Die Vorbereitungen laufen: Die Händler des Christkindelsmarkts in Baden-Baden sind dabei, ihre Hütten zu dekorieren. Das weihnachtliche Budendorf eröffnet am Montag, 27. November, und dauert bis 30. Dezember. | Foto: Rudolphi

Neuerungen in Baden-Baden

Christkindelsmarkt bezieht die Trinkhalle ein

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Wenn am Montag, 27. November, um 17 Uhr das Christkind den nach ihm benannten Weihnachtsmarkt  in Baden-Baden eröffnet, verbirgt sich dahinter eine echte Miss: Die 19 Jahre alte Laura Brucker, die amtierende Miss Schwarzwald, übernimmt erstmals die Rolle des Christkinds. Nach Auskunft von Nora Waggershauser soll auch künftig zum Auftakt die jeweilige Miss Schwarzwald die Besucher verzaubern.

120 Hütten erstrecken sich vor dem Kurhaus

Aber das ist nicht die einzige Neuheit, über die die Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH im Pressegespräch informiert: Die 120 Hütten erstrecken sich zum ersten Mal von den Kolonnaden um die komplette Wiese vor dem Kurhaus, so dass sich den Besuchern ein Rundgang durch das weihnachtliche Dorf bietet.

Die Krippenausstellung wandert in die Trinkhalle

Möglich wird dies durch die Entscheidung der Veranstalter, die Krippenausstellung, die bisher in die Budenstadt integriert war, in die Trinkhalle zu verlegen. Damit gelinge es, den Wandelgang in den Christkindelsmarkt einzubeziehen, erläutert Waggershauser. „Der Markt muss sich jedes Jahr etwas verändern, damit er attraktiv bleibt“, betont die Kur- und Tourismuschefin.

Die Trinkhalle ist integriert: Im Wandelgang des Weinbrenner-Baus ist eine Krippenausstellung zu sehen. | Foto: Rudolphi

23 neue Händler sind vertreten

23 neue Händler sind beim Markt vertreten. Nach Auskunft von Jörg Hilger gibt es eine größere Sortimentsvielfalt. Neu dabei sind etwa Stände mit hochwertigem Christbaumschmuck aus Thüringen und Kinderbüchern. Zudem gibt ein Bürstenbinder einer Blindenwerkstatt Einblicke in seine Arbeit. Auch das gastronomische Angebot wird vielfältiger. „Wir achten jedoch darauf, dass maximal 25 Prozent der Anbieter Gastronomen sind. Bei anderen Märkten sind es häufig 50 bis 60 Prozent“, bekräftigt Hilger.

Das Live-Programm wird attraktiver

Die Konzertmuschel verwandelt sich wieder in die Himmelsbühne – in diesem Jahr mit einer neuen Dekoration. „Das Live-Programm soll dadurch noch festlicher werden“, meint Ralf Schlichter von der Baden-Baden Events. Der Donnerstag wird zu einem Kinder- und Jugendchortag, bei dem Gruppen aus Freiburg, Straßburg, Calw und Karlsruhe auftreten. Und: Auch sonntags gibt es künftig wieder Live-Musik auf der Himmelsbühne. Ein Höhepunkt ist das Konzert des London Welsh Male Voice Choir am 10. Dezember. Der Chor präsentiert während seiner Deutschland-Tournee sein Weihnachtsprogramm.

Der Nikolaus kommt im Oldtimer

Kinder dürfen sich am 6. Dezember auf den Besuch des Nikolaus freuen, der auf der Himmelsbühne kleine Geschenke verteilt. Doch der Nikolaus landet nicht mehr mit dem Heißluft-Ballon auf der Kurhauswiese, sondern knattert in einer historischen Motorkutsche zunächst durch die Fußgängerzone, bevor er am Christkindelsmarkt eintrifft.

Die Tourist-Info baut eine eigene Hütte auf

Für Gäste und Bürger gibt es an Ort und Stelle mehr Service. Dazu baut die Tourist-Info eine eigene „i-Hütte“ gegenüber der Fieserbrücke auf. Das heißt, während des Christkindelsmarkts zieht das Team der Tourist-Info von der Trinkhalle in die „i-Hütte“. Sie ist an allen Tagen zu den gleichen Zeiten wie der Markt geöffnet.

Rund 300 000 Gäste besuchen den Markt

„Es ist uns wichtig, direkt präsent zu sein“, betont Waggershauser und verweist auf rund 300 000 Gäste, die den Christkindelsmarkt, der bis 30. Dezember dauert, besuchen. Um genaue Zahlen zu ermitteln, gibt es in diesem Jahr erstmals an drei Tagen eine Besucherzählung. Der verbesserte Informationsservice sei erforderlich, da der Dezember in touristischer Hinsicht stark durch den Christkindelsmarkt geprägt sei und etwa 5 000 bis 7 000 Übernachtungen generiere.

 

Damit sich kein Besucher Sorgen machen müsse, haben die Verantwortlichen Waggershauser zufolge ein Sicherheitskonzept erstellt. „Wir wollen mögliche Risiken besser erkennen und Verantwortlichkeiten definieren“, erklärt die Tourismuschefin. Das Konzept sei mit den zuständigen Sicherheitskräften abgestimmt und mit den Marktbeschickern besprochen. Ein Bestandteil sind beispielsweise als Hexenhäuschen dekorierte Zufahrtssperren an den Eingängen zum Christkindelsmarkt.
„Wir haben versucht, die Sicherheitsaspekte möglichst unauffällig in den Markt zu integrieren“, sagt Waggershauser.

Weitere Infos zum Programm gibt es unter www.baden-baden.com.

Kommentar zum Thema: Die Konkurrenz ist groß. Wer mit einem Weihnachtsmarkt dauerhaft Erfolg haben möchte, muss sich von seinen Mitbewerbern positiv unterscheiden und ihn ständig weiterentwickeln. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt – und das bestrafen die Gäste schnell.
Doch davon ist der Baden-Badener Christkindelsmarkt weit entfernt. Ganz im Gegenteil: Der weihnachtliche Hüttenzauber vor dem Kurhaus nimmt seit Jahren eine rasante Entwicklung. Er trägt in erheblichem Maß dazu bei, aus dem früher schwach ausgelasteten Dezember einen touristisch starken Monat zu machen. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass die Übernachtungszahlen 2016 erstmals die Millionenmarke geknackt haben.
Die Macher sind gefordert, den Christkindelsmarkt jedes Jahr aufs Neue attraktiv zu gestalten. Die zusätzlichen Angebote sind vielversprechend. Es ist eine schöne Idee, die Trinkhalle mit der Krippenausstellung in das Marktgeschehen einzubeziehen und die Lücke im Rundgang durch das Budendorf zu schließen.
Dass sich zudem der Informationsservice verbessert, wird die Gäste ebenfalls freuen.