Eine Nachtschicht mussten die Fachfirmen einlegen, um den gekippten Baukran, dessen Ausleger gefährlich über den Dächern zweier Wohnhäuser hing, sicher abzubauen. | Foto: Ebert

Nachtschicht eingelegt

Gekippter Baukran über Brettens Dächern demontiert

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Bis in die frühen Morgenstunden haben die Fachfirmen gearbeitet, um den gekippten Baukran, der über den Dächern von zwei Wohnhäusern in der Bahnhofstraße schwebte, auf sicheren Boden zu holen.

Der 25-Tonnen-Kran war am Montag um die Mittagszeit in Schieflage geraten, weil ein Stützfuß in eine bis dahin unbekannte Klärgrube einbrach. Der senkrechte Kranpfeiler kippte dabei gegen die Hauswand, der Ausleger schlug auf das Dach des Nachbargebäudes auf. Dann federte er wieder nach oben und hing gefährlich frei über der Stromleitung, die vom einen zum anderen Wohnhaus führt. Die Stadtwerke beeilten sich deshalb, den Strom dort abzustellen.

Baukran wird Zug um Zug zerlegt

Drei große Auslegerkräne waren nötig, um das Ungetüm sicher und ohne weitere Schäden anzurichten zu bergen. Zwei der Kräne sicherten den in sich verdrehten Auslegerarm, der dritte stabilisierte den Hauptturm des Krans. So gelang es in mühsamer Nachtarbeit, den Ausleger vom Haus weg zu bewegen und langsam abzulassen. Zug um Zug wurde das Stahlgestell dann mit dem Schweißgerät in kleinere Teile zerlegt und abtransportiert. Als die Sonne aufging, waren von dem Stahlkoloss nur noch zwei schwere Betongewichte übrig, die über der eingebrochenen Klärgrube lagen.

Betriebshaftpflicht gefragt

„Totalschaden“ konstatierte der Kranbesitzer an seinem Arbeitsgerät, das neu 150 000 Euro kostet. Abgesichert ist er für einen solchen Fall mit einer Betriebshaftpflichtversicherung. Er hofft, dass die für den entstandenen Schaden aufkommt. „Den ganzen Tag über haben wir mit der Versicherung telefoniert, um zu erfahren, wie der Schaden beglichen wird“, berichtete der Firmenchef, der erst um sechs Uhr früh nach Hause kam.

Trümmerfeld: Weil eine bis dato unbekannte Klärgrube einbrach, kippte am Montag ein Baukran gegen das daneben stehende Wohnhaus. | Foto: Ebert

Statiker gibt Entwarnung

Noch am Abend es Unglücktstags hatte ein Statiker die Gebäude begutachtet und festgestellt, dass keine Einsturzgefahr besteht. So konnten die Bewohner, der beiden Gebäude, die die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen evakuiert hatte, wieder ihre Wohnungen beziehen.

Derweil hatte der Hausbesitzer eine Dachdeckerfirma beauftragt, die vom Baukran zertrümmerten Ziegel zu ersetzen und das angeschlagene Gebälk darunter nebst Lattung zu erneuern. Auch ein umgedrückter  Kamin, der nun auf einer Antenne hing, muss repariert oder ersetzt werden. An der Rückseite des Wohnhauses gibt es Schäden an der Wand und an einem Fenster.