Ein 17-Jähriger ist bei einem Verkehrsunfall am frühen Samstag in Gondelsheim ums Leben gekommen. Alle Versuche, den jungen Mann zu reanimieren, schlugen fehl. | Foto: 7aktuell/Geier

Horrorunfall in Gondelsheim

17-Jähriger von Auto überrollt – tot

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Drama am frühen Samstag in Gondelsheim: Verzweifelt kämpfen Ärzte und Rettungssanitäter um das Leben eines 17-jährigen Bruchsalers, der mit seinem Motorrad auf der Bruchsaler Straße/Einmündung Sparbachstraße in einen tragischen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Laut Angaben der Polizei war eine 26-jährige Autofahrerin aus Bretten am Freitag gegen 23.45 Uhr von der Sparbachstraße nach rechts auf die bevorrechtigte Bruchsaler Straße abgebogen. Hierbei übersah sie das auf der Bruchsaler Straße fahrende Motorrad. Der 17-Jährige prallte gegen die hintere Tür des Wagens, wurde anschließend auf den Fahrstreifen des Gegenverkehrs geschleudert und dort vom Auto einer 26-jährigen Fahrerin aus Gondelsheim frontal erfasst und überrollt. Kurze Zeit später starb er noch an der Unfallstelle.

Anwohner befreien unter Auto Eingeklemmten

Aufgeschreckt durch den lauten Knall, waren mehrere Anwohner der Bruchsaler Straße sofort nach draußen geeilt, befreiten den eingeklemmten 17-Jährigen unter dem Auto, zogen ihn nach vorne heraus und leisteten Erste Hilfe. Die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der örtlichen Notfallhilfe und der Feuerwehr Gondelsheim versuchten über eine halbe Stunde, den jungen Mann zu reanimieren. Doch für ihn kam jede Hilfe zu spät.
Die beiden Autofahrerinnen sowie die Ersthelfer erlitten alle einen schweren Schock und wurden vom Rettungsdienst behandelt und im Anschluss in der Gondelsheimer DRK-Unterkunft durch Kräfte der Notfallseelsorge betreut.

Auslaufende Kraftstoffe fing die Gondelsheimer Feuerwehr auf. | Foto: 7aktuell/Geier

Die Einsatzkräfte der Gondelsheimer Feuerwehr streuten währenddessen auslaufende Kraftstoffe ab und leuchteten die Unfallstelle aus. Die Polizei war mit sechs Streifenwagenbesatzungen und der Verkehrsunfallaufnahme im Einsatz, um den genauen Hergang des Horrorunfalls zu rekonstruieren.
Auch für die Einsatzkräfte sei dies kein leichter Einsatz gewesen, heißt es im Polizeibericht: Im Nachgang zu den Einsatzmaßnahmen wurden gemeinsame Gespräche geführt, um das Geschehen besser verarbeiten zu können.

Gaffer machen Einsatzkräften die Arbeit schwer

„Da waren drei Leute zur falschen Zeit am falschen Ort“, fasste Ulrich Kritzer, Leiter der Führungsgruppe beim Polizeirevier Bretten, der kurz nach Mitternacht an der Unfallstelle eintraf, seine Eindrücke zusammen. Einem Gaffer, der das Grauen mit dem Handy filmen wollte, erteilte der Polizeibeamte ein entsprechendes Verbot.
Weitere Gaffer und Schaulustige hätten den Rettern die Arbeit an der Unfallstelle zusätzlich schwer gemacht, berichteten Polizeibeamte. Mit Rettungstüchern und Planen mussten die Einsatzkräfte deshalb die Rettungsarbeiten abschirmen um zu verhindern, dass die Gaffer mit Handys Fotos vom Unfallopfer anfertigten. Rund 20 Gaffer hielten sich nach Angaben der Polizei rund um den Einsatzort auf.

Polizei: Zwei Unfallbeteiligte vermutlich zu schnell

Zum heftigen Ausmaß des Verkehrsunfalles trug vermutlich auch die Geschwindigkeit der beteiligten Fahrzeuge bei, denn am Unfallort herrscht eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern. Nach Angaben der Polizei seien vermutlich sowohl der entgegenkommende Pkw als auch der Kradfahrer zu schnell unterwegs gewesen.
Laut Aussage von Anwohnern rasen zu später Stunde Auto- und Motorradfahrer immer wieder durch die Ortsdurchfahrt. „Ein Wunder, dass es hier nicht schon öfter zu so schweren Unfällen gekommen ist“, sagte eine Anwohnerin.
Der Sachschaden beträgt laut Polizei rund 16 000 Euro. Der Verkehr wurde einige Stunden innerörtlich umgeleitet.