Die reflektierende Glassfassade ist die Visitenkarte der Elbphilharmonie, die 1 000 Glaselemente wurden bei BGT in Bretten veredelt. | Foto: Luftbildhamburg/Fotolia

Firma BGT Bischoff Glastechnik AG

Glas für Elbphilharmonie wurde in Bretten veredelt

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Als Gesamtkunstwerk mit atemberaubender Architektur, exzellenter Akustik und einzigartiger Lage wird das neue Hamburger Wahrzeichen – die Elbphilharmonie – gepriesen. In wenigen Tagen sollen die ersten Klänge im riesigen Konzertsaal des gläsernen Neubaus mit seiner geschwungenen Dachlandschaft an der westlichen Spitze der Hafencity erklingen. Ein Jahrhundertwerk der Architektur – mit Glaselementen bestückt, die in der Melanchthonstadt Bretten veredelt wurden. Die Firma BGT Bischoff Glastechnik AG zeichnet verantwortlich für die außergewöhnliche Außenansicht.
Insgesamt 22 000 Quadratmeter Isolierglas und laminiertes Glas hat das Unternehmen für die Glasfassade des 110 Meter hohen Gebäudekomplexes geliefert. Sie bildet mit ihren rund 1 000 gebogenen und bedruckten Glaselementen gleichsam die Visitenkarte des Hauses und lässt es wie einen riesigen Kristall erscheinen, der die Farben und Lichter des Himmels, des Wassers und der Stadt reflektiert.

BGT Bischoff Glastechnik AG mit langer Referenzliste

Die neue Hamburger Konzertarena ist nicht das einzige Vorzeigeprojekt, mit dem die Brettener Glasveredler aufwarten können: Auf der langen Liste der Referenzobjekte stehen die Kuppel des Berliner Reichstags und die Fassade des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart, aber auch das Dach des Britischen Museums in London, die Fassade des neuen World Trade Centers in New York, der durchsichtige Boden in schwindelerregender Höhe des Glacier Skywalks im kanadischen Alberta oder die um die eigene Achse verdrehte Glasfassade des Evolution Tower in Moskau. BGT liefert Glas unter anderem nach Frankreich, England und Spanien sowie nach Russland, Kanada, in die USA und in den Mittleren Osten.
„Unser Geschäft ist die Veredelung von Flachglas“, sagt Andre Klein, der das Marketing des Brettener Unternehmens koordiniert, das mit rund 230 Mitarbeitern auf 50 000 Quadratmetern Produktionsfläche Glaselemente längs und quer auf die gewünschten Größen schneidet, die Kanten schleift und es thermisch weiterverarbeitet. Geliefert wird das Rohmaterial – sechs mal 3,21 Meter große Glasplatten unterschiedlicher Stärke – von großen Glasherstellern und dann in Bretten weiterverarbeitet.

Auch LED-Effekte lassen sich im Glas integrieren

In der Vorspannanlage wird das Glas gehärtet und zum Sicherheitsglas veredelt. Beim Laminieren wird eine Folie und auf Kundenwunsch auch ein Gewebe zwischen zwei Glasscheiben eingefügt. Dies verbessert die Statik, erlaubt aber auch optische Effekte. Noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten bietet der Siebdruck, der Farbverläufe über eine komplette Fassade ermöglicht sowie weite künstlerische Spielräume eröffnet. „Bei laminiertem Glas mit integrierten LED lassen sich sogar bewegte Bilder oder Videos aufspielen“, informiert der Marketingverantwortliche. Die Produktion für die Elbphilharmonie sei mit eine der kompliziertesten gewesen, bekundet Klein. Die besondere Herausforderung waren dabei die unterschiedlichen Muster und Motive, die auf die einzelnen Glasscheiben gedruckt wurden.