Feierliche Übergabe: Bei ihrem Besuch in Stuttgart hatte Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner auch Briefe und Mails dabei, in denen sich die Bürger über die aktuelle Belastung Pfinztals durch die Vollsperrung der Weingartener Ortsdurchfahrt beschweren.

B 293-Umfahrung Pfinztal

Die Unterlagen sind jetzt in Berlin

Anzeige

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann kommt nach Berghausen. Das hat Ministerialdirektor Uwe Lahl Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner bei ihrem Besuch in Stuttgart versichert. Bodner war am Donnerstag gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Christian Jung (FDP, Karlsruhe-Land) und den beiden Landtagsabgeordneten Barbara Saebel (Grüne, Ettlingen) und Christine Neumann-Martin (CDU, Ettlingen) in die Landeshauptstadt gefahren, um sich über den Fortgang der B 293-Ortsumfahrung Berghausen zu informieren.

Post ging am 9. Juli raus

Zuletzt war in Pfinztal und bei den Abgeordneten Unmut aufgekommen, weil das Regierungspräsidium Karlsruhe die Unterlagen bereits im März an das Ministerium in Stuttgart weitergeleitet hatte, dieses die Papiere Anfang Juli aber noch nicht genehmigt und an das Bundesministerium übergeben hatte. Die Unterlagen für Walzbachtal, die Fortführung der Umfahrung,  hingegen waren da schon längst in Berlin. Wie Lahl seinen Gästen mitteilte, gilt das inzwischen auch für die Pfinztal-Papiere. Sie seien am 9. Juli nach Berlin übermittelt worden. Lahl geht davon aus, dass der Bund den sogenannten „Gesehenvermerk“, noch in diesem Jahr erteilen wird. Dessen Übergabe möchte Hermann dann zum Anlass nehmen, um nach Pfinztal zu kommen und sich vor Ort über die Verkehrsproblematiken im Ort zu informieren.

Baubeginn Ende 2021

Der „Gesehenvermerk“ ist Voraussetzung dafür, dass die Baumaßnahme ins Planfeststellungsverfahren gehen kann. Das könnte – nach Ansicht des Ministeriums – voraussichtlich 2019 eingeleitet werden. Sofern es im Verfahren zu keinen Verzögerungen komme, könne nach derzeitiger Einschätzung mit einem Baubeginn Ende 2021 gerechnet werden.

den Weg gemeinsam gehen

Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner und die drei Abgeordneten zeigten sich zufrieden. „Die Gemeinde Pfinztal nimmt hoffnungsvoll zur Kenntnis, dass die Unterlagen am 9. Juli an den Bund weitergeleitet wurden“, sagte Bodner. „Das Ministerium hat uns glaubhaft versichert, den Weg ab hier gemeinsam gehen und einen direkten Informationsaustausch pflegen zu wollen.“ Wieso sich die Genehmigung und Übergabe der Pfinztal-Unterlagen verzögerten, das begründete Lahl offensichtlich nicht. „Das liegt am Prozess“, sagte Bodner gegenüber den BNN.

Bodner übergibt Briefe der Bürger

Wenn Hermann im Spätjahr nach Berghausen kommen und die Problematik bis dahin noch nicht gelöst sein sollte, werden die Bürger sicherlich auch die aktuelle Belastung Pfinztals durch die Vollsperrung der Weingartener Ortsdurchfahrt ansprechen. Das tat auch Bodner in Stuttgart. Im Gepäck hatte sie rund 100 Briefe und Mails, in denen Pfinztaler Bürger ihre Not schildern. Nach Angaben von Bodner rollen täglich rund 8 000 Fahrzeuge mehr durch Berghausen, seit Weingarten gesperrt ist. „Herr Lahl hat versprochen, sich die Problematik zu Gemüte zu führen und dem Herrn Minister zu berichten“, sagte die Bürgermeisterin.

Wir erwarten von Weingarten eine Lösung

Die aktuelle Belastungssituation war auch wieder Thema im Pfinztaler Gemeinderat. Nachdem Weingartens Bürgermeister Eric Bänziger dem Pfinztaler CDU-Vorsitzenden und Gemeinderat Frank Hörter in der vorvergangenen Woche Populismus vorgeworfen hatte, blieb dieser auch in der jüngsten Sitzung bei seinem Standpunkt: Von der Komplettsperrung hätte Pfinztal aus der Zeitung erfahren, sagte Hörter. Pfinztal sei keinesfalls in die Planungen einbezogen gewesen.
Einzig eine Stellungnahme habe die Gemeinde abgeben können, ein normales Prozedere, hieß es dazu „indirekt“ aus der Pfinztaler Verwaltung. „Wir erwarten von Weingarten, dass sie eine Lösung auf ihrer Gemarkung anbieten.“ Darauf, wenngleich nicht ganz so vehement eingefordert, hofft auch Bodner.