Der Neubau der Rechbergklinik Bretten ist gut vorangekommen. Die Eröffnung ist aber nicht im Sommer, sondern erst Ende 2018. | Foto: Waidelich

Neue Rechbergklinik Bretten

Halbes Jahr Verzögerung

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Der Neubau der Rechbergklinik in Bretten darf weiterhin als besonderes Ereignis gelten – auch wenn sich der Zeitpunkt der Eröffnung vom geplanten Sommer auf Ende 2018 verschiebt. Mit künftig rund 120 Betten zählt das Haus in der Melanchthonstadt zu der Liga, in der andernorts eher über Schließung als über Neubau nachgedacht worden wäre.

Ein „Plankrankenhaus“ mit Bruchsal

Seinen Charme gewinnt das Projekt durch die Verknüpfung mit der Fürst-Stirum-Klinik in Bruchsal zu einem „einheitlichen Plankrankenhaus“. Überspitzt ausgedrückt: Die Sache ist so konstruiert, dass man sich als Patient in Bruchsal oder Bretten im Krankenhaus vorstellt, aber je nach Problemlage im anderen der beiden Häuser behandelt wird. Konkret heißt das, dass sich die beiden Kliniken des Landkreises Karlsruhe, die von der Regionalen Kliniken Holding (RKH) in Ludwigsburg gemanagt werden, in ihren Disziplinen ergänzen und verwaltungsmäßig eine Einheit sind.

Pflegeeinrichtung und Ärztehaus auf dem Campus

Auf dem Rechberg in Bretten kann man den Fortschritt des Neubaus gut beobachten, der künftig mit zahlreichen Besonderheiten aufwarten wird. Der Rechberg wird nach Angaben von RKH-Regionaldirektorin Susanne Jansen als Campus konstruiert, auf dem die Klinik unter anderem von einer besonderen Pflegeeinrichtung ergänzt werden soll. Dort sind beispielsweise ein Dutzend Plätze für junge Pflegebedürftige ebenso vorgesehen wie Plätze für die Intensivpflege – beispielsweise mit Beatmung.

Appartements und betreutes Wohnen

Vorgesehen sind weiterhin Appartements für Auszubildende oder Studenten und eine gute Handvoll betreuter Wohnungen. „Wir wollen hier kein Pflegegetto“, sagt Susanne Jansen mit Verweis auf das breite Angebot.

Dialyse und Onkologie

Geplant ist des Weiteren ein Fachärztezentrum – „wenn der Altbau weg ist“. Das werde allerdings erst 2019 in Angriff genommen werden können. Disziplinen, die dort denkbar sind, seien etwa die Dialyse oder ambulante onkologische Behandlungen.

Verzögerung durch Rechtsstreitigkeit und Insolvenzen

Die Verzögerung der Fertigstellung des Brettener Neubaus erklärt Susanne Jansen mit Hinweis auf „Rechtsstreitigkeiten und Insolvenzen“.

Kosten bei rund 55 Millionen Euro

Positiv sei hingegen, dass der Kostenplan mit rund 55 Millionen Euro – eingeschlossen ist die Landesförderung von 29 Millionen – eingehalten werden könne.

So papierlos wie möglich

Als einen Schwerpunkt will man in Bretten die Akutgeriatrie entwickeln und im Interesse der Kosten, aber auch des Patienten, die Digitalisierung auf der Höhe der Zeit darstellen. Papierlos werde die Klinik nicht werden, macht Jansen klar, aber die Dateneingabe über Tablet müsse genau so zum Standard werden wie die Verfügbarkeit dieser Daten im ganzen Haus – und in Bruchsal. „Nichts mehr soll doppelt gemacht werden“, macht Regionaldirektorin Jansen klar.