Filmschätze aus Bretten hat Erich Follner für das BNN-Projekt "Zurückgespult" in die Redaktion gebracht. | Foto: Hansjsörg Ebert

Filmschätze für die Nachwelt

Erich Follner hat alte Streifen vom Peter-und-Paul-Fest aufbewahrt

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Fast täglich trudeln selbst gedrehte Filme in der Brettener Redaktion ein – das Projekt „Zurückgespult“ der Badischen Neueste Nachrichten stößt auf gute Resonanz. Gesucht werden Filmschätze der Region, die dann gesichtet und ausgewertet werden. Die aussagekräftigsten Szenen werden in einer fünfteiligen DVD-Edition zusammengefügt. Sie soll die sechs Jahrzehnte Regionalgeschichte zwischen 1930 und 1990 abdecken.

Mit Super-8 gedreht

Der Brettener Erich Follner hat in früheren Jahren viel gefilmt, zunächst mit der Normal-8-Kamera, dann mit der Super-8. Zumeist waren dies Aufnahmen von Familienfesten und von Feiern im Freundeskreis. Je zwei Filme hat er aber auch von der Bretten Bütt (1982 und 1987) und vom Peter-und-Paul-Fest (1973 und 1977) gedreht. Und dann gibt es noch einen Stadtspaziergang durch Bretten vom Juni 1980.

„Nette Sachen dabei“

Mit diesem Streifen, für den Follner zwei junge Damen auf einem Rundgang zu den Brettener Sehenswürdigkeiten mit der Kamera begleitet hat, gewann der damalige Handelsvertreter für Fotoapparate und Zubehör sogar einen Preis. Die Brettener Bütt nahm der Hobbyfilmer vor die Linse, weil dort seine beiden Töchter bei den Gardemädels mitgetanzt haben. In der Zeitung las der heute 85-Jährige von der Filmaktion der BNN. Auf den Hinweis seiner Frau hin durchforstete er sein Filmarchiv und wurde fündig. „Da sind schon ein paar nette Sachen dabei“, bekundet er bei der Übergabe der sorgfältig beschrifteten Filmdosen. Fotografiert habe er schon immer, erzählt der rüstige Rentner, angefangen mit einer Minox bis hin zur 13/18-Kamera.

5.000 Dias für Fanfarenzug

Für den Brettener Fanfarenzug hat er mehr als 5 000 Dias gemacht, in der Realschule hat der Fotokaufmann im Außenhandel, der aus Südmähren stammt, in Wien aufgewachsen ist und seit 70 Jahren in Bretten lebt, ein komplettes Fotolabor eingerichtet. Anno 1959 kam zum Fotografieren auch das Filmen hinzu, teils mit Ton, teils ohne. Manche Streifen hat er nachträglich auch mit Ton versehen.
Mit dem Aufkommen der Digitalkameras war für Erik Follner allerdings Schluss mit der Filmerei, die digitale Welt ist nicht die Seine. Vom den zahllosen Filme, die er im Lauf der Jahre gedreht hat, sind nicht mehr allzu viele übrig geblieben. Etliche Filmschätze hat er verschenkt. Mit den Filmen für das BNN-Projekt hofft er, einiges Sehenswerte für die Nachwelt zu erhalten.