Bürgermeister Markus Rupp möchte den bestehenden Feldweg zwischen Gondelsheim und Diedelsheim zu einem reinen Radweg ausbauen.
Bürgermeister Markus Rupp möchte den bestehenden Feldweg zwischen Gondelsheim und Diedelsheim zu einem reinen Radweg ausbauen. | Foto: Bindschädel

Kürzester Weg – ebenes Gelände

Gondelsheims Bürgermeister Rupp forciert den Bau eines Radwegs nach Diedelsheim

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In den nächsten zwei bis drei Jahren soll ein reiner Radweg von Gondelsheim in den Brettener Stadtteil Diedelsheim gebaut werden. Das ist der Plan von Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp, den dieser nun forciert. Die Vorteile für diesen Radweg lägen klar auf der Hand, so Rupp. Die Gesamtkosten würden sich etwa auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro belaufen.

Vor zwei Monaten hat sich Markus Rupp erstmals öffentlich zu einem von ihm favorisierten Projekt geäußert. Der Gondelsheimer Bürgermeister wünscht sich den Bau eines Radwegs. Der soll auf direkter Strecke von Gondelsheim in den Brettener Stadtteil Diedelsheim führen. Rupp hat bereits einen konkreten Plan und versucht nun, die Planungen voranzutreiben.

„Meiner Meinung hat dieser Radweg, der entlang der Bahnschienen führt, nur Vorteile. Der Weg ist als Feldweg bereits vorhanden, da bräuchte man nur einen gescheiten Untergrund und eine gute Deckschicht“, betont der Gondelsheimer Rathauschef. Die Kosten würden sich laut Rupp etwa auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro belaufen.

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Viele Vorteile sprechen für diese Baumaßnahme

„Für Radfahrer wäre das der kürzeste Weg, um von Gondelsheim nach Bretten zu fahren – und das auf ebenem Gelände. Radfahrer sind hier dann die Hauptberechtigten und es gibt überhaupt keinen Autoverkehr. Zudem gibt es für ein solches Projekt hohe Zuschüsse vom Land“, erklärt Rupp. Er nennt damit einige der Vorteile, die seiner Meinung nach für diese Baumaßnahme sprechen.

Dieses Projekt hat momentan nicht die höchste Priorität.

Martin Wolff, Oberbürgermeister von Bretten

Mit seinem Vorschlag stößt der Gondelsheimer Bürgermeister im Brettener Rathaus durchaus auf offene Ohren. Allerdings möchte man in der Verwaltung der Melanchthonstadt das Projekt etwas langsamer angehen. „Dieses Projekt hat momentan nicht die höchste Priorität. Es gab auch noch keinen gemeinsamen Termin mit Gondelsheim“, sagt Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff. Er betont aber auch: „Das Thema ist natürlich überlegenswert, allerdings muss genau geprüft werden, ob es machbar ist und welche Zuschüsse es gibt.“

Postweg ist ein beliebter Schleichweg für Autofahrer

Derzeit nutzen Radfahrer den Postweg, um von Gondelsheim nach Diedelsheim zu kommen. Allerdings frequentiert diese Strecke, für die ebenfalls in den kommenden Jahren Sanierungsbedarf besteht, auch der landwirtschaftliche Verkehr stark. Zudem ist die Route ein beliebter Schleichweg für Autofahrer. „Seit die Bahnübergänge in Gondelsheim und Diedelsheim wegen der Schienenarbeiten geschlossen sind, hat der Verkehr und besonders der Autoverkehr auf dem Postweg noch einmal zugenommen“, erklärt Rupp.

Durch den Bau eines reinen Radwegs entlang der Schienen, der im Gondelsheimer Kanalweg beginnt, könnte man den Postweg verkehrstechnisch in hohem Maße entlasten. Ein leidiges Thema, so Rupp, seien daneben die alljährlichen hohen Reinigungskosten. Aufgrund der Hanglage der angrenzenden Äcker kommt es auf dem Postweg bei starkem Regen immer wieder zu Überschwemmungen. Dadurch ist der Weg stark mit Erde verschmutzt. Rupp hofft nun, dass er Wolff vom Bau des neuen Radwegs überzeugen kann. So könnte man dann möglichst zeitnah diese Baumaßnahme als interkommunales Projekt beim Landesverkehrsministerium beantragen.

Ein Bild über die Lage vor Ort hat sich Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp beim Bahnübergang in Diedelsheim gemacht, der bis Ende Oktober ebenfalls gesperrt bleibt – allerdings sind in dem Brettener Stadtteil die Schranken dauerhaft geschlossen.
Seit die Bahnübergänge in Gondelsheim und Diedelsheim wegen Sanierungsarbeiten geschlossen sind, hat der Verkehr auf dem Postweg zugenommen. | Foto: Bindschädel

Rupp strebt Aufnahme ins Förderprogramm des Landes an

Wenn es nach dem Gondelsheimer Rathauschef geht, soll man mit dem Projekt eventuell noch im kommenden Jahr in das Förderprogramm für kommunale Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur in Baden-Württemberg aufgenommen werden. „Wenn das klappen würde, könnte der neue Radweg 2022 oder spätestens 2023 fertig sein. Die reine Bauzeit ist dabei überschaubar, das vorherige Prozedere dauert einfach immer seine Zeit“, erklärt Rupp.

In diesem Jahr stellt das Land den Kommunen insgesamt 58 Millionen Euro zum Infrastrukturausbau im Fahrrad- und Fußverkehr zur Verfügung. Für den angestrebten neuen Radweg von Gondelsheim nach Diedelsheim seien Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich, verdeutlicht Rupp.

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Wenn man dann von Gesamtkosten von etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Euro ausgeht, würden auf Gondelsheim im besten Fall am Ende maximal rund 300.000 Euro und auf Bretten maximal rund 200.000 Euro als Kosten zukommen. Auch wenn vor allem wegen Corona alle den Gürtel enger schnallen müssten, sollte man dieses Projekt nun angehen, meint der Gondelsheimer Bürgermeister. So würde ein „perfekter Ring-Radweg“ von Gondelsheim nach Diedelsheim, Rinklingen, Bretten, Büchig, Neibsheim und zurück nach Gondelsheim entstehen.

Brettens OB Wolff hat auch den Postweg im Blick

Diese Vorstellung gefällt auch Brettens OB Wolff, der allerdings mit Blick auf die angespannte Finanzlage – wegen Corona fehlen bereits jetzt Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro in der Stadtkasse – erklärt: „Dieses Jahr haben wir gar kein Geld für dieses Projekt, das müsste man dann erst im Haushalt für 2021 oder sogar erst für 2022 besprechen.“ Und der Rathauschef der Melanchthonstadt verliert bei der Diskussion um einen eventuellen neuen Radweg zwischen Gondelsheim und Diedelsheim auch den Postweg nicht aus dem Blick.

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„Man darf nicht vergessen, dass es mit dem Postweg bereits eine gemeinsame Verbindung zwischen Diedelsheim und Gondelsheim gibt – und die wird sicherlich nicht saniert, wenn es einen neuen Radweg gibt“, betont Wolff. „Man muss das alles gemeinsam betrachten. Es stellt sich hier schon die Frage, ob man nicht einfach den Postweg komplett neu macht.“