NOCH IM GERÜST präsentiert sich das traditionsreiche Gasthaus „Zum Adler“ in Steinbach. Nach dem Aufbringen des neuen Putzes und den Malerarbeiten soll das Objekt am Postplatz je nach Witterung bereits in einem Monat außen fertig sein. Foto: Bühler | Foto: Bühler

Gasthaus Adler in Steinbach

Viel Eigenarbeit wird geleistet

Nun werden in Steinbach Tatsachen geschaffen: Nach jahrelangen Versuchen, das traditionsreiche Gasthaus „Zum Adler“ per Zwangsversteigerung an einen solventen Investor zu veräußern, haben die neuen Besitzer – dabei handelt es sich um eine Familie, die schon länger in Steinbach wohnt – bereits kräftig Hand an das historische Gebäude angelegt.

Große Risse im Mauerwerk

„Die Außenwand haben wir vor rund zwei Monaten in Angriff genommen. Es gab viel zu tun, denn zahlreiche wirklich große Risse mussten mit großen Stangen verankert werden“, spricht die neue Eigentümerin von einem „maroden Gebäude“, in das während der vierjährigen Phase des Leerstandes Wasser durch das Dach eingedrungen ist. „Dadurch ist viel Schaden entstanden. Nachdem das Dach abgedichtet war mussten Teile der Böden rausgerissen werden, Balken erneuert und die Küche komplett entfernt werden. Wir leisten hier sehr viel Eigenarbeit“, beschreibt sie die Vorgehensweise.

Fortschritte bei alten Häusern

Von offizieller Seite ist unterdessen nicht viel zu erfahren über das Sanierungsobjekt, das an repräsentativer Stelle am Eingang des historischen Städtchens Steinbach liegt. „Ich freue mich, dass in Steinbach momentan verschiedene alte Häuser renoviert werden. Deutliche Fortschritte gibt es bei den Objekten in der Steinbacher Straße nach dem Rathaus auf der rechten Seite. Diese Gebäude sind komplett um einen Innenhof gruppiert. Und beim Gasthaus Adler zeichnet sich ab, dass dort wieder Leben zurückkehrt. Das ist wichtig an so einer zentralen Stelle am Eingang zum historischen Stadtkern“, fasst Rebland-Ortsvorsteher Ulrich Hildner zusammen.

Umfassende Instandsetzung

In der Ortsveraltung besteht die Erkenntnis, dass es sich um eine umfassende Instandsetzung sowohl im Innern des Gebäudes als auch außen handelt. Der Bauordnung liege kein Antrag vor, so dass davon auszugehen ist, dass es sich um Maßnahmen handelt, die verfahrensfrei sind. Da es sich offensichtlich nicht um ein baurechtliches Verfahren handelt, sondern um denkmalrechtliche Belange, habe sich der Ortschaftsrat auch nicht mit diesem Vorhaben befasst.

Enger Kontakt mit Denkmalschutz

„Sicher wird sich das Erscheinungsbild verändern. Wir wissen, dass ein denkmalrechtliches Verfahren lief. Durch das wurde Ende August 2017 auch eine entsprechende Genehmigung für die Renovierung erteilt“, war von Seiten der Stadtverwaltung Baden-Baden zu erfahren. Die Denkmalbehörde stehe „in Sachen historisches Gasthaus Adler in Steinbach mit der Bauherrschaft in sehr engem Kontakt.“

Überraschungen nach dem Kauf

Bei den Arbeiten gehe es um die Sanierung von Wohnraum und einer im vorderen Bereich befindlichen Gaststätte. Äußerlich werden die Fensterstürze, die Mauerblenden – sogenannte Lisenen – sowie die Fenster und die ursprünglichen Klappläden aus Holz erneuert, teilt die Stadtverwaltung mit. Nach dem Kauf des Adlers habe es einige Überraschungen gegeben. Der Zustand sei „marode“ gewesen. Es sei deshalb gut, dass es in der Familie einen Bauingenieur gebe, der „mit Rat und Tat zur Seite stehe“.

Ende des Jahres fertig

Aber jetzt gehe es voran, die Bäder sowie die sechs Gästezimmer seien renoviert, sodass die Hausherrin bereits Ende dieses Jahres mit der Fertigstellung des Objektes rechnet. Als nächste Etappe würden neue Fenster mit Sprossen-Optik nach den Maßgaben des Denkmalschutzes eingebaut.
Können die Steinbacher denn nach der Renovierung mit einem neuen Lokal am Postplatz rechnen? „Am Gastraum wird sich nichts ändern. Auch die Bemalung der Wände bleibt. Bislang hat sich jedoch noch kein Gastronom gemeldet, der in dieses Lokal passen würde“, gibt sie zu bedenken.