Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest werden auch in Baden-Baden getroffen. | Foto: dpa

Baden-Baden

Vorbereitungen auf Schweinepest laufen

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Irgendwie klang der Vortrag von Jutta Winter vom Veterinäramt vor dem Forstausschuss zum Thema Afrikanische Schweinepest wie ein Bericht über den aktuellen Stand einer Kriegsvorbereitung. Der Feind, das afrikanische Schweinepest-Virus, ist bekannt und mittlerweile bis an die deutschen Grenzen vorgedrungen: in Polen, in Tschechien und neuerdings auch in Belgien. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Krankheit auch in Baden-Württemberg ankommt,“ ist sich die Veterinärin sicher.

Wirtschaftliche Schäden

Mithin laufen die Vorbereitungen zur Abwehr, beziehungsweise im Fall der Fälle zur Bekämpfung, auf vollen Touren. Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen und auch alle anderen Tiere völlig ungefährlich, würde aber volkswirtschaftlich enorme Schäden verursachen, wenn es auf Hausschweinbestände übergreifen würde.

Baden-Baden bereitet sich auf Ernstfall vor

Was für den Baden-Badener Stadtwald bedeutet, dass jedes Stück Fallwild, das gefunden wird, geborgen und untersucht werden muss. Entsprechende Bergeteams werden laut Jutta Winter im Moment zusammengestellt. Vom Förster bis zu Angehörigen des Baubetriebshofes gibt es Schulungen. In der Gemeinschaftskläranlage in Sinzheim wird eine Wildverwahrstelle mit einem Kühlcontainer eingerichtet, wo die Tierkadaver dann gesammelt und zeitnah der Tierkörperbeseitigungsanstalt zugeführt werden. Im Dezember soll die Verwahrstelle betriebsbereit sein.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Krankheit auch in Baden-Württemberg ankommt.

Jutta Winter, Veterinäramt

Bei Ausbruch der Seuche greift das „Modell Tschechien“

Jutta Winter: „Es sind auf allen Behördenebenen Sachverständigengruppen eingerichtet worden.“ Wird die Seuche festgestellt, greift das „Modell Tschechien“, das im Nachbarland bereits erfolgreich umgesetzt worden sei. Sperrgebiete, Vermarktungsverbote und Betretungsverbote könnten unter anderem dann die Folgen sein.

Hinweisschilder auf Parkplätzen in Waldnähe

Menschen und anderen Tieren kann das Virus zwar nichts anhaben, gleichwohl können diese als Überträger in Frage kommen. Übertragen wird das Virus durch direkten Tierkontakt aber auch über Zeckenstiche. Herausgefunden wurde aber auch, dass verseuchte Fleischwaren als Überträger eine Rolle spielen. Salami oder Schinken können bis zu sechs Monate ansteckungsfähig bleiben. Aus diesem Grund, so Jutta Winter, werden derzeit auf Parkplätzen in Waldnähe mehrsprachige Hinweisschilder aufgestellt, die sensibilisieren sollen.

Tierkadaver sollen gemeldet werden

Entdeckte Tierkadaver sollten im Übrigen umgehend den Behörden gemeldet werden. In Baden-Baden erfolgt dies laut Jutta Winter über die Feuerwehrleitstelle. Diese informiert das Forstamt und dieses wiederum die Veterinärbehörde. Die Amtstierärztin: „Wir setzen alles daran, die Ausbreitung zu verhindern.“