Wollen Stadtverwaltung und Gemeinderat in punkto Mobilitätskonzept auf Kurs bringen: Frank Schneidereit und Kathrin Breuer von der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Bretten | Foto: Kampf

Unterschriftenaktion gestartet

BI will bei Mobilitätskonzept „endlich Taten sehen“

Anzeige

Mit einem Einwohnerantrag (früher als Bürgerantrag bekannt) will die Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Bretten (BI VEB) erreichen, dass „zeitnah“ ein Mobilitätskonzept für die Große Kreisstadt Bretten erstellt wird. Dazu sind laut BI-Sprecherin Kathrin Breuer die Unterschriften von 1,5 Prozent der Einwohner ab 16 Jahren notwendig – in Bretten also um die 400.

Mobilitätskonzept: Erst viel diskutiert, dann nichts passiert

Das Thema Mobilität und Verkehr sei bereits vor einem Jahr groß diskutiert worden, auch habe der Gemeinderat zwischenzeitlich Geld für ein solches Konzept im Haushalt bereitgestellt, doch jetzt sei es diesbezüglich ruhig geworden. „Wir wollen endlich Taten sehen, wollen, dass das Thema wieder mit Priorität von der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat behandelt wird, erklären Kathrin Breuer und Frank Schneidereit im Gespräch mit den BNN.

 

Um Verkehrsströme und die Arten von Mobilität geht es beim Mobilitätskonzept, das die Bürgerinitiative so rasch wie möglich erstellt haben will. | Foto: Rebel

Unter Mobilität verstehe er „Lebensqualität durch die Erreichbarkeit der wichtigsten Orte in der Stadt – aus allen Stadtteilen und für alle Altersgruppen“, skizziert Schneidereit die Grundaussage des Antrags. Ziele der Aktion seien, das Thema wieder in den Mittelpunkt der Diskussion zu rücken, die Diskussion und den Austausch dazu wieder in Gang zu bringen, den Anstoß zu geben, die bestehende Verkehrssituation in Bretten aktiv zu gestalten und Entlastungspotenziale zu entwickeln. Das Ganze soll zeitlich forciert werden und es solle „Geschwindigkeit in diesen Prozess hineingebracht werden“.

Breuer will lieber ein externes Büro beauftragen

Ein Mobilitätskonzept könne nur dann gut sein, wenn man damit ein externes und fachlich kompetentes Büro beauftrage, das auch schon in anderen Gemeinden tätig gewesen sei, ist sich BI-Sprecherin Breuer sicher. Es gehe der BI darum, dass alle Arten von Mobilität und deren Vernetzung umfänglich betrachtet und dann kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen miteinander abgestimmt würden.
Als konkrete Beispiele nannte Schneidereit ältere Menschen aus den Stadtteilen, die nicht mehr selbst Auto fahren können, Pendler, die vielleicht eine Teilstrecke mit einem anderen Fahrzeug zurücklegen könnten, E-Bikes und die Sicherheit für Fußgänger. Wichtig sei, dass man dem Büro die Rahmenbedingungen definiere (Zielgruppen, Verkehrsarten, Zeitplan) sowie konkrete Ziele vorgebe. „Nur wenn ich Ziele vorher definiere, kann ich Qualität erreichen“, so Breuer.

Unterschriftenlisten liegen inzwischen in Brettener Geschäften

Es habe bereits zwei „freundliche und nette Gespräche“ mit OB Martin Wolff und Stadtplaner Ulrich Braun gegeben, doch fehle der BI „der nachvollziehbare Fortschritt“. Es gehe nicht darum, zu Beginn in eine inhaltliche Diskussion einzusteigen, sondern es solle „beim Bürger Verständnis geweckt werden“.
Wenn der Einwohnerantrag das notwendige Quorum erreicht habe, müsse sich der Gemeinderat damit zeitnah befassen. Unterschriftenlisten liegen in der Buchhandlung Kolibri, bei Luftikus, bei Mode Michel und bei Formvollendet aus; weitere Brettener Einzelhändler werden folgen, ist sich Breuer sicher. Wer unterschreiben möchte, könne sich auch direkt an sie wenden.