Erhebliche Beschädigungen weisen nicht nur die Platten der historischen Stadttore für das Brettener Peter-und-Paul-Fest auf. Auch die Dachelemente sind marode, klagt Bauhofleiter Peter Thom

BNN sponsern Mittelalterfest

Großspende für stilechte Stadttore

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Eigentlich sollten die Attrappen der historischen Stadttore, die seit Jahrzehnten das Entree zum Peter-und-Paul-Fest bilden, dem Rotstift zum Opfer fallen. Denn für deren Aufstellung und die dringend notwendige Renovierung fehlte der Vereinigung Alt-Brettheim (VAB) schlicht das Geld. Doch da fand sich ein großzügiger Sponsor, der in die Bresche sprang: Die Badische Neueste Nachrichten sorgten mit einer 10.000 Euro-Spende für Abhilfe. Andreas Langner, Leiter Strategisches Marketing bei den BNN, überreichte den überdimensionalen Scheck in der Geschäftsstelle der Brettener Nachrichten an Stadtvogt Peter Dick.

Stadttore renovierungsbedürftig

Der Chef der VAB zeigte sich denn auch hoch erfreut über diese unerwartete Zuwendung. „Ich bin überwältigt, dass wir in dieser Form unterstützt werden“, bekundete Dick, der seinerzeit nur zähneknirschend zugestimmt hatte, den Rotstift bei den Stadttoren anzusetzen. Doch irgendwo musste die VAB sparen, nachdem sie beim vergangenen Fest aufgrund der Konkurrenz der Fußballeuropameisterschaft erhebliche Verluste einfuhr und zudem aufgrund erhöhter Sicherheitsvorkehrungen 33 000 Euro mehr aufbringen musste. Die Stadt übernahm davon zwar 8 000 Euro, doch 25 000 Euro blieben am Verein hängen. So kam es zum Beschluss, die Tore diesmal wegzulassen, deren Aufstellung und Renovierung 10 000 Euro verschlungen hätte. Diese Summe übernehmen nun die BNN.

10.000 Euro für die Stadttore: BNN-Marketingchef Andreas Langner übergibt den entsprechenden Scheck an Brettens Stadtvogt Peter Dick

„Weil es ein ganz besonderes Fest ist und weil wir als Regionalzeitung ebenso wie das Peter-und-Paul-Fest die Nähe zu den Menschen und die Tradition als Werte hochhalten“, beschreibt Langner den Grund für die Zuwendung, wobei der BNN-Slogan „Hier beginnt Baden“ auf den Stadttoren angesichts der württembergischen Invasion anno 1504 und deren bekanntem Ausgang gleichfalls trefflich ins Gesamtbild passt.

Geld für Renovierung und Aufbau

Eingelagert sind die Stadttore übers Jahr auf dem städtischen Bauhof. Erhebliche Schäden weisen nicht nur die quadratmetergroßen Platten auf, sondern auch die Dachelemente. Sie sind an den Rändern teils ausgebrochen, Wasser ist eingedrungen und hat die darunter liegenden Spanplatten zerbröselt. Etliche Platten müssen ersetzt, mit einer dünnen Putzschicht versehen und dann neu bemalt werden. Bei etlichen Dachelementen sind zudem Bretter auszutauschen, ist von Peter Thom, dem Leiter des Baubetriebshofs, zu erfahren. Auch sie benötigen dann einen neuen Anstrich. Zwei Brettener Schreinerbetriebe sind für den Aufbau der Stadttore verantwortlich. Sie werden auch mit den anfallenden Renovierungsarbeiten betraut. Zeitlich gesehen ist es somit höchste Eisenbahn, mit der Restaurierung zu starten. Denn bereits in gut zwei Wochen öffnet das Traditionsfest – immerhin auch immaterielles Weltkulturerbe – seine Stadttore.