Auch in der Baden-Badener Luisenstraße wird gewerkelt. In der kommenden Woche werden die Wartehäuschen demontiert. | Foto: Bernd Kappler

Leopoldsplatz Baden-Baden

Widerspruch gegen Kiosk

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Am Leopoldsplatz in Baden-Baden geht es vorwärts, aber es gibt auch ein neues Problem: Gegen den Bau des Kiosks ist im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ein Widerspruch eingegangen, berichtete Bürgermeister Alexander Uhlig bei einer öffentlichen Baustelleninformation am Donnerstag im „Amadeus“. Das Problem dabei: Da die Stadt selbst Bauherr sei, müsse das Regierungspräsidium als Entscheider herhalten und dort wiederum sei der Sachbearbeiter krank, berichtete der Baudezernent.

Kommt Kiosk erst später?

Folge für die Baustelle: Entweder die Entscheidung kommt bald, dann kann alles wie geplant verlaufen oder man müsse eben das Fundament für den Kiosk sowie das „Schachbrett“ drumherum betonieren und den Kiosk später auf die Unterlage stellen. Ein Szenario, dass der Kiosk wegen des Widerspruchs nicht gebaut werden kann, gibt es augenscheinlich nicht. Zum Inhalt des Widerspruchs machte Uhlig keine Angaben.
Gut ein Dutzend Interessierte, unter ihnen auch drei Stadträte, hatten sich zu der kurzen Info-Veranstaltung eingefunden. Von der Bauleitung wurde betont, dass die aktuellen Aufgrabungen allesamt geplant seien und nicht schon im ersten Bauabschnitt hätten erledigt werden können.

Wasser im Infrastrukturkanal

Dass der Infrastrukturkanal in den vergangenen Wochen mit Wasser vollgelaufen sei, sei ebenfalls nichts Überraschendes, da die Abdichtungen noch nicht überall erfolgt und auch die Pumpen noch nicht installiert seien.

Laut Bauzeitenplan soll nach Ostern mit den Betonarbeiten begonnen werden, Mitte Juli soll die Baustelle dann auf die andere Platzseite verlegt werden. Dann müssen auch die Busse wieder andere Stecken fahren. Spätestens bis 22. Dezember soll der neue Leopoldsplatz dann fertig sein.

Kommentar
Eines hat der Leopoldsplatz geschafft: Der Fortgang der Arbeiten wird mit größtem Argwohn verfolgt. Kaum waren die Baumaschinen angerollt, gab es kritische Blicke: Warum müssen jetzt noch tiefe Löcher gegraben werden, warum liegen Bündel von Leerrohren herum und warum werden erst jetzt die Verbindungen zum bestehenden Leitungsnetz hergestellt? Hätte das nicht alles schon im ersten Bauabschnitt erledigt werden können?
Nein, sagt die Bauleitung. Was jetzt passiere, sei alles klar dem zweiten Bauabschnitt zuzuordnen. Die Verbindung des Abwasserkanals in der Luisenstraße ebenso wie die anderen Löcher seien „geplante Aufgrabungen“. Die endgültigen Regenabflüsse werden hergestellt, die Baumquartiere hergestellt, die unterirdischen Müllbehälter eingebaut und die Fundamente für Fahnenstangen und Lampen gesetzt.
Der Laie staunt trotzdem. Warum kann man Anschlüsse nicht gleich dann herstellen, wenn die Baugrube sowieso schon offen ist? Aber so ist das halt bei den Laien.
Gleichwohl war die nur 40-minütige Leo-Information von Bürgermeister Alexander Uhlig durchaus interessant, denn jetzt endlich wissen wir, dass es eine zehnjährige Garantie für die Oberfläche gibt. Eine Information, die im Zusammenhang mit den Querelen um den zweiten Bauabschnitt bisher nie von der Verwaltung so kommuniziert – und vom Gemeinderat oder Bauausschuss auch nie nachgefragt worden war, obwohl genau diese Garantie vor Jahresfrist beim erneut aufgelammten Streit über Asphalt oder Beton doch so wichtig war. Sei es drum. Auf dem Leopoldsplatz geht es vorwärts und es sind viele Arbeiter sichtbar. Da muss auch dem letzten Leo-Kritiker doch die Spucke wegbleiben. Ach ja noch eins: Inzwischen steht fest, dass die schönen (teuren) Leobilder an den Absperrungen gar nicht so gut sind. Sie versperren die Sicht auf die Läden…