Ein neues Altenpflegeheim des ASB entsteht derzeit an der Brettener Wilhelmstraße. Ob die Caritas auf dem Mellert-Fibron-Gelände eine neue Einrichtung baut, ist noch fraglich. | Foto: Dederichs

Lösung für Bretten fraglich

Caritas will Vertrag für Altenheim St. Laurentius noch in diesem Jahr

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Das jüngst in einer eilends anberaumten Pressekonferenz von OB Martin Wolff präsentierte Strategiepapier zur Katholischen Altenhilfe, über das der Gemeinderat am kommenden Donnerstag abstimmen soll, ist für die Caritas ohne Wert. „Der Gemeinderat kann es beschließen. Aber das hat keinerlei Auswirkungen auf unser Schließungskonzept für St. Laurentius“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Ettlingen, Yvonn Hürten, auf BNN-Nachfrage. „Wir möchten endlich Planungssicherheit – und das bedeutet: einen Erbpachtvertrag für das Gelände und eine verbindliche Erklärung, dass wir dort unser Altenheim bauen dürfen“, macht Hürten klar. „Auf mündliche Zusagen, wie sie in der Vergangenheit immer mal gemacht wurden, verlassen wir uns nicht mehr in Bretten.“

Mehrstufiges Verfahren für neues Altenheim

Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat hätten Monate Zeit gehabt, Entscheidungen zu treffen, beklagt die Caritas-Chefin. Vor Monaten habe man ihr vonseiten der Stadt noch signalisiert, dass auf dem Mellert-Fibron-Gelände die Bebaubarkeit gegeben sei, was sich inzwischen als unwahr herausgestellt habe. Und nun spreche Stadtplaner Ulrich Braun in den BNN von einem „mehrstufigen Verfahren“, das erst Mai/Juni 2018 in einen rechtskräftigen Bebauungsplan münden könnte.

Caritas läuft Zeit davon

Das Problem: Der Caritas läuft die Zeit davon. Derzeit gebe es Gespräche mit den Mitarbeitern des katholischen Altenheims, für die sie schließlich eine Verantwortung habe, so Hürten. Mit gut der Hälfte habe sie nun schon gesprochen, wobei einige erklärt hätten, von Bord gehen zu wollen. „Warum sollte ich unser Schließungskonzept stoppen? Unsere leidgeprüften Mitarbeiter haben endlich ein Recht darauf, klar zu erfahren, welche Perspektive sie haben und wie wir planen. Ich mache denen keine falschen Hoffnungen.“
Über die Gründe, warum das Thema Mellert-Fibron-Gelände jetzt auf die Tagesordnung komme, könne sie nichts sagen. „Ich dachte, dass das spätestens im Oktober schon im Gemeinderat beraten wird.“ Sie jedenfalls habe weder den Gemeinderat noch den OB unter Druck gesetzt oder gar „erpresst“, wie dies kolportiert werde, sondern lediglich die Alternativen aufgezeigt.

„Jetzt ist man aufgewacht“

„Ich denke, man hat uns vorher nicht so ernst genommen“, glaubt Hürten, „und jetzt, wo wir die Schließung vorbereiten, ist man aufgewacht.“ Sollte ihr noch in diesem Jahr ein Erbpachtvertrag und der definitive Beschluss, dass die Caritas ihr Heim bauen dürfe, vorliegen, könnte das Schließungskonzept unter bestimmten Umständen noch gestoppt werden. Könnte. Denn: Sollten weitere Mitarbeiter abwandern und für einen Betrieb von St. Laurentius in 2018 nicht mehr zur Verfügung stehen, gebe es keine Alternative zur Schließung.