AUF DEM STEINZEUGAREAL in Diedelsheim möchte die Firma Harsch Wohnen und Gewerbe realisieren. | Foto: Rebel

Bauherr weist Kritik zurück

Harsch: Steinzeugpark bleibt wie geplant

Dass es kritische Stimmen geben würde, damit hatte Rudolf („Rolf“) Harsch bei der jüngsten Sitzung des Brettener Gemeinderats gerechnet (die BNN berichteten bereits). Im Endeffekt sei er aber froh, dass der Gemeinderat letztlich einstimmig den vorläufigen Bebauungsplan für das Gebiet Steinzeugpark auf Diedelsheimer Gemarkung gebilligt habe. „Das zeigt doch, dass es eine breite Basis für unsere Pläne gibt.“

Harsch kann Irritationen nachvollziehen

Dass es überhaupt zu Irritationen gekommen sei, könne er teilweise nachvollziehen, erklärt der Bauunternehmer im Gespräch mit den BNN. Man müsse aber den Unterschied sehen zwischen dem im Juni 2016 präsentierten Konzept und dem jetzigen Bebauungsplan. Dieser gehe deswegen an die zulässige Grenze der Baufenster, ergänzt Architekt Sven Battenhausen, weil die Lärm-Gutachter dann den „worst case“ berechnen könnten. „Dann sind wir auf der sicheren Seite, zumal wir im beschleunigten Verfahren sind, das nicht viele Widerspruchsfristen zulässt.“

Harsch
EIN MODELL des künftigen Steinzeugparks präsentieren Architekt Sven Battenhausen und der Prokurist der Firma Harsch, Johan Busic.

Man müsse sich das Ganze als Glocke mit einem bestimmten Lärmpegel vorstellen, sagt Battenhausen weiter. Wie es mit den Gebäudehöhen im Detail aussehe, ergebe sich dann. Wichtig bei der Lärmermittlung sei der Linksabbiegeverkehr auf der Steinzeugstraße zu Spitzenlastzeiten. „Da hat ein externer Gutachter ein für uns positives Ergebnis ermittelt.“ Rolf Harsch erinnert in diesem Zusammenhang noch an Gegenteiliges: „Damals wurde vom Gutachter nachgewiesen, dass ein Edeka-Markt dort nicht funktioniert.“

„Wir planen nichts anderes“

Um die noch vorhandenen Ängste einiger Stadträte zu lindern, sichert Bauherr Harsch zu, dass „von uns nichts anderes geplant ist, als das, was auch in dem Modell dargestellt wurde“. Das Unternehmen sehe eben „vieles durch die technische Brille“, begründet Harsch die größeren Spielräume im Bebauungsplan-Entwurf.
Es werde selbstverständlich weiterhin an dem Mix aus Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Gewerbe festgehalten, wobei es sich beim vorgesehenen Gewerbe ausschließlich um Dienstleiter handele, versichert Johan Busic, Prokurist bei Harsch. Fitness/Wellness, Gastronomie, eine Multifunktionshalle und Büroräume seien angedacht. Der Büroturm werde auch nicht 42 Meter hoch, sondern 22 Meter – etwa so hoch, wie die Mehrfamilienhäuser gegenüber dem Brettener Bahnhof. Apropos Höhen: „Wir wollen das Raumpotenzial bestmöglich nutzen“, wirft Architekt Battenhausen dazwischen. Schließlich müsse sich das Ganze auch rechnen.

Harsch findet Kita auf Gewerbeareal ideal

Das Areal soll mit einem „Quartierplatz“ mit Spielmöglichkeiten für die Kleinen abgerundet werden. „Dort passt doch eine Kindertagesstätte ideal“, findet Rolf Harsch. „Da können die Mitarbeiter ihre Knirpse morgens abgeben und dann zur Arbeit gehen.“
Noch in diesem und im nächsten Monat werden die „Träger öffentlicher Belange“ in die Planung miteinbezogen. „Wir gehen davon aus, dass, wenn alles glatt läuft, die Billigung des Planentwurfs Ende April auf der Tagesordnung im Gemeinderat steht“, so Battenhausen. Im Spätsommer könnte dann der Bebauungsplan rechtskräftig sein, dann könnte laut Rolf Harsch „Anfang 2018“ mit der Erschließung begonnen werden.

Abriss beginnt noch in diesem Monat

Zuvor müssen aber noch die Gebäude des ehemaligen Steinzeugwerks abgerissen werden, womit noch in diesem Monat begonnen werden soll. Ebenso werde die Planung der Erschließungsstraße auf den Weg gebracht.
Das Ganze gehe mit umfangreichen Artenschutz-Maßnahmen einher, berichtet Johan Busic. „Da gibt es einige Fledermäuse, die wir umsiedeln müssen.“ Für die nachtaktiven Flattertiere wie auch für einige schützenswerte Vogelarten würden nun spezielle Ausweichquartiere geschaffen – in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutz.