Adolf Hitler noch Ehrenbürger: Gemeinderat Gondelsheim will diesen Makel in der nächsten Sitzung beseitigen. | Foto: dpa

Punkt bei Gemeinderat

Gondelsheim: Adolf Hitler noch Ehrenbürger

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Nach Zaisenhausen hat nun auch die Gemeinde Gondelsheim ein ungeklärtes Thema aus der eigenen Geschichte in der Zeit des Dritten Reichs entdeckt und will den Makel beseitigen. In der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 4. Dezember, steht unter Punkt drei jedenfalls die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde von Adolf Hitler auf der Tagesordnung. Die Sitzung im Saal des evangelischen Gemeindehauses beginnt um 19 Uhr.

Eine diesbezügliche Nachfrage der BNN hatte die Sache ins Rollen gebracht, wie Bürgermeister Markus Rupp bestätigte. „Wir dachten zunächst, dass die Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler in Gondelsheim bereits in frühen Jahren aberkannt wurde, haben dann aber nochmals alle Protokollbände und Findbücher gewälzt und nichts gefunden“, bekundete der Schultes. Auch der Ortshistoriker und der langjährige Hauptamtsleiter konnten sich an so einen Beschluss nicht mehr erinnern. „Insofern müssen wir davon ausgehen, dass Hitler immer noch Ehrenbürger der Gemeinde ist“, erklärte das Ortsoberhaupt.

Ratsbeschluss in nächster Sitzung

Außer Frage steht laut Rupp, dass Hitler am 16. März 1933 von Gondelsheim die Ehrenbürgerwürde verliehen bekam. Außer Frage stehe aber auch, dass dies nicht so bleiben darf. Dies soll nun mit einem Ratsbeschluss in der nächsten Sitzung bereinigt werden.

Haushalt als weiteres Thema

Außerdem geht es in der Sitzung um die Haushaltseckdaten für 2019 und um die Wald- und Forstwirtschaft, hier die Veränderung der Forstorganisation, den Hiebs- und Kulturplan für das Forstwirtschaftsjahr 2019 und die Forsteinrichtungserneuerung für die Jahre 2019 bis 2028. Für die Kleinkinderbetreuung sollen Platzpauschalen für Tagespflegepersonen eingerichtet werden. Außerdem wird ein Konzept für ein Jugendforum vorgestellt. Schließlich geht es noch um Bauangelegenheiten.