Bald Geschichte ist der sandgelbe Belag der Georg-Wörner-Straße. Ab Mitte/Ende August wird die Straße wieder aufgefräst und mit schwarzem Asphalt versehen. | Foto: Rebel

Ab Mitte August Vollsperrung

Georg-Wörner-Straße wird wieder schwarz

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Alles neu macht der August: Dann nämlich soll die Georg-Wörner-Straße wieder einen schwarzen Asphaltbelag erhalten. Erst Mitte April war die wichtige Ost-West-Achse mit frischem sandgelben Asphalt für den Verkehr freigegeben worden. Die Maßnahme hatte für erheblichen Ärger gesorgt, war die Straße doch vier Monate länger als geplant gesperrt, weil der Spezialbelag eben nur bei bestimmten Temperaturen und trockener Witterung aufgebracht werden konnte.

Georg-Wörner-Straße derzeit eine Holperstrecke

Nun rücken die Baumaschinen der Brettener Firma Harsch in der zweiten Augusthälfte wieder an, fräsen die Fahrbahn und bringen neuen Asphalt auf. Dies räumte Bürgermeister Michael Nöltner (CDU) auf Nachfrage gegenüber den BNN ein, nachdem es dieser Tage hinter verschlossenen Türen einen entsprechenden Beschluss des Gemeinderats gegeben hatte.
Der sandgelbe Spezialbelag, für den nach BNN-Informationen rund 40 000 Euro mehr zu berappen waren, hatte beim Abtasten der Granitsteine durch die Walze unebene Stellen zur Folge, was wiederum zahlreiche Autofahrer erzürnte. Die Holperstrecke habe die Verwaltung schließlich dazu bewogen, das Gespräch mit der Baufirma zu suchen. Ein Gutachter wurde eingeschaltet, es gab einen regen Briefwechsel – und schließlich habe man sich verständigt, dass das Unternehmen auf eigene Kosten den Schaden behebt.

Nöltner: Arbeiten dauern vermutlich nur eine Woche

„Irgendjemand“ müsse von den Gesprächen Wind bekommen „und sich auf den Zug gesetzt“ haben, kritisierte der Bürgermeister indirekt die CDU, die sich jüngst für einen schwarzen Belag stark gemacht hatte. Wie auch immer: Die Verwaltung gehe „davon aus, dass das Ganze diesmal nur eine Woche dauern wird“, sagt Nöltner. Schließlich werde normaler Asphalt verwendet – in Straßen-Schwarz.
Der Ärger über die erneute Sperrung werde sich in Grenzen halten, da die Georg-Wörner-Straße im östlichen Bereich wegen des Kreiselbaus am Breitenbachweg ohnehin gesperrt sei. Diese Arbeiten laufen seit Donnerstag.

Absichtliche Bremsmanöver

Nöltner selbst hätte lieber einen sandgelben Belag gehabt: „Ich fand die Farbe toll. Das hatte ja auch einen Aha-Effekt bei den Autofahrern.“ Allerdings sei die Farbe „nicht bei allen Bürgern so gut angekommen“. Und mache Zeitgenossen hätten durch starke Bremsmanöver bewusst den sandgelben Belag verunstaltet. „Für mich ist das klar Sachbeschädigung.“

Kommentar: Aha-Effekt

An Schilda, die fiktive Heimat der Schildbürger, fühlt man sich derzeit in Bretten erinnert: Da wird – für rund 40 000 Euro Mehrkosten – ein sandgelber Spezialasphalt für die Georg-Wörner-Straße beschlossen. Weil’s halt schöner zu der Parkanlage passt und, wie es Bürgermeister Nöltner formuliert, auch einen „Aha-Effekt“ für den Autofahrer beinhaltet, der dann schließlich langsam fahren würde.
Letzteres stimmt sogar, ist aber weniger der tollen Farbe als vielmehr der Tatsache geschuldet, dass die Fahrbahn aufgrund des fehlerhaften Auftragens des Spezialasphalts recht uneben und holprig ist. Darüber beklagten sich denn auch zahlreiche Bürger – sei es in Leserbriefen oder in den sozialen Netzwerken.
Der jetzige Belag hat also gerade mal etwas über drei Monate Bestand gehabt. Erinnern wir uns: Die Georg-Wörner-Straße musste aufgrund der Tatsache, dass der Spezialasphalt nur bei bestimmten Temperaturen und bei trockener Witterung aufgetragen werden kann, vier Monate länger als ursprünglich kalkuliert gesperrt werden. Statt im Dezember war das Ganze erst Mitte April auf Kurs. Neues aus Schilda, müsste man da eigentlich titeln.
Die gute Nachricht: Für die Aufbringung des in klassischem Straßen-Schwarz gehaltenen Belages dürfte man mit etwa einer Woche auskommen. Und da die Georg-Wörner-Straße wegen des Kreiselbaus am Breitenbachweg ohnehin gesperrt ist, dürfte sich der Ärger in Grenzen halten.
Nur die rund 40 000 Euro für den Brettener Aha-Effekt, die sind halt in den Wind geblasen.