Sichtlich gerührt nimmt Uli Lange die Ovationen der Gäste des Empfangs der Stadt Bretten nach seiner Dankesrede entgegen. | Foto: Rebel

Empfang für Uli Lange

Bretten ehrt „Mensch der guten Taten“

Anzeige

Als „Mensch der guten Taten“ (so auch der Titel eines vom ZDF produzierten Films über ihn) bezeichnet Armin von Buttlar den Brettener Impresario Uli Lange. Der Vorstand der Aktion Mensch ließ es sich nicht nehmen, beim Empfang der Stadt Bretten dem langjährigen Unterstützer der guten Sache persönlich zu danken. „Wenn es Sie nicht gäbe, müsste man Sie erfinden“, sagte von Buttlar, dessen Verein nach eigenem Bekunden bis dato „über fünf Milliarden Euro“ für die Inklusion, für die Teilhabe behinderter Menschen, zusammengebracht habe. Davon habe Uli Lange mit seinen Festivals der guten Taten über 5,2 Millionen Euro beigesteuert. „Bei uns in der Aktion Mensch gibt es niemanden, der Sie nicht kennt“.

Zahlreiche Weggefährten des Festivals der guten Taten

Zuvor hatte Oberbürgermeister Martin Wolff die rund 90 Gäste, darunter auch die ehemalige Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle, Karlsruhes Ex-OB Heinz Fenrich und KSC-Sportchef Oliver Kreuzer im Großen Ratssaal begrüßt und daran erinnert, dass Langes runder Geburtstag zwar bereits Anfang März gefeiert wurde, die Stadt aber dennoch nicht darauf verzichten wollte, ihrem Träger der Bürgermedaille zu Ehren einen Empfang zu bereiten.

 

Ein Selfie mit dem Jubilar machten Markus Willi, als Personalratsvorsitzender im Regierungspräsidium Karlsruhe Nachfolger von Uli Lange, und Langes frühere Assistentin Anette Hoffmann. | Foto: Rebel

„In Deiner Natur liegt es, Menschen zu helfen, die nicht so viel Glück im Leben wie Du oder andere erfahren dürfen“, sagte Wolff. Bereits vor über 40 Jahren habe es das erste „Festival der guten Taten“ gegeben, mit dem Ziel, sozial benachteiligten oder vom Schicksal gebeutelten Menschen in der Region zu helfen. Bis heute zeige Lange „unermüdlichen und manchmal nachdrücklichen Einsatz unter dem Motto ,Miteinander – füreinander’, sodass wir auch in diesem Jahr das Musikfestival ,Bretten live“ auf dem Marktplatz feiern durften“. Ein weiteres Herzensprojekt von Uli Lange sei die Päckchen-Aktion in den Altenheimen. „Was klein in Bretten angefangen hat“, so Wolff, „ist nun zu einer festen Einrichtung in der Region geworden“ – und so hätten sich im vergangenen Jahr rund 2 000 Bewohner der Altenheime gefreut.

Wolff übermittelte auch die Glückwünsche des Bundestagsabgeordneten Axel E. Fischer, der Lange bescheinigte, „Talent und Herzblut“ gezeigt zu haben.

BBBank-Chef hält Laudatio und spendet 30000 Euro

Für die Laudatio hatten die Verantwortlichen den Vorstandsvorsitzenden der BBBank, Professor Wolfgang Müller, gewinnen können. Der rief den Zuhörern Langes Alter ins Gedächtnis: „Man sieht es dir wirklich nicht an – aber du bist 80 geworden.“ Langes Vitalität, Mobilität und Lebensfreude seien „ungebrochen“ und man dürfe dafür durchaus dankbar sein. Nicht zuletzt deshalb, weil das Leben von Uli Lange bereits im Alter von knapp sieben Jahren schon zu Ende gewesen sein könnte. Im Januar 1945 flüchtete der kleine Uli mit seiner Familie vor den heranrückenden sowjetischen Soldaten aus seiner Geburtsstadt Danzig. Das Schiff, auf das die Familie sollte, die „Wilhelm Gustloff“, wurde am 30. Januar 1945 von einem russischen U-Boot versenkt – mehr als 9 000 Menschen kamen dabei ums Leben. „Der 30. Januar 1945 war deine Wiedergeburt, lieber Uli“, so Laudator Müller, und solch ein Ereignis präge ein Leben lang. Uli Lange habe sich dann entschieden, den Menschen, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Nicht zuletzt hieraus erkläre sich sein beeindruckendes ehrenamtliches Engagement.
Als Präsent überreichte der Bankchef, der seit langem auch im Kuratorium „Festival der guten Taten“ sitzt, einen Spendenscheck über 30 000 Euro.

 

„Die Not hat viel Gesichter“

„Die Not hat viele Gesichter – und ich freue mich, dass es Menschen gibt, die ihre Augen nicht verschließen“, sagte Lange in seiner Dankesrede, in der er zahlreiche treue Helfer erwähnte, etwa Margit Gärtner, die seit 1975 das Festival der guten Taten tatkräftig unterstützt habe. Ebenfalls von Anfang an habe er „eine großartige Unterstützung vonseiten der BNN und ihres Verlegers und Chefredakteurs Klaus Michael Baur erfahren dürfen“, sagte Lange.
Der Jubilar hatte zum Schluss auch selbst ein Geschenk parat – nämlich 2 000 Euro für die Jugendmusikschule Bretten. „Es kann sich ja nicht jeder Jugendliche ein Instrument leisten, dafür soll das Geld verwendet werden.“

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Basement Tunes Jazz Quartett mit Robert Amend (Saxofon).

 

Nach dem offiziellen Teil gab es einen Stehempfang. | Foto: Rebel
Für anspruchsvolle Unterhaltung sorgte das Basement Tunes Jazz Quartett. | Foto: Rebel