Bald Geschichte: Das St. Laurentius Altenheim Bretten wir nach den Plänen des Caritasverbands Ettlingen zum Jahresende geschlossen. | Foto: Rebel

Caritas bleibt bei Schließung

Endgültiges Aus für Altenhilfe St. Laurentius in Bretten

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Das dürfte nun das endgültige Aus für eine katholische Altenhilfe auf dem Mellert-Fibron-Gelände in Bretten gewesen sein: In einer Presseinformation teilt der Caritasverband Ettlingen mit, dass die Caritas Altenhilfe Trägergesellschaft das im November 2017 begonnene Schließungskonzept nach wie vor weiter verfolge. Die Vorstandsvorsitzende Yvonn Hürten bestätigt auf Nachfrage, dass damit das Vorhaben, auf dem Mellert-Fibron-Areal eine Einrichtung mit einer stationären Altenpflege, einer Tagespflege und einer Sozialstation unter einem Dach zu bauen, endgültig gestorben sei. Der Grund: Die Zeit reiche einfach nicht mehr für einen nahtlosen Übergang der aktuellen Altenhilfeangebote in einen noch zu realisierenden Ersatzneubau, Mitarbeiter gingen, und auch Heimbewohner suchten sich eine neue Bleibe.

Urbanes Gebiet geplant

Noch im Dezember war man allerdings davon ausgegangen, dass die katholische Altenhilfe auf dem Mellert-Fibron-Gelände eine neue Heimat finden könnte. Der Gemeinderat hatte den Bebauungsplan mit der Umwidmung von einem Gewerbegebiet in ein „Urbanes Gebiet“ nach langem Hin und Her dergestalt geändert, dass ein Altenhilfeprojekt dort möglich wäre. Der Caritasverband hatte jedoch wiederholt ein baureifes Grundstück gefordert. Doch das war in der Kürze der Zeit nicht zu haben.

Altenhilfe scheitert am Zeitplan

Am vergangenen Freitag hatten sich die Caritas und die Stadt nochmals zusammengesetzt und sich gegenseitig zumindest guten Willen und ernsthaftes Bemühen zugesprochen. Allein – es reichte nicht. Bei dem Gespräch sei deutlich geworden, dass das notwendige Baurecht noch nicht hergestellt sei und die erforderlichen Belegungs- und Mitarbeiterzahlen durch Abwanderung von Mitarbeitenden und Kunden bereits unterschritten sei, bekundete Hürten.
„Wir haben getan, was wir konnten, doch ein baureifes Grundstück war in der Zeit nicht zu bekommen“, erklärte Brettens OB Martin Wolff. Bei einem Bebauungsplanverfahren seien Fristen für Anhörungen und Offenlagen einzuhalten, da lasse sich nichts beschleunigen. Darum dauere es in der Regel ein Jahr, bis alle Verfahrensschritte gelaufen sind. „Bis Mai oder Juni hätte es gedauert – und das war Frau Hürten bekannt. Aber so lange wollte sie nicht warten“, bekundete das Stadtoberhaupt.

Risiko zu groß

Dabei habe der Gemeinderat mit der Umwidmung in ein „Urbanes Gebiet“ ein klares Zeichen gesetzt, um das Vorhaben doch noch zu verwirklichen. Nach Wolffs Vorstellung hätte die Caritas das alte St-Laurentius-Heim noch ein halbes Jahr länger betreiben sollen, dann wäre der gewünschte nahtlose Übergang möglich gewesen.
Doch das habe die Caritas aus betriebswirtschaftlichen Gründen abgelehnt. „Für die Caritas war das Risiko, das Gebäude weiter zu betreiben, aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu groß“ , berichtet der OB weiter. Beim Brandschutz hätte die vorhandene Bausubstanz für eine Übergangszeit wohl noch ausgereicht, kritischer habe es allerdings beim generellen Sanierungsbedarf ausgesehen. Kritisch bewertet Wolff allerdings, dass dem Caritasverband nicht nur Mitarbeiter weggelaufen seien, manchen von ihnen sei auch aktiv gekündigt worden.

Und der Lärmschutz?

„Wie von mir vorgergesagt! Obergau! Umwidmung umsonst, Lärmschutzwand teuer“, kommentiert Jörg Biermann von den aktiven das Aus für St. Laurentius.
Der OB hält dagegen: Was den Lärmschutz betreffe, sei noch kein Backstein bewegt. Jetzt müsse die Stadt gemeinsam mit dem Gemeinderat überlegen, welche alternative Nutzung auf dem für das Altenzentrum vorgesehenen Areal in Frage kommen. Je nach dem benötige man einen Lärmschutz – etwa bei einer Wohnbebauung, oder auch nicht – etwa bei einer Stadthalle.