Satte 8,2 Millionen Euro kostet die Sanierung der Blanc-und-Fischer-Gemeinschaftsschule in Sulzfeld, die im Jahr 2023 abgeschlossen sein soll.
Satte 8,2 Millionen Euro kostet die Sanierung der Blanc-und-Fischer-Gemeinschaftsschule in Sulzfeld, die im Jahr 2023 abgeschlossen sein soll. | Foto: Rebel

Kein Stillstand auf Baustellen

Angelaufene Projekte in Bretten und Umgebung werden trotz Corona fortgeführt

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Während die Corona-Pandemie das öffentliche Leben in den zurückliegenden Wochen nahezu lahmgelegt hatte, herrschte dagegen auf dem Bau-Sektor kein Stillstand. Im Gegenteil: Auf den von der öffentlichen Hand betriebenen Baustellen in Bretten und den umliegenden Gemeinden wurde und wird von früh bis spät geschuftet.

„Wir stoppen keine Projekte, das wäre ein falsches Zeichen. Schließlich sollen ja die Kommunen die Wirtschaft wieder ankurbeln“, sagt Sulzfelds Bürgermeisterin Sarina Pfründer stellvertretend für ihre Amtskollegen in den anderen Rathäusern. „Man muss diese Zeit jetzt nutzen“, ergänzt Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff, während Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp betont: „An den Projekten, die wir begonnen haben, arbeiten wir natürlich auch weiter. Wir machen das, was notwendig ist und was bereits begonnen wurde, auch fertig.“ Das ist übrigens der einhellige Tenor unter den kommunalen Verwaltungschefs.

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In Bretten wir die Gunst der Stunde genutzt

„Die geplanten Maßnahmen laufen und dort, wo es geht, werden wir auch tätig“, sagt Brettens OB Wolff, nachdem in der Vorwoche in der Fußgängerzone der Melanchthonstadt mit den Arbeiten für die Verlegung der neuen Granitplatten begonnen wurde.

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Daneben nutzt man in der Großen Kreisstadt die Gunst der Stunde und erledigt in drei Schulen, die wegen der Corona-Beschränkungen bislang ohnehin leer standen, dringend notwendige Sanierungsarbeiten. An der Max-Planck-Realschule wird die Fassade erneuert, zudem wird die Innenbeleuchtung erneuert. Daneben werden in der Schillerschule alle Treppenhäuser neu gestrichen, demnächst ist zudem das Dach der Grundschule in Ruit dran. Die drei Projekte kosten zusammen rund 260.000 Euro.

Ob in diesem Kalenderjahr noch weitere Arbeiten in Angriff genommen werden, müsse man erst prüfen, sagt der OB. „Alle Maßnahmen, die noch nicht begonnen haben, für die also auch noch keine Ausschreibung oder die Auftragsvergabe erfolgt ist, müssen wir ganz genau anschauen“, betont Wolff. Die Amtsleiter würden bereits ihre Etats durchforsten und schauen, wo man Geld einsparen kann. „Wir hoffen, dass wir nach der Mai-Steuerschätzung Klarheit haben, darauf warten alle“, erklärt Wolff und fügt an: „Die Mai-Steuerschätzung ist das Maß der Dinge. Danach werden wir uns zusammensetzen und entscheiden, wie es weitergeht.“

Zwei Projekte auf der Gondelsheimer Agenda

In Gondelsheim stehen zwei Aufgaben auf der Agenda. Für 1,95 Millionen Euro wird ein neues Feuerwehrhaus samt Maschinenhalle für drei Fahrzeuge gebaut. „Das ist eine Rieseninvestition für uns“, sagt Bürgermeister Rupp und hofft auf eine Fertigstellung im Juli oder August. Daneben werden für 520.000 Euro im evangelischen Kindergarten „Am Saalbach“ ein weiterer Gruppen- und ein Personalraum gebaut, damit dort künftig dauerhaft vier Gruppen Platz haben.

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„Wir haben es geschafft, dass beide Projekte im Kosten- und Zeitrahmen bleiben. Bei diesen beiden Maßnahmen bleibt es in diesem Jahr“, versichert Rupp. Ein großes Projekt ist in Gondelsheim bereits abgeschlossen. Für rund 70.000 Euro wurde wegen der Schließung des Bahnübergangs und der damit einhergehenden Ortsteilung ein großer Parkplatz für Pendler gebaut.

Sulzfeld investiert fast 10 Millionen Euro

Fast zehn Millionen Euro nimmt indes die Gemeinde Sulzfeld für zwei Projekte in die Hand. Dabei schlägt die Generalsanierung der Blanc-und-Fischer-Gemeinschaftsschule mit satten 8,2 Millionen Euro zu Buche. Von den Gesamtkosten werden 30 Prozent über das Landesanierungsprogramm gefördert. Daneben werden aktuell die Innensanierung sowie der Außenanbau des evangelischen Kindergartens realisiert, hierfür sind 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Sanierung des Oberderdinger Ortskerns

Auch in Oberderdingen hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. So wurden unter anderem in der Badstraße, im Baugebiet Sonnenhalde/Hemrich sowie in der Adalbert-Stifter-Straße und in der Heilbronner Straße verschiedene Baumaßnahmen erledigt, daneben ist der Umbau des Freibads in vollem Gange.

Gearbeitet wurde außerdem auf den Friedhöfen in Oberderdingen, Flehingen, Sickingen und Großvillars, wo unter anderem Wege und Mauern saniert sowie teilweise neue Grabfelder und Urnengräber angelegt wurden. Zudem wird die Sanierung des Ortskerns fortgesetzt. Dazu hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau der Gemeinde insgesamt 900.000 Euro als Zuschuss bewilligt.

Zaisenhausen erschließt neues Gewerbegebiet

In Zaisenhausen laufen aktuell drei Bauprojekte, gestoppt wurden noch keines, wie Gerd Weißert mitteilt. In die Erschließung des Gewerbegebiets „Flurscheide III“ werden nach Auskunft des Ratsschreibers rund 1,5 Millionen Euro investiert, die Erweiterung des Kindergartens lässt sich Zaisenhausen 500.000 Euro kosten. Dazu kommen noch 150.000 Euro für die sogenannte Flurbereinigung Ortslage.

Knittlingen saniert Faust-Geburtshaus

Neben der Sanierung des Freibads laufen in Knittlingen diverse Sanierungsarbeiten etwa in der Faust-Schule und in den Kindergärten, daneben wird der Backhausplatz im Stadtteil Freudenstein erneuert. „Wir fahren weiter in unserem Programm, wir haben ausreichend liquide Mittel“, sagt Bürgermeister Heinz-Peter Hopp. Die teuerste Baustelle ist derweil die Sanierung des Faust-Geburtshauses, für die rund 8,9 Millionen Euro veranschlagt sind.