Im Zuge der Umsetzung des Mobilitätskonzepts für die Stadt Bretten steht unter anderem die Radverkehrsführung beim Kreisverkehr Kraichgau-Center ganz oben auf der To-do-Liste.
Im Zuge der Umsetzung des Mobilitätskonzepts für die Stadt Bretten steht unter anderem die Radverkehrsführung beim Kreisverkehr Kraichgau-Center ganz oben auf der To-do-Liste. | Foto: Rebel

Rat stimmt Maßnahmenpaket zu

Die ersten Projekte des Brettener Mobilitätskonzepts werden angepackt

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Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren, genau am 24. Oktober 2018, hat der Brettener Gemeinderat einstimmig die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes für die Melanchthonstadt beschlossen. Mit der Umsetzung des Vorhabens wurde die Planersocietät Dortmund/Karlsruhe beauftragt, die in Person von Philipp Hölderich dem Ratsgremium in dessen Sitzung am Dienstagabend die Zwischenberichte 1 und 2 vorstellte.

„Es gibt eine große Pkw-Affinität in Bretten, dagegen gibt es bei der Fahrraddichte noch Nachholbedarf“, erklärte Hölderich. „Endlich sind wir mittendrin in diesem Thema. Es ist einfach wichtig, dass wir jetzt auf einer Grundlage mit Basiswissen und gesicherten Zahlen agieren können“, ergänzte Oberbürgermeister Martin Wolff. Mittlerweile wurde durch die Stadtverwaltung ein erstes Maßnahmenpaket erstellt, wodurch das Mobilitätskonzept langsam aber stetig Gestalt annimmt.

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Vier Punkte stehen ganz oben auf der To-do-Liste

Diesem Paket liegen Ergebnisse der Auswertungen der Bürger- und Firmenbefragungen sowie aus der Bürgerinfoveranstaltung zugrunde, unterstrich Hölderich. Demnach sollen zeitnah der geplante Ausbau der Radwege sowie die barrierefreie Anbindung der Bushaltestelle Rechberg in Angriff genommen werden.

Zudem steht die Radverkehrsführung beim Kreisverkehr Kraichgau-Center sowie die Fußgängerunterführung Im Brückle/Mellert-Fibron-Gelände ganz oben auf der To-do-Liste. Diesem Maßnahmenpaket stimmten alle der anwesenden 26 Ratsmitglieder zu.

Weitere Maßnahmen noch vor der Sommerpause geplant

Noch vor der Sommerpause sollen weitere konkrete Maßnahmen definiert und dem Gemeinderat präsentiert werden. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass das ganze Thema nun recht unpolitisch und sachlich in professionelle Hände genommen und untersucht wurde und dass dabei die Bürger mit eingebunden waren – und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Aaron Treut von der CDU-Fraktion. „Wir werden auch weiterhin die Bürger stark mit einbinden“, versicherte Hölderich.

55 Prozent der Brettener nutzen das Auto

Grünen-Fraktionssprecher Otto Mansdörfer forderte, dass man die im Konzept verankerten Ziele noch mehr zuspitzen müsse, während Bernhard Brenner für die Freien Wähler erklärte: „Wir müssen versuchen, dass sich die Leute bei kurzen Strecken künftig überlegen, ob sie nicht lieber zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen.“ Aus den Zwischenberichten zum Mobilitätskonzept geht hervor, dass 55 Prozent der Brettener ihre Wege mit dem Auto zurücklegen, das Fahrrad nutzen dagegen nur neun Prozent.

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Umsetzung des Konzepts in vier Schritten

Zur Umsetzung des Mobilitätskonzeptes sind vier Verfahrensschritte vorgesehen. Zuerst wird die Ausgangssituation erfasst und analysiert. Danach werden die daraus resultierenden Ergebnisse ausgewertet und verkehrspolitische Ziele festgelegt. Im dritten Schritt wird ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept erstellt, in dessen Folge das Umsetzungskonzept erstellt wird, in dem Prioritäten, Maßnahmen und Maßnahmenbündel festgezurrt werden.

Eng verzahnt damit sind verschiedene Straßenverkehrskonzepte, über die Helmut Wößner vom Regierungspräsidium Karlsruhe informierte. Die zentralen Projekte, die aktuell laufen, sind das Gölshäuser Dreieck, die L1103/B35-Anbindung, der Radweg zwischen Bretten und Großvillars sowie die geplante Südwest-Ortsumfahrung von Bretten.

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In der Stadtkasse fehlen aktuell 2,5 Millionen Euro

In der Stadtkasse der Melanchthonstadt fehlen wegen der Corona-Pandemie derzeit bereits rund 2,5 Millionen Euro, teilte OB Wolff mit. Dies ist auf ausbleibende Steuereinnahmen zurückzuführen. „Es gibt bislang aber noch keine verlässlichen Zahlen. Wir hoffen, dass wir bis Ende nächster Woche verlässliche Zahlen bekommen“, betonte das Stadtoberhaupt. Im Juni wolle man sich dann beraten und entscheiden, ob man für Bretten gegebenenfalls einen Nachtragshaushalt brauche.

Alle Besucher der öffentlichen Sitzung mussten ein Formular ausfüllen, um gegebenenfalls Infektionsketten nachvollziehen zu können. Außerdem mussten alle Sitzungsteilnehmer zur Einhaltung der geforderten Hygienevorschriften einen Mund- und Nasenschutz tragen.