baden zieht um

Diese Arbeiten sollen schwerpunktmäßig in den Jahren 2020 und 2021 erfolgen, um für den Umzug in den geplanten Neubau gerüstet zu sein. Zukunftsziel ist es, diese Datenbank auch öffentlich zugänglich zu machen.

Weniger Ausstellungen

Nach Auskunft von Heike Kronenwett rückt angesichts des bevorstehenden Umzugs die lange hintangestellte wissenschaftliche und fachlich Beratung der Bestände in den Vordergrund mit der Folge, die Ausstellungsaktivitäten zurückfahren zu müssen.

Begrenzte Kapazitäten

Da die Lagerkapazitäten des Stadtarchivs im Baldreit weitgehend ausgeschöpft sind, kamen im Vorjahr keine größeren Aktenbestände hinzu. Aus nichtstädtischer Herkunft hat es den Nachlass von Georg Polomski beziehungsweise das Firmenarchiv des von ihm gegründeten Battertverlags übernommen. In der Datenbank waren zum Jahresende 2018 191.548 Datensätze (2017: 187.772) erfasst.