Noch immer müssen auch einige Grippepatienten in den Kliniken in Bretten und Bruchsal die Betten hüten. Insgesamt aber hat sich die Situation entspannt.
Noch immer müssen auch einige Grippepatienten in den Kliniken in Bretten und Bruchsal die Betten hüten. Insgesamt aber hat sich die Situation entspannt. | Foto: dpa

Landkreis-Kliniken

Grippewelle auf dem Rückzug

Seit Januar stehen die RKH-Kliniken des Landkreises unter dem Andrang derer, die an der Grippe erkrankt sind. Die schiere Anzahl der Patienten erschwert für die Krankenhäuser eine geordnete Versorgung. Doch „diese Extremsituation“ hat sich laut Susanne Jansen, Regionaldirektorin der RKH-Kliniken, merklich entspannt. „Hausintern hat sich die heikle Lage, die noch vor wenigen Tagen herrschte und uns einiges Kopfzerbrechen bereitete, deutlich gelegt. Wir sind wieder im Normalbetrieb.“

Katastrophenplan garantierte Minimalversorgung

Durch die angespannte Situation war die Regionaldirektorin der RKH-Kliniken dazu gezwungen, einen Katastrophenplan zu initialisieren, der die Minimalversorgung der Grippekranken gewährleistete. So wurden Operationen verschoben, bei denen eine lange stationäre Behandlung erforderlich gewesen wäre und die zeitlich flexibel gelegt werden konnten. Damit konnte man Platz für die Personen zu schaffen, die durch die Grippe unter anderem wegen Lungenentzündungen geschwächt waren. Jansen unterstrich, dass sich in einer solchen Ausnahmesituation die Ärzte vorrangig auf diejenigen Patienten konzentrieren, die eine intensivere Versorgung brauchen.

So etwas habe ich noch nie gesehen

In den vergangenen Wochen erreichte die Grippewelle von Tag zu Tag neue Höhepunkte. „Die Grippekarte in ganz Deutschland war dunkelrot gefärbt. Ein Ende war nicht in Sicht. So etwas habe ich noch nie gesehen“, so Susanne Jansen. Eine enorme Bettenknappheit, die die Kliniken und die Belegschaft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit trieb, war die Folge. Ein Andrang, der den Kliniken zwar durch andere Grippewellen durchaus bekannt war, in diesem Ausmaß aber einer Ausnahmesituation glich.

Ausfälle hielten sich in Grenzen

Doch was geschieht, wenn der behandelnde Arzt oder die Krankenschwester selbst zum Opfer der grippalen Erreger werden? So mussten die Krankenhäuser nicht nur mit einer großen Menge an Patienten zurechtkommen, denen der Influenza-Virus Typ B zusetzte, sondern auch grippeerkrankte Pflegekräfte und Ärzte kompensieren. „Wir hatten auch einige Ausfälle in der Belegschaft, die sich im Vergleich zu anderen Kliniken zum Glück in Grenzen hielten. In anderen Krankenhäusern war die Lage noch deutlich angespannter. Die Patienten mussten dort lange Wartezeiten in Kauf nehmen“, sagt Jansen. Dies vor allem deshalb, weil die Impfquote von über 40 Prozent in ihren Kliniken weit über dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Aus diesem Grund hielten sich in ihren Krankenhäusern die Krankmeldungen der Pflegekräfte und Ärzte in Grenzen.

Vierfach-Impfstoff hat sich bewährt

Die Leiterin der beiden RKH-Kliniken zieht aus der Grippewelle jedoch auch Positives: „Grade der Vierfach-Impfstoff, mit dem auch unsere Belegschaft geimpft wurde, hat seine Überlegenheit gegenüber dem Dreifach-Impfstoff deutlich gemacht. Ohne ihn wäre wohl auch ich erkrankt“, bilanziert sie.
Angst vor der nächsten Grippewelle, die mit ziemlicher Sicherheit kommen wird, hat sie keinesfalls: „Wir werden die Krankenhäuser noch stärker vernetzen, um die Bettenknappheit und die allgemeine Versorgung weiter zu optimieren.“

von Fabian Pick