Das Glasfaserkabel kommt: Trotz 500 fehleder Verträge wird die BBV Rhein-Neckar die Kernstadt Bretten ausbauen. Das kündigten BBV-Vertriebschef Ruh und OB Wolff am Freitag an. | Foto: BNN

Trotz 500 fehlender Verträge

Glasfaser BBV baut Kernstadt Bretten aus

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Auch die Brettener Kernstadt wird nun mit Glasfaser ausgebaut. Die Arbeiten sollen nach den Sommerferien beginnen und etwa in vier bis sechs Monaten abgeschlossen sein. Das teilten Oberbürgermeister Martin Wolff und Wolfgang Ruh, BBV-Geschäftsführer Vertrieb, am Freitag mit.

Wollen die Kernstadt mit Glasfaser ausbauen: BBV-Vertriebschef Wolfgang Ruh und Oberbürgermeister Martin Wolff | Foto: Kampf

 

Bei der Erschließung der Kernstadt mit der Glasfaser werde die BBV in Vorleistung gehen, erläuterte Ruh, denn trotz aller Vermarktungsbemühungen fehlten weiterhin rund 500 Verträge in der Gesamtbilanz. Wie die bestehende wirtschaftliche Lücke geschlossen und der Ausbau optimiert vorangetrieben werden kann, werde die BBV in den kommenden Wochen in detaillierten Gesprächen mit der Stadt Bretten diskutieren.

OB dankt für Entscheidung pro Kernstadt

„Mit dem Ausbau der Kernstadt hat sich die Entscheidung, auf die Zukunftstechnologie Glasfaser für die Stadt Bretten zu setzen, als richtig und weitsichtig erwiesen. Wir sind damit sogar der Bundesregierung zuvorgekommen, die ab sofort nur noch den Ausbau der Glasfaser fördern möchte. Im Namen der Stadt bedanke ich mich für das Vertrauen der BBV und für die Entscheidung, die Kernstadt auszubauen“, sagte Wolff. Sein besonderer Dank gehe an die vielen Engagierten, vor allem der Bürgerinitiative, die in den Stadtteilen sehr viel bewegt habe.

„Der Appetit kommt beim Essen“

Die BBV habe immer gesagt, dass ihr die Kernstadt besonders am Herzen liege und unbedingt zur „Glasfaserstadt Bretten“ gehören solle, betonte Wolfgang Ruh. Da weiterhin rund 500 Verträge fehlen, haben man sich entschieden in Vorleistung zu gehen. Dies nicht zuletzt auch deswegen, weil Investoren in angrenzenden Stadtteilen signalisiert haben, dass sie Glasfaser für ihre Projekte wollten, beispielsweise die Firma Harsch im Steinzeugpark. Trotz fehlender Verträge wolle die BBV versuchen, alle Straßen der Kernstadt in den sukzessiven Ausbau mit einzubeziehen.

So sollen Flickenteppiche vermieden und bisher unentschlossenen Anwohnern und Gewerbetreibenden die Möglichkeit gegeben werden, während laufender Baumaßnahmen oder später auf den Glasfaserzug aufzuspringen. „Wir haben bereits beim Ausbau in den anderen Stadteilen Leerrohre in den Straßen an allen Häusern vorbeilaufend verlegt und damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. Denn viele Haushalte und Gewerbetreibende haben dort kurzfristig die Chance genutzt und während des Ausbaus noch einen Vertrag mit uns abgeschlossen“, erläuterte Ruh weiter. „Man sagt ja auch: Der Appetit kommt beim Essen. Wir haben in den Stadtteilen schon die Erfahrung gemacht, dass, wenn die Straßen aufgerissen sind, noch Leute zu uns kommen.“  Bislang haben laut Ruh etwa 3000 Haushalte und Firmen Verträge abgeschlossen; ursprünglich nannte die BBV 3400 als „Deadline“.

Höhere Kosten

Für ihre Ausbauplanung hat die BBV die Kernstadt in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Zunächst sollen die Baumaßnahmen in den Abschnitten beginnen, in denen bereits eine ausreichende Anzahl an Verträgen vorliegt. Die anderen Bereiche werden dann abhängig von den Vertragszahlen Zug um Zug erschlossen. Wer vor oder während des Ausbaus noch einen Vertrag abschließe, müsse 600 Euro Anschlusskosten berappen. Wenn der Ausbau beendet sei, erhöhten sich diese Kosten auf mindestens 900 Euro, so Ruh. Als Hauptgrund nennt der Vertriebschef die deutlich gestiegenen Kosten für Glasfaser. „Inzwischen wollen viele diese modernste Technik haben, das schlägt sich natürlich auf die Preise für das Rohmaterial nieder.“