Die Brettener Friedrichstraße soll laut Vorschlag von Oberbürgermeister Martin Wolff als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Das bedeutet, dass hier Radler den Vorrang genießen und die Autofahrer besondere Rücksicht walten lassen müssen.
Die Brettener Friedrichstraße soll laut Vorschlag von Oberbürgermeister Martin Wolff als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Das bedeutet, dass hier Radler den Vorrang genießen und die Autofahrer besondere Rücksicht walten lassen müssen. | Foto: Rebel

Mobilitätswende in Bretten

Für Brettener Radverkehr ist ein Gesamtkonzept in Arbeit

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Was tut sich in Bretten im Blick auf Radwege? Immerhin nimmt der Radverkehr bei der Entwicklung des Mobilitätskonzepts für die Stadt Bretten eine wichtige Rolle ein. Laut Brettens Stadtoberhaupt geht es dabei gerade darum, den innerörtlichen Verkehr so zu optimieren, dass es neben der größtmöglichen Vermeidung von Emissionen für alle Verkehrsteilnehmer auch attraktiv ist, ihr Fortbewegungsmittel umwelt- und ressourcenschonend zu wählen. Ein passables Radwegenetz gehört hier sicher dazu.
Puzzleteil Friedrichstraße.

Mit der Einrichtung der Friedrichstraße als Fahrradstraße hat OB Martin Wolff beim Neujahrsempfang eine ersten Maßnahme verkündet. Fahrradfahrer sollen dort künftig Vorrang bekommen. Was nicht bedeutet, dass in der Friedrichstraße keine Auto mehr fahren dürfen. Sie dürfen allerdings maximal mit Tempo 30 unterwegs sein und werden zu erhöhter Vorsicht aufgefordert. Möglicherweise werden dort auch eigene Spuren für Radler gekennzeichnet.

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Friedrichstraße als Puzzleteil

Nun ist die Friedrichstraße nur ein kleines Puzzleteil bei der West-Ost-Verbindung für Radler vom Bahnhof bis zum Schwimmbad. Wie soll die gesamte Trassenführung aussehen und wo sind die Knackpunkte? „Die Knackpunkte sind die Kreuzungen, Straßenquerungen und die Kreisverkehrsplätze“, erklärt Karl Velte, der Leiter des Brettener Stadtbauamts: Von Ost nach West von Diedelsheim kommend über die Melanchthonstraße durch den Kreisverkehrsplatz in der Melanchthonstraße. Dann durch den ovalen Kreisverkehrsplatz, einmündend in die Wilhelmstraße. Von der Wilhelmstraße über die Pforzheimer Straße, weiter in die Georg-Wörner-Straße, dann in die Saarstraße zum Schulzentrum vorbei am Hallenbad/Freibad in den Überland-Radweg Richtung Knittlingen.

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Die Vorteile dieser Trassenführung seien die Anbindungen an den ÖPNV, wie den Bahnhof, die Haltestelle Bretten Mitte, die Haltestelle Schulzentrum sowie an die Stadtmitte und die Fußgängerzone. Auch das Melanchthon-Gymnasium, das Edith-Stein-Gymnasium, das Hallenbad und das Freibad seien auf diesem Wege gut erreichbar. „Es handelt sich hierbei um eine Variante, die wir derzeit prüfen“, betont Velte, andere Abschnitte seien ebenso denkbar.

Hindernis Einbahnstraße

Nach den Vorstellungen von Bürgermeister Michael Nöltner könnte die Radwegeführung von der Friedrichstraße Richtung Westen ein kurzes Stück über die Pforzheimer Straße und dann in die Untere Kirchgase bis zur Schlachthausgasse führen. Und von dort weiter am Seedamm und am Saalbach entlang bis zur Alten Post. Ein Hindernis gibt es dabei allerdings: Beim West-Ost-Verkehr wäre in der Pforzheimer Straße ein etwa 15 Meter langes Teilstück gegen die Einbahnrichtung zu bewältigen.

Stärkung des Radverkehrs

Für die Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Bretten (BIVEP) stellt die Friedrichstraße eine mögliche Trassenkomponente dar und sollte deshalb im Zuge eines Gesamtkonzepts vorgestellt und geprüft werden. „In der Mobilitätswende gibt es Einigkeit darüber, den Verkehrsraum zur Stärkung des Fahrradverkehrs zu verändern. Prinzipiell sehen wir es als gutes Signal der Stadtverwaltung, wenn sie Ideen und Ansätze entwickelt, um dem Fahrradverkehr in Bretten mehr Raum zu geben“, erklären Kathrin Breuer und Frank Schneidereit, beide Sprecher der BIVEP. Die Beweggründe der Stadtverwaltung für die vorgeschlagene Auswahl der Friedrichstraße als Fahrradstraße seien ihnen allerdings nicht bekannt.

Anwohner einbeziehen

„Grundsätzlich halten wir für den Fahrradverkehr in Bretten ein durchgängiges Radwegenetz für unerlässlich. Ob die Friedrichstraße ein sinnvolles Teilstück hierfür ist, kann man erst beurteilen, wenn die Trassenführung in ein Gesamtwegenetz eingebunden wäre“, erklären die Vertreter der Bürgerinitiative. Unabhängig von der Frage, ob die Friedrichstraße die richtige Wahl sei oder nicht, fände man es wichtig, bei der Einrichtung von Fahrradstraßen die Bedürfnisse der Anwohner zu berücksichtigen. So können Zusatzschilder etwa die Zufahrt für Anwohner ermöglichen und eine Umgestaltung des Parkraumes die Aufenthaltsqualität verbessern.

Wie geht es in Bretten weiter? „Bei der anstehenden Projektbeirat-Sitzung werden wir auf der Grundlage der Mobilitätsuntersuchung aus der Bürgerbefragung nicht nur die Ergebnisse vorstellen, sondern auch die quantitativen und qualitativen Ziele und Maßnahmen im Besondern zum Radverkehr vorstellen. Im Anschluss werden diese dem Gemeinderat vorgeschlagen“, bekundet Bauamtsleiter Velte.

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Bessere Beschilderung

Den aktuelle Handlungsbedarf sieht er darin, dass in enger Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger (RP) ein Nutzungskonzept erarbeitet wird. Damit der vorhandene Straßenraum auch für den Radverkehr sicher genutzt werden kann. Denn die Fahrbahn- und Straßenflächen müssten allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung gestellt werden.

Ein erster Schritt können laut Velte Markierungen und Beschilderungen speziell für den Radverkehr sein, auch auf Bundes-und Landesstraßen. Da gebe es zwischenzeitlich Beschilderungen die nicht nur größer, sondern auch von der Farbgebung besser erkennbar seien. „Und bei den Gemeindestraßen prüfen wir derzeit die möglichen Trassenführungen!“