Stecken in fast jedem Küchengerät: E.G.O.-Produkte. Das Foto zeigt Strahlungsheizkörper, die hier am Stammsitz in Oberderdingen hergestellt werden. | Foto: E.G.O.

Unternehmen aus Oberderdingen

E.G.O.-Gruppe lässt sich von Umsatzdelle nicht entmutigen und setzt auf Asien

Anzeige

Sie sieht aus wie eine Küchenarbeitsplatte – und ist auch eine. Auf ihr kann wie gewohnt mit dem Messer Gemüse oder Fleisch geschnitten werden. Doch dann stellt E.G.O.-Vertriebsgeschäftsführer Wolfgang Bauer einen Topf mit Wasser darauf – schon kocht es dank der Induktionstechnik des Oberderdinger Spezialisten.

Es ließe sich sogar noch eine Spüle des E.G.O.-Schwesterunternehmens Blanco integrieren. „Cucina 4.0“ heißt die Innovation, die E.G.O. zusammen mit dem spanischen Unternehmen TPB Tech entwickelt hat. In Barcelona wird in einem Restaurant damit bereits direkt vor Feinschmeckern gekocht. Die Fachwelt ist fasziniert.

Fokus auf Asien

Es sind solche Innovationen, mit denen E.G.O. bei Küchengeräten, Waschmaschine und Trockner auch künftig punkten will. Dabei ist die Marschroute klar, wie das Unternehmen vor Medienvertretern in der neuen Oberderdinger Konzernzentrale klar macht: Internationalisierung mit Fokus auf Asien und Ausbau vor allem bei der Sparte Waschmaschinen und Trockner.

Weltmarktführer bei Strahlungsheizkörpern

„Wir müssen so nah wie möglich an unseren Kunden und Märkten dran sein“, sagt Dirk Schallock, der neue Vorsitzende der E.G.O.-Geschäftsführung. Ein Beispiel: Samsung und LG kannten die Europäer vor allem als Hersteller von sogenannter Brauner Ware wie LED-Fernsehern. Diese asiatischen Konzerne drängen wie auch der Haier-Konzern massiv mit Küchengeräten – der Weißen Ware – in hiesige Haushalte. E.G.O. hat nun in Taicang (China) sein Entwicklungszentrum erheblich ausgebaut, auch weil die Asiaten vom Kochen mit Gas auf Elektro umsteigen. Bei Strahlungsheizkörpern ist E.G.O. mit einem Anteil von 60 Prozent Weltmarktführer – Verbraucher kennen die rotglühenden Kreise unter den Ceran-Kochfeldern. Neun der 14 größten Hersteller von Weißer Ware hätten in Asien ihren Sitz, betont Schallock die Bedeutung dieses Marktes. Aber auch in Mexiko und in den USA wollen die Oberderdinger mittelfristig mehr Produkte entwickeln.

Knapp ein Prozent weniger Umsatz im Jahr 2018

Mehrere Trends liegen auf der Hand: Weil offene Küchen noch populärer werden, reagiert E.G.O. mit leiserer (Küchen-)Technik. Gesund soll die Ernährung auch sein, daher die (vitamin-)schonende Zubereitung per Dampfgarer samt integrierter E.G.O. Technik.
In diesem Jahr will E.G.O. um 4,5 Prozent auf 630 Millionen Euro Umsatz wachsen – über dem Weltmarkt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden mit 603 Millionen Euro hingegen 0,9 Prozent weniger erlöst.
Zwei Gründe nennt Schallock dafür: Zum einen Währungseffekte bei dem Global Player mit 20 Vertriebs- und Produktionsstandorten in 17 Ländern. Währungsbereinigt wäre man beim Umsatz auf Vorjahreshöhe gekommen. Zum anderen haben Hersteller unterschiedlichster Branchen auch 2018 wie wild Elektronikkomponenten geordert – die Produktion reichte nicht. Als E.G.O. endlich ausreichend viele Bauteile bekam, schwächelten einige Großkunden der Oberderdinger.