Der Brettener Bahnhof ist einer von insgesamt 51 Bahnhöfen, die Teil des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II von Landesregierung und Deutscher Bahn sind. Bis zum Jahr 2029 sollen alle diese Bahnhöfe barrierefrei werden.
Der Brettener Bahnhof ist einer von insgesamt 51 Bahnhöfen, die Teil des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II von Landesregierung und Deutscher Bahn sind. Bis zum Jahr 2029 sollen alle diese Bahnhöfe barrierefrei werden. | Foto: Rebel

Umbau bis spätestens 2029

Fördermittel des Landes zur Modernisierung: Der Brettener Bahnhof wird barrierefrei

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Eine freudige Überraschung hat das Brettener Rathaus nun schon einige Tage vor dem Weihnachtsfest erreicht: Der Brettener Bahnhof ist einer von insgesamt 51 Bahnhöfen, die Teil des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II von Landesregierung und Deutscher Bahn sind. Bis zum Jahr 2029 sollen alle diese Bahnhöfe barrierefrei werden.

„Das ist wirklich ein schönes vorweihnachtliches Geschenk. Darum kämpfen wir ja schon seit zehn Jahren“, erklärt Bürgermeister Michael Nöltner mit Blick auf die frohe Botschaft aus dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg. „Wir haben die AVG bereits vor einigen Jahren damit beauftragt, einen Plan für die Modernisierung unseres Bahnhofs zu machen. Das ist jetzt unser Vorteil“, betont Nöltner außerdem.

Für die im Koalitionsvertrag der Landesregierung vereinbarte Landesinitiative „Bahnhof der Zukunft“ als Bahnhofsmodernisierungsprogramm II (BMP II) sind Kosten von insgesamt 430 Millionen Euro veranschlagt, die sich die Bahn (200 Millionen), das Land (150 Millionen) und die Kommunen (80 Millionen) untereinander aufteilen.

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Maßnahmen sollen zwischen 2020 und 2029 über die Bühne gehen

Auf Bretten könnten laut Nöltner dabei Kosten zwischen zwei und vier Millionen Euro zukommen, wobei sich das aktuell noch nicht genau beziffern lasse:

Natürlich wird ein Teil dieser Kosten an uns hängen bleiben. Aber vielleicht übernimmt der Landkreis zumindest einen Teil davon.

Wichtig ist für Nöltner die rasche Umsetzung des Projekts, sämtliche Maßnahmen sollen laut Verkehrsministerium zwischen 2020 und 2029 über die Bühne gehen.

Im Brettener Rathaus rechnet man damit, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis mit der Umsetzung begonnen wird. Dann wäre eine Fertigstellung im Jahr 2024 oder 2025 realistisch.

„Es wäre natürlich schön, wenn Bretten in der ersten Hälfte des veranschlagten Zeitraums zur Umsetzung kommt. Ich denke, dass wir gute Chancen haben, dass es hier zu einer baldigen Umsetzung kommt – was auch immer bald in diesem Zusammenhang heißt“, meint der Bürgermeister.

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Brettener Bahnhof wird barrierefrei

Im Zuge des BMP II wird der Brettener Bahnhof, der die Strecken Bruchsal-Mühlacker und Heilbronn-Karlsruhe miteinander verbindet, komplett barrierefrei. Nach Meinung Nöltners hätte dies übrigens längst passiert sein müssen:

Der Brettener Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt, auch für das Umland und für viele Pendler. Eigentlich ist es ein Unding, dass es so lange gedauert hat, bis sich hier was tut.

Wie das Landesverkehrsministerium mitteilt, besteht das BMP II aus drei Teilprogrammen, die wiederum Module genannt werden; diese können jeweils auch getrennt in Anspruch genommen werden. Modul I („Barrierefreie Haltestelle“) umfasst den barrierefreien Umbau von Bahnsteigen und deren Zugängen sowie die Sanierung von Bahnsteiganlagen.

Modul II („Stationsumfeld/Mobilitätsknoten“) dagegen unterstützt die Verknüpfung verschiedener Mobilitätsformen wie Bushaltestellen, E-Ladestationen oder Park&Ride-Angebote, die künftig nach stärker genutzt werden sollen. Mithilfe von Modul III („Kommunale Stationsgebäude“) unterstützt das Land – wie es offiziell heißt – „die Sanierung und dauerhafte Bereitstellung von Räumen zur Nutzung im Zusammenhang mit dem SPNV/ÖPNV in Stationsgebäuden“.

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Ohne Einschränkungen geht es nicht

Ohne Einschränkungen für die Zugreisenden und – im wahrsten Sinne des Wortes – ohne viel Lärm werden die geplanten Modernisierungsmaßnahmen sicher nicht vonstatten gehen. „Es wird ganz bestimmt auch Zeiten geben, wo beispielsweise auf dem einen oder anderen Gleis keine Züge fahren werden“, betont Bürgermeister Nöltner, schließlich müsste unter anderem auch an den Oberleitungen gearbeitet werden.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) unterstreicht derweil die Notwendigkeit des BMP II: „Bahnhöfe und Haltepunkte sind entscheidend für die Nutzung des Nahverkehrs auf der Schiene. Deshalb ist es so wichtig, dass sie attraktiv und barrierefrei sind und zum Einsteigen einladen. Im Sinne einer modernen, nachhaltigen Mobilität geht es darüber hinaus um die Vernetzung der Verkehrsmittel, damit Umsteigen leichter gemacht wird.“

Das Vorgänger-Programm BMP I, das zwischen 2009 und 2019 umgesetzt wurde, hatte laut Deutscher Bahn ein Volumen von rund 218 Millionen Euro.

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