Die VBU-Vorsitzende Marion Klemm moderierte die Diskussionsrunde des traditionellen Heringsessens, bei der OB Martin Wolff (Zweiter von rechts) gemeinsam mit IHK-Vizepräsident Roland Fitterer (rechts) und Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Kleck den Besuchern Rede und Antwort standen.
Die VBU-Vorsitzende Marion Klemm moderierte die Diskussionsrunde des traditionellen Heringsessens, bei der OB Martin Wolff (Zweiter von rechts) gemeinsam mit IHK-Vizepräsident Roland Fitterer (rechts) und Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Kleck den Besuchern Rede und Antwort standen. | Foto: Rebel

Heringsessen der VBU

Diese Themen und Fragen bewegen Bretten

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Wer einen offenen Schlagabtausch in bester Politischer-Aschermittwoch-Manier erwartet hatte, der wurde am Mittwochabend in der Aula des Hallensportzentrums enttäuscht. Vielmehr standen beim Heringsessen der Vereinigung Brettener Unternehmen (VBU), das traditionell immer eine Woche nach Aschermittwoch stattfindet, konstruktive Gespräche sowie ein reger und gleichermaßen informativer Gedanken- und Ideenaustausch im Mittelpunkt.

Podiumsdiskussion mit OB Wolff

„Alle Gewerbetreibenden landauf landab sitzen im gleichen Boot. Wir sind alle Puzzleteilchen eines großen Ganzen“, sagte die VBU-Vorsitzende Marion Klemm. „Es geht hier nicht nur um Fisch. Diese Veranstaltung ist immer eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch über Wirtschaft, Handel und Innenstadt“, erklärte Oberbürgermeister Martin Wolff, der gemeinsam mit Stefan Kleck, Geschäftsführer der Brettener Stadtwerke, und Roland Fitterer, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) sowie Inhaber von sieben Edeka-Filialen, im Rahmen einer Podiumsdiskussion den 95 Teilnehmern des Treffens Rede und Antwort stand.

„Wo drückt der Schuh?“

Die Diskussionsrunde war mit der allgemeinen Frage; „Wo drückt der Schuh?“ überschrieben, wobei sich recht schnell herauskristallisierte, was genau die Themen sind, die in Bretten allgemein und die VBU-Mitglieder im Besonderen interessieren. Zuerst wäre da der Sporgassen-Umbau, für den der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung final den Weg geebnet hat (die Brettener Nachrichten berichteten). Dabei, so OB Wolff, sei es das Ziel, ein Teilgrundstück an die Firma Weisenburger zu verkaufen. Auf dem Areal sollen bekanntlich ein Ärztehaus und eine Tiefgarage gebaut werden, wobei die Tiefgarage, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Kleck betonte, zwar von der Firma Weisenburger gebaut werde, finanzieren wird diese jedoch die Stadt, die später auch als Betreiberin fungiert. „Während der Bauzeit wird der Parkplatz Sporgasse übrigens zur Hälfte als Parkplatz erhalten bleiben“, sagte Wolff.

Ärztehaus in der Sporgasse

Im Ärztehaus seien bereits 80 Prozent der Flächen vergeben, wobei Weisenburger zugesichert habe, dieses bereits ab einer Auslastung von 50 Prozent zu bauen. Auf die Frage, ob dieses dritte Ärztehaus – es gibt in der Melanchthonstadt bereits ein Ärztehaus bei der Rechbergklinik sowie eines beim Kraichgau-Center – nötig ist, entgegnete Wolff: „Dieses Ärztehaus ist eine hervorragende Ergänzung zu den beiden anderen Ärztehäusern und dient zur Sicherung der ärztlichen Nahversorgung.“ Eine weitere Frage, die den Händlern aktuell unter den Nägeln brennt, war die nach einer möglichen Erhöhung der Gewerbesteuer, nachdem die Stadt bei den Gewerbesteuereinnahmen zuletzt massive Einbußen zu verzeichnen hatte.

Gewerbesteuer bleibt unverändert

„Es gibt keine Tendenz, die Gewerbesteuer zu erhöhen. Das haben andere Städte von vergleichbarer Größe gemacht, aber ich halte das für das falsche Signal“, betonte Wolff. Weitere zentrale Themen waren das Mobilitätskonzept der Stadt, das Landmesser-Haus, die Gartenschau-Bewerbung und damit verbunden die Begrünung der Innenstadt sowie Möglichkeiten, um weitere Einkaufserlebnisse zu schaffen. Vor der Podiumsdisskussion hatte IHK-Vize Fitterer die Melanchthonstadt in einem Kurzvortrag in den höchsten Tönen gelobt: „Bretten hat sehr viel Potenzial, das man unbedingt nutzen sollte.“

Lob für Landespolitiker

Neben zahlreichen Einzelhändlern und Unternehmern waren zum Heringsessen auch Bürgermeister Michael Nöltner, etliche Rathaus-Mitarbeiter sowie einige Gemeinderäte und die Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz (Grüne) und Joachim Kößler (CDU) gekommen. Vor allem bei den beiden Landespolitikern und den anwesenden Gemeinderäten bedankte sich Klemm: „Mit Ihrer Anwesenheit hier bekunden sie Interesse daran, zu erfahren, wo die Sorgen und Nöte Ihrer Wähler liegen.“