Was aus der Einmündung der Murgstraße in die Schwarzwaldstraße in Baden-Baden wird, steht noch nicht fest. Aus diesem und anderen Gründen wird nach Vollendung des dritten Bauabschnitts vorerst eine Denkpause eingelegt. | Foto: Bernd Kappler

Schwarzwaldstraße Baden-Baden

Vorerst kein Kreisel

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Nach der Fertigstellung des dritten Bauabschnitts in der Schwarzwaldstraße in Baden-Baden, der am  Montag, 19. Februar,  angegangen wird und bis Weihnachten vollendet sein soll, wird es eine Baupause geben. Das unterstrich Rudolf Schübert vom Fachbereich Bauen und Planen am Donnerstag vor Ort. Der vierte Bauabschnitt mit einem Kreisel ist noch nicht entschieden.

Kreisel noch nicht entschieden

Die Gründe hatte Bürgermeister Alexander Uhlig bereits vor dem Bauausschuss dargelegt: Zum einen wolle man den Anliegern nach drei Jahren Bauzeit Zeit zum Durchatmen geben, zum anderen fehlt schlicht das Geld, um die Einmündung der Murgstraße in die Schwarzwaldstraße neu zu gestalten. Und zum Dritten ist in diesem Zusammenhang noch nicht entschieden, ob an der Stelle, wie bisher angedacht, ein finanziell aufwendiger Kreisverkehr angelegt wird, oder ob es auch andere Lösungen gibt. Wie bereits mehrfach berichtet, würde die Kreisellösung sehr teuer, weil die vorhandene Brücke über die Oos nicht ausreichend dimensioniert ist und völlig neu gebaut werden müsste. Mehrere Millionen wären erforderlich.

Andere „Baustellen“ dringlicher

Dies, so Rudolf Schübert, ist im Moment angesichts anderer dringender Projekte im Tiefbau nicht finanzierbar. Stichwort: Hindenburgplatz, Fieserbrücke und Bertholdplatz. Die Bernhardusbrücke im Verlauf der Schwarzwaldstraße müsse in absehbarer Zeit zwar ebenfalls saniert werden, aber dies sei im Moment noch nicht so dringlich. Ein Baubeschluss des Gemeinderates liegt für diesen vierten Bauabschnitt im Übrigen noch nicht vor.

Rudolf Schübert (Zweiter von rechts) erläutert den Bauzeitenplan für die Schwarzwaldstraße. | Foto: Bernd Kappler

Erneut Einbahnstraße

Unterdessen wird die Schwarzwaldstraße ab Montag wieder zur Einbahnstraße, allerdings diesmal in umgekehrter Richtung. Fahrzeuge können also in Richtung Innenstadt fahren. Dies ist der Andienung des dort vorhandenen Baumarktes durch Lastzüge geschuldet. Der Verkehr muss mit einer Ampel geregelt werden, zum einen, um die vom Zubringer kommenden Autos einschleusen zu können, zum anderen um der Feuerwehr freie Fahrt zu gewähren. Diese bekommt eine Vorrangschaltung und kann dann die Einbahnstraße bei Einsätzen in umgekehrter Richtung benutzen.

Gesamtkosten 4,6 Millionen Euro

Insgesamt ist der Bauabschnitt rund 360 Meter lang. Begonnen wird auf der 260 Meter langen „freien Strecke“ ab den Schweigrother Matten. Der Abschnitt soll bis Mitte August fertig sein.
Dann wird es wegen der Einmündungssituation vor dem Baumarkt kompliziert. Die restlichen 100 Meter werden in vier Bauabschnitte aufgeteilt, damit das Unternehmen jederzeit angefahren werden kann.
Die Kosten für den dritten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Sind alle drei Abschnitte fertig, hat die Stadt rund 4,6 Millionen Euro in der Schwarzwaldstraße investiert.

Optisch wird der dritte Abschnitt genauso gegliedert wie die beiden bisherigen Abschnitte: beiderseits Gehwege, Parkplätze, Sicherheitstrennstreifen und Schutzstreifen für Radfahrer. Die geplanten Ampelanlagen erhalten LED-Technik.

Kommentar
Denkpausen sind in der Regel ganz hilfreich. Das gilt insbesondere für die Umgestaltung der Einmündung der Murgstraße in die Schwarzwaldstraße bei der Firma Wertheimer. Weil die Fragen vielschichtig sind, war dieser letzte Abschnitt beim Grundsatzbeschluss zur Sanierung der Schwarzwaldstraße im Übrigen ja ausdrücklich ausgeklammert worden.
Eine abknickende Vorfahrt, zwei Zufahrten zu Baumarkt und Baustoffhandel, die Ein- und Ausfahrt des Infoscore-Bertelsmann-Parkdecks, Radwege und mittendrin auch noch eine Bushaltestelle machen die Situation dort durchaus kompliziert. Der Königsweg wäre ein Kreisverkehr nebst Querungshilfen. Allerdings: Das Terrain befindet sich zum großen Teil auf der Bernhardusbrücke. Für einen Kreisel ist die Überbrückung aber zu schmal. Eine neue und breitere Brücke der Oos (wie steht es eigentlich dort mit dem 100-jährlichen Hochwasserschutz?) würde einen größeren Millionenbetrag verschlingen.
Ein echter Bedarf für eine schnelle Änderung ist auf der anderen Seite nicht erkennbar. Wie Manfred Schmalzbauer vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung feststellt, sind in den vergangenen Jahren keinerlei Unfälle mehr gemeldet worden, seit Tempo 30 eingeführt und die Radwege deutlich markiert worden sind. Was bleibt, ist das Leiden der Autofahrer unter dem Tempo-30-Schild und bei Nichteinhalten das eine oder andere Knöllchen. Mal schauen, was die Denkpause bringt – vielleicht eine intelligente Ampel?