So geordnet wie auf diesem Bild aus dem Feuerwehrhaus Bretten könnte es im neuen Rettungszentrum zugehen, das "die aktiven" am Gölshäuser Dreieck wollen. | Foto: Rebel

Standort: Gölshäuser Dreieck

„die aktiven“ für neues Brettener Rettungszentrum

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Sie sind unverzichtbar – die zahlreichen Ehrenamtlichen, die bei der Feuerwehr, beim Rettungsdienst oder beim Katastrophenschutz Dienst tun. Aber die gestiegenen Anforderungen an ihre Tätigkeiten und die gesetzlichen Vorgaben, wie etwa die Einhaltung der Hilfsfristen, machen den Dienst immer schwerer. Hinzu kommt, dass in den bestehenden Gebäuden am Breitenbachweg, wo Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz untergebracht sind, Raumnot herrscht und der Katastrophenschutz über mehrere Standorte in der Stadt verteilt ist.

Rettungszentrum birgt jede Menge Synergieeffekte

Unabhängig von der angedachten Überplanung beziehungsweise Modernisierung des Areals am Breitenbachweg bringen „die aktiven“ nun einen neuen Vorschlag in die Diskussion: „Wir wollen ein komplett neues Brettener Rettungszentrum“, sagt Jörg Biermann, Sprecher der vierköpfigen Ratsfraktion. Damit könnten auf einem Standort Feuerwehr, DRK und Katastrophenschutz angesiedelt und jede Menge Synergien erzielt werden. Als möglichen Standort schlagen die „aktiven“ das Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei „Im Feller“ an der B 35 vor. Dort, am Gölshäuser Dreieck, stünden etwa 10 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, von denen 8 000 im Besitz des Bundes, weitere 1 200 im Besitz der Stadt Bretten und der Rest im Privatbesitz sind.

Im Brettener Nordosten könnte das neue Rettungszentrum entstehen. | Foto: BNN

Im neuen Rettungszentrum könnten sich „alle Einsatzkräfte die Ausbildungs- und Sanitärräume teilen“, erklärt Biermann, und es bräuchte auch nicht so viele Kräfte für die Wartung der zahlreichen Fahrzeuge. Das Gelände liege an einer wichtigen Straßenkreuzung – und die Einsatzkräfte seien schnell beispielsweise in Gölshausen, der Kernstadt oder Diedelsheim. „Die müssen dann nicht mehr bei jedem Einsatz durch die ganze Stadt brausen“, weiß Biermann, hauptberuflich übrigens DRK-Geschäftsführer für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe.

Feuerwache mit hauptamtlichen Leuten angeregt

Der Vorsitzende der „aktiven“, Peter Maier, bringt im BNN-Gespräch zusätzlich zum Rettungszentrum noch eine weitere Anregung ins Gespräch, die in Bruchsal und Ettlingen schon umgesetzt ist: eine eigene Feuerwache, die von hauptamtlichen Kräften besetzt ist und beispielsweise bei kleineren Einsätzen, etwa Kleinbränden, Türöffnungen oder der Rettung einer Katze, aktiv werden. Damit, so Maier, werde das Ehrenamt „zusätzlich entlastet“, und die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr müssten nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit ausrücken. Anders sehe das natürlich bei größeren Einsatzlagen, möglicherweise mit Menschen in Lebensgefahr, aus. „Hier werden auch zukünftig alle Feuerwehrleute Hand in Hand zusammenarbeiten und gemeinsam retten, löschen, bergen und schützen.“
Mit dieser Lösung könnten auch die gesetzlichen Hilfsfristen (beim Notarzteinsatz sind dies laut Biermann 15 Minuten) leichter eingehalten werden, sind sich die beiden Vertreter der „aktiven“ sicher.

 

Am Breitenbachweg „auch eine Stadthalle denkbar“

Auf dem dann freiwerdenden Gelände am Breitenbachweg könnte entweder Wohnbebauung realisiert oder es könnten Flächen für das nahe Edith-Stein-Gymnasium angelegt werden. „Ich könnte mir dort auch eine Stadthalle vorstellen“, sagt Peter Maier.
Laut Biermann habe es bereits Gespräche mit dem DRK, der Feuerwehr und Bürgermeister Nöltner gegeben. „Was wir jetzt brauchen, ist ein Feuerwehr-Bedarfsplan“, sagt der Fraktionschef. Wenn die Idee der „aktiven“ realisiert werde, rechne er mit hohen Förderzuschüssen. Biermann: „Einrichtungen des Rettungsdienstes werden mit bis zu 90 Prozent bezuschusst.“